Getragen vom Glauben

Curaçaos historisches Fussballwunder

Kenji Gorré
Getragen vom Glauben Kenji Gorrés gelingt Curaçao ein wundersames Fussballmärchen! Nie qualifizierte sich eine kleinere Nation für eine Endrunde einer Fussball-WM.

Die Insel Curaçao, vor der Küste Venezuelas gelegen, qualifizierte sich mit ihrer Nationalmannschaft für die nächste Weltmeisterschaft.

Mit nur 156’000 Einwohnern ist dieses kleine Land damit das bevölkerungsärmste der Geschichte, das sich jemals für diesen Wettbewerb qualifizieren konnte. Curaçao liess erfahrene Teams wie Jamaika oder Trinidad und Tobago hinter sich.

Glaube und Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft waren entscheidende Faktoren auf diesem Weg – Werte, die von einem ihrer Schlüsselspieler perfekt verkörpert werden: Kenji Gorré (31). Der Flügelspieler des israelischen Teams Maccabi Haifa, geboren in den Niederlanden und aufgewachsen in England, ist eine der prägenden Figuren der Nationalmannschaft von Curaçao.

Prüfungen, die den Charakter formen

2013 brach für Kenji Gorré seine Welt zusammen, als der legendäre Trainer Sir Alex Ferguson ihm mitteilte, dass er keinen Profivertrag bei Manchester United, seinem Ausbildungsverein, erhalten würde.

Damals definierte sich seine Identität ausschliesslich über den Fussball, und diese verpasste Chance brachte ihn völlig aus der Bahn. Trotz eines Aufschwungs im Jahr darauf mit seinem ersten Profivertrag bei Swansea City folgten zahlreiche Leihen an kleinere Vereine in den Niederlanden und in England.

«In diesem Moment haben sie mir nur klargemacht, dass mir der Fussball erlauben würde, meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Irgendetwas musste ich schliesslich auf den Tisch bringen!» Weit entfernt von seinem Traum vom Ruhm zwang er sich dazu, endlich «ein verantwortungsbewusster Mann» zu werden.

Der Weg zu Gott wird klarer

Der Tod seines Cousins im Jahr 2018 war schliesslich der Auslöser für eine tiefgreifende Veränderung, die ihn dazu brachte, Gott zu suchen. Angesichts dieses Familienmitglieds, das er als sein Vorbild betrachtete und das gegen den Krebs kämpfte, erlebte der junge Fussballer einen einzigartigen Moment: Am Krankenbett seines Cousins wurde ihm bewusst, dass dieser körperlich noch anwesend war, sein Geist jedoch bereits gegangen war.

Gemeinsam mit seiner Ehefrau Izabella begab er sich daraufhin auf die Suche nach Antworten im Evangelium – und er fand sie. So gab Kenji Gorré im Alter von 22 Jahren seinem Leben eine neue Richtung, indem er es Jesus Christus anvertraute.

«Hier sollte ich sein»

So war es Gott, der ihn in der folgenden Saison in die portugiesische Liga zum Team Nacional da Madeira führte: «Der Heilige Geist sagte mir, dass ich hier sein sollte. Als ich an der Promenade von Madeira entlangging, sagte ich meinem Vater, dass ich genau hier sein müsse, und auch er bestätigte das. Ich rief den Präsidenten von Swansea City an und bat ihn, mich freizugeben, um bei Nacional zu unterschreiben.»

Diesem Wunsch wurde entsprochen: «Er dankte mir für meinen fünfjährigen Einsatz für den Verein und freute sich, mich dieses neue Kapitel meines Lebens beginnen zu sehen. Ich dankte Gott dafür, dass er mir diesen Schritt ermöglichte. In diesem Moment nahm ich mir auch vor, nicht nur der beste Fussballer zu sein, sondern auch der beste Mitspieler, Bruder und Finanzverwalter zu werden. Denn ich sah um mich herum Spieler, die auf dem Platz grossartig waren, deren Beziehungen und Finanzen jedoch katastrophal waren.»

Mentale Gesundheit im Mittelpunkt

Auf Grundlage dieser Erkenntnisse und Erfahrungen beschloss Kenji Gorré zudem, eine Gemeinschaft aufzubauen, in der die mentale Gesundheit von Fussballern im Mittelpunkt steht.

Sieben Jahre später erntet er nun – auch mit Curaçao – auf dem Platz die Früchte dessen, was er abseits des Rasens gesät hat. Mit einer gelungenen Mischung aus Jugend und Erfahrung besteht diese Auswahl grösstenteils aus Spielern, die wie er in den Niederlanden ausgebildet wurden. Auch wenn der erfahrene niederländische Trainer Dick Advocaat einen grossen Anteil an diesem Erfolg hat, war es vor allem die gesamte Mannschaft, die diesen Meilenstein möglich machte. Da Advocaat beim letzten Qualifikationsspiel gegen Jamaika (0:0) nicht verfügbar war, wurde er interimistisch durch Kenjis Vater ersetzt – der diese Aufgabe mit Bravour meisterte!

Loblieder nach der Qualifikation

Nach dem Abpfiff versammelten sich Betreuerstab und Spieler im Mittelkreis, um gemeinsam zu beten und Loblieder anzustimmen. Ein Kenji-Gorré-Effekt? Auch ohne Kapitänsbinde ist er zu einem Führungsspieler der Nationalmannschaft geworden.

Im kommenden Sommer tritt seine Mannschaft in einer anspruchsvollen Gruppe an, mit Deutschland, der Elfenbeinküste und Ecuador.

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Datum: 02.01.2026
Autor: Plus Que Sportifs/Daniel Gerber
Quelle: Info Chrétienne/gekürzte Übersetzung: Livenet

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