Bauernpräsident Markus Ritter

«Ohne Gottes Segen kann man die Herausforderungen nicht meistern»

Bauern und Bäuerinnen sind mit grossen persönlichen und politischen Herausforderungen konfrontiert. Dass es Hoffnung gibt, wurde an der Bauernkonferenz 2019 sichtbar. Über 800 Besucher liessen sich vom 11. bis 13. Januar in der Reithalle Winterthur ermutigen. Die Bauernbewegung ist auch zu einer Gebetsbewegung geworden. Alles begann vor 10 Jahren.
Lobpreis an der Bauernkonferenz
Markus Ritter
Andreas Keller

«Der Druck nimmt zu», stellte Andreas Keller, Leiter von Bauernkonferenz und Stiftung Schleife, zu Beginn klar. Mit einem Druckluftkompressor zeigte er auf, was das für Bäuerinnen und Bauern bedeutet: «Es wird immer mehr reingedrückt. Viele können nicht mehr.» Die Reissleine – wie es sie am Kompressor für den raschen Druckablass gibt – scheint dann der letzte Ausweg zu sein: Selbstmord. Aus der Ehe aussteigen. Fertig Schluss. Doch das sei nicht die Lösung.

Das Vorbild sei Jesus, der am Kreuz und davor den grössten Druck aushielt. «Wir müssen alle unsere Sorgen auf ihn werfen, denn er sorgt für uns», sagte Andreas Keller. Das sei ein aktiver Entscheid.

Gebet für den Nationalrat

Ohne den Segen Gottes könne man die Herausforderungen als Bauernfamilie nicht meistern», bekannte Nationalrat und Bauernpräsident Markus Ritter. Er berichtete am Samstagmorgen von den Zielen und Herausforderungen in der Landwirtschaftspolitik. Es sei wichtig, sich neben dem Gebet auch aktiv zu engagieren und seine Talente für die Gemeinschaft und die Schwachen einzusetzen.

Willy Oehninger und Alois Burger vom Kernteam der Bauernkonferenz beteten für Markus Ritter und segneten ihn und seine Familie. Viele Politiker – unter anderem National- und Kantonsräte – hatten in den vergangenen 10 Jahren die acht Bauernkonferenzen besucht und dabei auch für sich beten lassen.

Mehrere tausend Bäuerinnen und Bauern

Im Rückblick von Andreas Keller wurden die Meilensteine aus dieser Zeit sichtbar. Die Vision war, die Bauern zu rufen, «eine Insel von Schutz und Versorgung» zu werden. 2009 fand die erste Konferenz statt und daraus entstand eine grosse Bewegung mir mehreren tausend christlichen Bäuerinnen und Bauern. Entscheidende Schritte wurden gemacht und wichtige Themen angepackt: Miteinander der Generationen, Vergebung, Stellung der Frau, Versöhnung mit deutschen und Westschweizer Landwirten, internationale Vernetzung der Bauernbewegung und Gründung von Gebetsgruppen in der ganzen Schweiz und Deutschland.

Halbtote Tiere stehen wieder auf

Eine wachsende Gebetsbewegung mit über 500 betenden Landwirten in mehr als 60 Gebetsgruppen in der ganzen Schweiz entstand. Die Bauern erlebten in unzähligen Situationen, wie Gott durchträgt und versorgt. Ständig machen Geschichten von Wundern die Runde: Halbtote Tiere stehen nach Gebeten wieder auf, trotz widriger Bedingungen kann geerntet werden und finanzielle Löcher füllen sich. Diesen Segen wollen die Bauern nun weitergeben. Bauernhöfe seien oft Orte des Gebets und gelebter Liebe gewesen. Andreas Keller «Wir glauben, dass diese Zeit wieder kommt, wo der Schutz der Höfe aktuell sein wird. Segen wird ins Volk hinein fliessen.»

Sorgen und Siege der jungen Generation

Der Samstagabend war der jungen Generation gewidmet. «Es ist wichtig, einander zu vergeben und füreinander einzustehen», rief ein Jungbauer die Teilnehmer auf. Er sprach über das gute Zusammenleben mit seinen Schwiegereltern auf dem gleichen Bauernhof. Ein Ehepaar hatte sich durch Fehler Schulden eingebrockt: «Gott gebrauchte das, damit wir ein völlig anderes Denken im Umgang mit Geld bekommen, eine neue Abhängigkeit von Gott.» Ein junger Mann erzählte von der Last, wenn Eltern in Sorgen und Depressionen gefangen sind: «Für uns Junge ist das immer schwer. Viele Junge sehen keine Perspektive mehr und gehen fort.»

Mit Gottes Hilfe die Riesen bodigen

Diesen Herausforderungen stellte Erich Reber vom Kernteam der Bauernkonferenz einen Text aus der Bibel entgegen. Als das Volk Israel sein neues Land einnehmen sollte, waren die Kundschafter verängstigt wegen der starken Menschen und Städte. Mit zwei Ausnahmen: «Kaleb und Josua wussten: Mit Gottes Hilfe können wir die Riesen bodigen», sagte Erich Reber. Er ermutigte die Landwirte, nahe am Herzen Gottes zu bleiben und ihm gehorsam zu sein. Andreas Keller stiess ins gleiche Horn: «Die Power, die Gott in euch gelegt hat, soll wirksam und sichtbar werden. Bete, komm heraus und handle!»

Zum Thema:
Bauernkonferenz 2019: Den Bauern des Landes geistlich den Rücken stärken
Bauernkonferenz 2017: Eine Bewegung von Hoffnungsträgern
Bauernkonferenz Winterthur: «Bauern prägen die Gesellschaft»

Datum: 14.01.2019
Autor: Jonas Munz
Quelle: Stiftung Schleife

Werbung
Livenet Service
Werbung