Elf Sender betroffen

Pakistan schliesst alle christlichen TV-Kanäle

Pakistan hat alle elf christlichen TV-Kanäle als illegal erklärt, die im Land senden. Damit sind die 2,8 Millionen Christen im Land zum ersten Mal seit 20 Jahren ohne öffentlliche Medienpräsenz. Mindestens sechs Kabelfernseh-Betreiber sind zudem wegen Nichtbefolgen von Anordnungen verhaftet worden.

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Programmhinweis vom christlichen Sender Gawahi TV Pakistan
Wie die Zeitung «India Today» meldete, hat die pakistanische Medienbehörde (Pakistani Media Regulatory Authority, PEMRA) die christlichen Fernsehstationen offiziell geschlossen, nachdem sie bereits im Oktober beschuldigt worden waren, «illegal» zu sein und «keine Bewilligung» zu besitzen. Die Meldung hält fest, dass die meisten christlichen Kanäle im Ausland stationiert sind, weil die PEMRA keine Lizenzen für religiöse Sender vergibt und christliche Sendungen nur zu Weihnachten und Ostern erlaubt.

«Diskriminierung von Nicht-Muslimen»

Pater Morris Jalal, Gründer des (jetzt illegalen) Katholischen Fernsehens, verurteilte den Bann und rief die Christen im In- und Ausland auf, gegen den «verheerenden Angriff auf die Religionsfreiheit» zu protestieren. «Als Bürger haben die Christen das Recht, ihre Religion zu praktizieren, aber wenn sie uns blockieren, bedeutet das, dass nicht alle Bürger gleich sind», erklärte er in einem Interview mit Express UK. «Wir müssen gegen diese Entscheidung protestieren, und ich hoffe, der Westen tut das auch.»

Mit zweierlei Ellen gemessen

Der Korrespondent von UCA News, Kamran Chaudhry, geisselte ebenfalls die ungerechte Behandlung von Christen im Land. Er wies darauf hin, dass, obwohl Dschihadisten regelmässig Christen im Land angriffen, nicht-lizenzierte islamische TV-Kanäle im Land erlaubt seien, während die christlichen geschlossen würden. «Die Besitzer christlicher TV-Kanäle wussten, dass sie ein Risiko eingingen, indem sie religiöse Programme ausstrahlten. Aber jedermann dachte, wenn islamische Kanäle das dürfen, dann sollte das auch für Christen möglich sein.»

Er sieht aber auch einen Hoffnungsschimmer für christliche Medienarbeit in Pakistan. «Veränderungen in der Regierung, Veränderungen in der Leitung der PEMRA und Verbesserungen der Beziehungen zu Indien könnten dazu führen, dass mehr indische TV-Kanäle ins Nachbarland senden dürfen», sagte Chaudhry. «Bis dann müssen Christen und christliche Leiter die sozialen Medien nutzen und gegenüber Christen und Muslimen gegen diese ungerechte Zensur Stellung nehmen.»

Pakistan, das zweitgrösste islamische Land der Welt, rangiert auf Nr. 6 des Weltverfolgungsindex von Open Doors und hat in der Kategorie «Gewalt» die höchste Punktzahl. 

Zur Webseite:
Open Doors: Wo Christen am stärksten verfolgt werden 

Zum Thema:
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Datum: 27.11.2016
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet / Gospel Herald

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