Wie geht es weiter in Venezuela?
1999 übernahmen Präsident Chavez und seine links-kommunistische Regierung das Ruder in Venezuela. Was mit Sozialprogrammen und Armutsbekämpfung begann, entwickelte sich schnell zu einem autoritären System mit einer langfristig instabilen Wirtschaft. Präsident Maduro regierte ab 2013 und versuchte unter anderem, das Parlament abzuschaffen. Unter seiner Führung entwickelte sich Venezuela noch stärker zur Diktatur. Gepaart mit einer Wirtschaftskrise sorgte das dafür, dass jeder vierte Venezolaner aus dem Land flüchtete, die meisten davon nach Kolumbien.
Wer im Land zurückblieb, sah sich mit Hunger und Mangel konfrontiert. Viele, die zurückblieben, gehörten zu den Schwächeren der Gesellschaft: Alleinstehende, Seniorinnen und Senioren, Randständige. Diesen Menschen helfen die Partner der Hilfsorganisation HMK seit einigen Jahren, wieder eine Perspektive zu gewinnen. Sie verteilen Lebensmittel, helfen bei der Gründung kleiner Start-ups und bieten Seelsorge sowie spirituelle Hilfe an.
Kirchen waren relevant
In Venezuela sind offiziell etwa zwölf Prozent der Bevölkerung evangelische Christen; auch unter den kommunistischen Regierungen nahmen Kirchen einen relevanten Platz in der Gesellschaft ein. Anders als beispielsweise in Kuba wurden Christen nicht unterdrückt, sondern von Maduro umgarnt. Er behauptete selbst, er bete zu Jesus. Im Gegenzug für Bewilligungen oder Geschenke dürfen die Christen aber die Regierung nicht kritisieren und müssen den Bürgermeister auf die Bühne lassen. Für christliche Leiterinnen und Leiter in Venezuela war es eine Gewissensfrage, ob sie mit der Regierung zusammenarbeiten wollen oder nicht. Viele entschieden sich dagegen, auch wenn diese Positionierung für sie Nachteile brachte.
Was jetzt?
Nun ist Maduro aus dem Land, doch seine Partei regiert immer noch. Für die Menschen vor Ort ist die Lage weiterhin angespannt. Viele haben aufgrund der Bombardierung der Hauptstadt Caracas aus Angst ihr ganzes Erspartes in Lebensmittel investiert. Sie getrauen sich noch nicht, gegen Maduro und seine Partei zu reden, denn sie leben immer noch unter einer autoritären Regierung.
Eine grosse Frage ist, ob die jetzt regierende Partei einen neuen Präsidenten stellt und von den USA anerkannt wird, oder ob die demokratisch orientierte Opposition, die laut internationalen Einschätzungen eigentlich die letzte Wahl gewonnen hat, an die Macht kommt. Beide Szenarien könnten zur Besserung der Lebensumstände beitragen, könnten aber auch Instabilität und Konflikte auslösen. Ein Bürgerkrieg ist in Venezuela nicht auszuschliessen, denn ganze Gebiete stehen unter der Kontrolle terroristischer Guerillas wie FARC-Splittergruppen oder krimineller Vereinigungen, die sich durch Drogenanbau und -handel finanzieren.
HMK-Partner Michael (Name geändert) sagt: «Danke, dass Sie für Venezuela beten. Unser Land braucht einen vollständigen Wandel und muss sich wieder Gott zuwenden.» Beten Sie gemeinsam mit uns für Venezuela, sodass gute politische Entscheidungen für die Bevölkerung getroffen werden!
Dieser Beitrag erschien zuerst auf der Webseite von HMK.
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Datum: 13.01.2026
Quelle:
HMK Schweiz