Oft alleingelassen

Machen unsere Gemeinden zu wenig für Singles?

Singles sind in christlichen Gemeinen nicht besser aufgehoben als anderswo. Die Studie von ChristNet zeigt interessante neue Zusammenhänge auf und bestätigt viele Vermutungen.
Singles in Kirchen

ChristNet hat seinen Sitz in Genf. Dieses Forum will Nächstenliebe in Politik und Gesellschaft fördern. Das Motto heisst: «Nächstenliebe statt Angst», 2011 bereits seit zehn Jahren. Mit der Studie «Singlesein in evangelischen Gemeinden und Gesellschaften» beschenkt sich ChristNet selber zum Jubiläum. Diese bestätigt bisherige Vermutungen.

Die Ehe wird positiv bewertet

52 Prozent der teilnehmenden Singles sind zufrieden aber nur 22 Prozent der Paare erleben Singles als «glücklich». Einig sind sie sich, dass die Gesellschaft wie auch Kirchen und Gemeinden Singles eher negativ wahrnehmen. Anders die Ehe: Sie wird in evangelisch-freikirchlich geprägten Gemeinden mit rund 95 Prozent sehr positiv bewertet. Für 55 Prozent ist Heiraten ein Ziel, für 29 Prozent «manchmal» und für 16 Prozent gar nicht. 44 Prozent meinen, sie hätten es einfacher als Verheiratete; 27 Prozent denken, sie hätten es schwerer. 45 Prozent der Verheirateten meinen, Singles hätten es einfacher als Paare?
Die grössten Singles-Probleme: Einsamkeit, fehlende Zärtlichkeit, gesellschaftliche Isolation. 75 Prozent der Singles und 82 Prozent der Paare meinen, Alleinstehende hätten besondere Bedürfnisse. 43 Prozent der Singles geben an, Gemeinden berücksichtigten ihre Bedürfnisse nicht. 78 Prozent würden spezifische (Schulungs-)Angebote begrüssen.

Bildung als Beziehungskiller?

«Die publizierten Zahlen der (nicht repräsentativen) Online-Umfrage können allgemeine Tendenzen in evangelischen Gemeinden nachzeichnen», sagt Samuel Ninck-Lehmann. Ninck ist Koordinator von ChristNet. 62 Prozent der Teilnehmenden sind Frauen. 40% sind älter als 44 Jahre, 30% sind 30 bis 40 Jahre und neun Prozent 20 bis 25 Jahre alt. 57 Prozent sind alleinstehend, 43 Prozent leben in einer Paarbeziehung, 49 Prozent besuchten eine Uni, 30 Prozent eine Mittelschule. Die Organisatoren wiesen am ergänzenden Diskussionsforum darauf hin, dass die Bibel das Singlesein positiv bewerte und es mit einem spezifischen Auftrag verbinde. Sie sehen diesbezüglich in vielen Gemeinden Nachholbedarf.

Zum Thema:
ChristNet – Forum von ChristInnen für Soziales, Wirtschaft, Umwelt, Kultur und Entwicklung
Treffpunktsingle – Treffpunkt für Christen aus der deutschsprachigen Schweiz

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Datum: 06.08.2011
Autor: Thomas Feuz
Quelle: Livenet / ideaschweiz

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