Kolumne von Sam Urech

Selbstmitleid ist gefährlicher als jede Impfung

Unser Livenet-Kolumnist Sam Urech sorgt sich um einige ungeimpfte Menschen, die unter dem derzeitigen Druck zerbrechen und Holocaust-Vergleiche herbeiziehen.
Sam Urech (Bild: Adobe Stock / Stebastian Heeb)

Da ich weder genesen noch geimpft bin und das in Kolumnen erwähne, bekomme ich knackige Mails zum Thema. Da gibt es Impf-Fanatiker, die mich beschimpfen sowie mir hin und wieder den Erstickungstod wünschen.

Oder es schreiben Menschen, die mich mit Bibelstellen zur Impfung manipulieren wollen. Solche, die sich ganz sicher sind, dass ein «richtiger Christ» geimpft sein müsse.

Was sich gerade gewisse Geimpfte leisten, ist heftig. Falls Sie sich angesprochen fühlen, hören Sie auf, Menschen «in guter Absicht» in die Enge zu treiben! Es ist kontraproduktiv.

Das ist keine Apartheid!

Was mich mehr berührt, sind einige Schreiben von Ungeimpften, die ich erhalte. Ich verstehe die Ängste, ich spüre ja selbst den Druck, diese Zerrissenheit, diese Fragen. Ich respektiere jede Meinung.

Aber es macht mich trotzdem traurig, immer wieder solche Dinge zu lesen: «Wie beim Holocaust», was da abgehe. «Apartheid», sei es. Oder: «Ungeimpfte erleben gerade eine Inquisition.»

Falls Sie auch der Meinung sein sollten, solche Vergleiche wären zutreffend, rate ich Ihnen dringend: Bitte lassen Sie sich sofort impfen!

Je länger Sie ungeimpft bleiben, umso schlechter geht es Ihnen. Nicht unbedingt wegen Covid – sondern deswegen, was die Pandemie in Ihrem Kopf und Ihrem Herzen zerstört.

Nicht mal im Ansatz ein Holocaust

Denn Wut, Angst und Selbstmitleid sind meines Erachtens viel gefährlicher als Impfnebenwirkungen oder allfällige mRNA-Langzeitfolgen.

Und ja, es ist Selbstmitleid, wenn Sie meinen, Ihnen gehe es so furchtbar wie einem Juden in den 1930er Jahren in Deutschland. Was uns Ungeimpften passiert, ist nicht mal im Ansatz damit zu vergleichen.

Oder damit, was Dunkelhäutigen in Südafrika widerfuhr. Oder was in den katholischen Folterkellern im Mittelalter verbrochen wurde.

Niemand will uns foltern, ausbeuten oder ausrotten. Es ist nur so, dass die Impfung als einziger Weg aus der Pandemie betrachtet wird, was ich schade finde, aber nachvollziehen kann.

Da alle ganz dringend aus der Pandemie rauswollen, wird Druck auf Ungeimpfte aufgebaut. Unschön, aber für mich nachvollziehbar. Nun ist es an uns, wie wir mit diesem Druck umgehen.

Sturheit oder Kompass?

Ich habe den Eindruck, dass bei einigen Ungeimpften die Sturheit längst den inneren Kompass überstimmt. Sie radikalisieren sich und driften ab.

Sie meinen, sie würden im Guten ausharren, innerlich werden sie aber so aufgefressen, dass Geist, Körper und Seele weit mehr leiden, als 26 Booster-Impfungen jemals schaden könnten.

Fragen Sie sich bitte mal, wie oft Sie heute 2G aufgewühlt hat. Zehnmal mehr, als dass Ihr Nachbar Jesus nicht kennt? Falls ja, holen Sie die Impfung!

Und falls Sie schon geimpft sind und sich heute zehnmal mehr über Ungeimpfte aufregten, als darüber, dass Sie am Morgen keine Zeit für Ihre Bibel fanden, ordnen Sie Ihre Prioritäten!

Bitte vergeuden wir alle unsere Kräfte nicht länger auf Nebenschauplätzen.

Zum Autor:
Sam Urech ist 37-jährig, verheiratet und Vater von zwei Buben. Mit seiner Familie besucht er die Freikirche FEG Wetzikon. Sam hat viele Jahre beim Blick als Sportjournalist gearbeitet und ist heute Inhaber der Kommunikations Agentur «ratsam». Er schreibt jeden Freitag auf Nau.ch seine Halleluja-Kolumne.
Sollten Sie mit ihm Kontakt aufnehmen wollen, machen Sie das am besten via Facebook.

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Datum: 14.12.2021
Autor: Sam Urech
Quelle: Livenet

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