400 Gemeinden in 15 Jahren

«Heute zählen wir nicht mehr, weil Gott uns einfach nur überrascht!»

Er war nur ein kleiner Junge aus der Wüste, ein Hirtenjunge. Und als Gott den Kenianer Benson in seinen Dienst rief, hatte der junge Mann jede Menge Einwände. Doch er ging als Missionar zurück zu seinem Nomadenstamm – und gründete in 15 Jahren Hunderte Gemeinden.

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Pastor in Kenia (Symbolbild)
Benson gehört zum Nomadenstamm der Turkana, der in Nordkenia angesiedelt ist. Bei seiner Geburt war sein Kopf angeschwollen und eine Missionarin namens Emily kümmerte sich um ihn. «Ich wurde operiert und Emily brachte mir Dinge über Gott bei.» Nur wenige Jahre später hatte er eine Vision und hörte, wie Gott zu ihm sagte: «Geh, sprich und heile die Nationen der Welt.»

«Ich helfe dir, dann lässt du mich mein Leben geniessen»

Zunächst dachte er, Gott wolle ihn in die weite Welt schicken. «Ich wusste zuerst nicht, dass er mich dazu berufen hatte, meine eigenen Leute zu erreichen. Aber Gott half mir zu verstehen, dass er mich zu meinen Leuten gerufen hat.» Diesen Ruf für sich anzunehmen, dauerte allerdings ein wenig. «Ich antwortete Gott: 'Ich helfe dir, 100 Gemeinden zu gründen. Und dann – weil ich noch so jung bin – lässt du mich bitte gehen und mein Leben geniessen, wie so viele andere junge Leute.'»

Persönliche Evangelisation

Doch das war nicht Gottes Plan für sein Leben. Im Jahr 2003 schrieb Benson sich in die Internationale Missionsschule (ISOM) in Kenia ein, die vom Missionswerk «Global Disciples» unterstützt wird. Nach seinem Abschluss ging er zurück zu den Turkana. Weniger als 2 Prozent des Nomadenvolkes hatte bislang von Gottes Wort gehört. Benson identifizierte Dörfer, die noch nie von Jesus gehört und keine Kirche hatten – es gab Hunderte davon. Zu Fuss begann er, von einem Dorf zum nächsten zu gehen. «Er kann das, einfach zu den Leuten  gehen, bei ihnen leben, sich auf ihr Level begeben, in ihren Kontext», berichtet der ISOM-Leiter. «Er versteht ihre Sprache, versteht ihre Kultur.»

«Wir zählen nicht mehr…»

Benson nahm sich für jeden Einzelnen Zeit. Menschen, die zum Glauben kamen, schulte er durch ein Jüngerschaftsprogramm von Global Disciples, ausserdem zeigte er ihnen, wie sie Kleinbetriebe aufbauen und leiten können. Geeignete Personen schulte er in christlicher Leiterschaft und Evangelisation. Und so begann sein Werk nach und nach zu wachsen. «In sieben oder acht Jahren gründeten wir 100 Gemeinden. Und in den insgesamt 15 Jahren hat sich das multipliziert; derzeit sind wir bei über 400 Gemeinden. Heute zählen wir nicht mehr, weil Gott uns einfach nur überrascht!»

Arbeit noch nicht beendet

Und sein Plan, nach 100 Gemeinden das Leben zu geniessen? Den hat er schon lange vergessen; zu gross ist seine Leidenschaft, seine Leute für Jesus zu gewinnen. Denn obschon durch Bensons Arbeit mittlerweile 48 Prozent der Turkana sich als Christen bezeichnen, 20 Prozent als evangelische Christen, ist die Arbeit noch lange nicht beendet, so Benson. «Wir machen persönliche Evangelisation. Die Menschen leben weit voneinander entfernt. Also laufe ich in jedes Dorf und verbreite das Evangelium von Jesus. Das ist nicht wie eine Grossevangelisation, wo man Menschen einladen kann und sie zu einem kommen, wo man Plakate aufhängt und Werbung am Fernsehen macht. Nein, du gehst von einer Person zur nächsten und es braucht Wochen und Monate, das Evangelium weiterzugeben.» Doch so erreicht der arme kleine Hirtenjunge aus der Wüste seine Leute, einen nach dem anderen, und hat dadurch schon Tausende zum Glauben geführt.

Zum Thema:
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Datum: 08.06.2017
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet / MNN / Global Disciples

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