Für Genehmigung zur Beerdigung

Indischen Christen wird Konversion auferlegt

Indische Christen werden von ihrer Gesellschaft diskriminiert (Symbolbild)
Dorfbewohner aus indigenen Gemeinschaften in Indien haben Christen daran gehindert, den Leichnam einer Frau zu bestatten, die am 24. Februar verstarb. Sie erklärten, eine christliche Beerdigung würde ihr Land und ihre Gottheiten entweihen.

Während der Leichnam der indigenen Christin Sambai Mandavi weiterhin in der Leichenhalle eines Krankenhauses lag, forderten Dorfbewohner von ihrer Familie eine erzwungene Rückkonversion zum Hinduismus als Voraussetzung für die Beerdigung, berichtet «Morning Star News».

Nur wenige Tage nachdem der Oberste Gerichtshof Indiens angeordnet hatte, Zwangsexhumierungen christlicher Indigener im Bundesstaat Chhattisgarh auszusetzen, drohten die Dorfbewohner damit, den Leichnam wieder auszugraben, falls er beigesetzt werde.

Mandavi war Berichten zufolge 34 Jahre alt, als sie am 24. Februar an Atemwegs- und Herzproblemen starb. Einwohner verhinderten, dass ihr Ehemann Kamlesh Mandavi sie auf dem öffentlichen Friedhof des Dorfes oder auf seinem privaten Grundstück im Dorf Amodi, Distrikt Kanker, Bundesstaat Chhattisgarh, bestatten konnte.

Trauerfamilie bedroht

Einheimische Dorfbewohner drohten zudem mit körperlicher Gewalt und Sachbeschädigung. Sie behaupteten laut einer Pressemitteilung der «Progressive Christian Alliance» (PCA) vom 26. Februar, christliche Bestattungsriten würden ihr Land und ihre Gottheiten «entweihen».

Während sich der Leichnam weiterhin in der Leichenhalle des Durgkondal-Krankenhauses befand, reichte Kamlesh Mandavi offiziell Beschwerde beim Distriktmagistrat ein.

«Dieser Vorfall ereignet sich nur wenige Tage, nachdem der Oberste Gerichtshof eine einstweilige Verfügung gegen Exhumierungen erlassen hat», erklärte die PCA. «Das Fortbestehen solcher Drohungen unterstreicht jedoch eine eklatante Missachtung gerichtlicher Anordnungen.»

Kein Einzelfall

Der Fall Sambai Mandavi ist kein Einzelfall. Einen Tag nach der Anordnung des Obersten Gerichtshofs veröffentlichte das «United Christian Forum» (UCF) Daten, wonach allein im Jahr 2025 insgesamt 23 Vorfälle im Zusammenhang mit Bestattungen registriert wurden.

Auf einer Pressekonferenz in Neu-Delhi am 19. Februar präsentierten UCF-Vertreter Videoaufnahmen, die zeigen, wie der Leichnam einer christlichen Frau exhumiert, in ein weisses Tuch gehüllt und auf den Boden gelegt wurde, während Dorfbewohner darum herumstanden. Die Vorfälle spiegeln einen wiederkehrenden Trend in den Bundesstaaten Chhattisgarh, Odisha und Jharkhand wider.

«Es geht darum, ob Christen dazugehören»

UCF-Sprecher John Dayal erklärte: «Das kalkulierte Schweigen der Regierung von Chhattisgarh spricht Bände. Wenn der Staat es verweigert, das verfassungsmässige Recht auf Bestattung zu verteidigen, sanktioniert er faktisch die Schändung von Gräbern.»

Er verwies auf eine frühere Anordnung unter Vorsitz von Richterin Nagarathna, die unter dem Druck von Menschenmengen nicht umgesetzt werden konnte. «Niemand wurde wegen Missachtung des Gerichts oder Nötigung angeklagt. Es geht hier nicht nur um Würde im Tod, sondern darum, ob indigene Christen in ihren eigenen Dörfern dazugehören.»

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Datum: 04.03.2026
Autor: Morning Star News / Daniel Gerber
Quelle: Christian Daily International / gekürzte Übersetzung: Livenet

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