Muslimischer Vorsitzender

Mazyek: «Peinliche Diskussion» um Weihnachtsmärkte

Die Diskussion darüber, ob der Weihnachtsmarkt umbenannt werden sollte, etwa in «Lichtermarkt», findet der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, «peinlich».

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Aiman Mazyek
Immer wieder werden Vorschläge gemacht, christliche Feste oder Traditionen so umzubenennen, dass sich Anders- oder Nichtgläubige nicht daran stören. In Nordrhein-Westfalen wollte vor einiger Zeit der Landessprecher der Linken, Rüdiger Sagel, den Martinstag in «Sonne-Mond-und-Sterne-Fest» umbenennen, in Solingen wurde intensiv über die Umbenennung der Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt in «Winterlicht» diskutiert. In Berlin machten die Betreiber eines Weihnachtsmarktes vor zwei Jahren den Vorschlag, ab sofort nur noch vom «Wintermarkt» zu sprechen.

«Stört mich überhaupt nicht»

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, findet die Diskussion «peinlich». Gegenüber dem Domradio sagte der Muslim, ihn störe es «überhaupt nicht», wenn er jetzt überall auf Advents- und Weihnachtsmärkte stosse. «Im Gegenteil. Das erinnert auch uns Muslime an Jesus, der ja als Prophet eine ehrenhafte Position innerhalb des Islams innehat.» Jesu Mutter Maria sei sogar ein ganzer Koran-Abschnitt gewidmet, erklärt Mazyek.

Als Steigbügelhalter benutzt

Der christliche Bezug zu Weihnachten sei auf den Weihnachtsmärkten «unübersehbar und klar». Mazyek weiter: «Aber dass man die Muslime sozusagen als Steigbügelhalter und als Argumentationsfolie benutzt, um solche Sachen zu ändern, ist nicht in Ordnung.» Das kenne man bereits beim Martinszug. Sankt Martin sei ein Mann gewesen, der geteilt hat. «Das ist eine Wertvorstellung, die wir mit Christen teilen.» Da müsse kein Name geändert werden. «Wir haben uns damals empört darüber gezeigt, dass man uns da zu solchen Diskussionen vereinnahmt.»

Was machen Muslime an Weihnachten?

In seinem Buch «Was machen Muslime eigentlich an Weihnachten?» habe er deutlich gemacht, dass man nicht alles abschaffen müsse, sondern die Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten zwischen Christlichem und Muslimischem hervorheben könne.

Auf die Frage, was denn Muslime an Weihnachten tun, antwortet der langjährige FDP-Politiker: «Viele machen das, was auch andere tun. Es ist eine Zeit der Besinnung. Eine Möglichkeit, sich auf das neue Jahr vorzubereiten, ein bisschen durchzuatmen und auch die Bezüge herzustellen, worum es da religiös eigentlich geht.» 

Zum Thema:
Halloween statt Allerheiligen: Sind auch Weihnachten und Ostern bedroht?
Daniel Kosch: Wer bedroht die christlichen Werte?
Neuenburg: Krippe entfernt: Wie am kulturellen Ast gesägt wird, auf dem wir alle sitzen

Datum: 30.11.2016
Quelle: PRO Medienmagazin

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