«Peanuts» am Pranger

Lehrerin wegen Weihnachts-Botschaft vor Gericht

Ein Gericht in den USA entschied, dass ein Poster des «Peanuts»-Weihnachts-Klassiker «A Charlie Brown Christmas» («Weihnachten mit Charlie Brown») an einer Zimmertür hängen darf. Die Schulleitung hatte zunächst darauf gepocht, dass der Hinweis auf die Geburt von Jesus Christus entfernt werden muss.
Charlie Brown-Poster

Der Zeichentrick-Streifen ist traditionell und er beinhaltet die Weihnachtsgeschichte kurz und prägnant: Am Ende des Animationsfilms, das vom legendären Cartoonisten Charles M. Schulz anno 1965 gezeichnet wurde, liest Linus eine Passage aus der Bibel, die von der Geburt Jesu handelt. Anschliessend sagt er: «Für dich ist heute ein Retter in der Stadt Davids geboren, es ist Christus der Herr. Darum geht es bei Weihnachten, Charlie Brown.»

Vor die Rektorin zitiert

Laut «Fox News» hat Dedra Shannon, eine Mitarbeiterin der «Patterson Middle School» in Killeen (Texas), ein selbst gestaltetes Poster dieser Weihnachts-Episode an ihrer Bürotür aufgehängt. Nur zwei Tage später wurde sie vor die Rektorin zitiert. «Bitte hassen Sie mich nicht», eröffnete diese, «aber sie müssen das Poster wieder herunternehmen.» Das Poster könnte, so die Schulleiterin, Kinder von anderen Religionen oder solche, die gar keine haben, beleidigen. Linus könne zwar an der Tür bleiben, aber der Hinweis auf die in der Szene enthaltene Bibelstelle müsse entfernt werden. Die lokalen Schulbehörden stellten sich hinter die Schulleiterin.

Shannon wollte Linus und den Weihnachtsbaum nicht alleine stehen lassen, ohne den dazugehörigen Dialog – deshalb nahm sie das Poster zunächst ganz runter. Shannon störte sich laut «Gospel Herald» daran, dass in der Schule, wenn es um Toleranz geht, das Christentum nicht gemeint ist: «In der Schule wird von Vielfalt gesprochen. Aber eine solche ist nicht gegeben, wenn es Christen nicht gestattet ist, etwas aufzuhängen, das von Weihnachten berichtet.»

Gericht entscheidet für Plakat

Ein texanisches Gericht ordnete nun gemäss «Reuters» an, dass das Poster aufgehängt werden darf, es müsse einfach darauf stehen: «Ms. Shannon's Christmas Message» (Frau Shannons Weihnachtsbotschaft), in der gleichen Schriftgrösse wie der wiedergegebene Dialog.

Ken Paxton, Bundesanwalt von Texas, lobte den Entscheid: «Religiöse Diskriminierung gegenüber Christen ist zu einer Weihnachtstradition bestimmter Gruppen geworden. Ich bin dankbar, dass das Gericht mit diesem Urteil die Meinungsvielfalt geschützt hat.»

Auch in Deutschland in Frage gestellt

Auch in Deutschland berichtete «NDR» kürzlich von einem Infragestellen der Weihnachten in einer norddeutschen Schule. Eine Lehrerin schrieb: «Ich bin Lehrerin eines dritten Schuljahrs. Zu Weihnachten möchte ich mit meiner Klasse ein Krippenspiel aufführen. Ein muslimischer Vater hat sich nun darüber beschwert. Er meint, Deutschland sei ein säkularer Staat, und die Weihnachtsgeschichte einzuüben, sei eine unzulässige Missionierung. Ich möchte nicht klein beigeben, fühle mich aber verunsichert. Was meinen Sie?» Hier wurde die Lehrerin jedoch gestützt, indem klargemacht wurde, dass das Grundgesetz auf christlichen Werten basiere und Weihnachten ausserdem zur Allgemeinbildung gehöre.

Anders sieht es bei der deutschen Auslandsschule Istanbul Lisesi aus. Dort darf es diesmal weder Weihnachtsbräuche noch eine Erwähnung des christlichen Festes im Unterricht geben(!). Auch aus der Öffentlichkeit werden sie verbannt. Nobelpreisträger Orhan Pamuk kritisiert dieses Vorgehen (Livenet berichtete).

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Datum: 20.12.2016
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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