Abkehr von Christentum

Viele Briten fürchten Auswirkungen

Die öffentliche Meinung in England ist weiterhin gespalten (Symbolbild)
Eine neue Umfrage hat weit verbreitete Befürchtungen offenbart, dass eine weitere Abkehr von Grossbritanniens christlichem Erbe zukünftige Generationen negativ beeinflussen könnte.

Etwas mehr als die Hälfte der Briten (52 Prozent) teilt diese Sorge, laut einer Umfrage unter 2’095 Erwachsenen, die von der Forschungsorganisation «Whitestone Insight» im Auftrag des anglo-katholischen Studienzentrums «Pusey House» in Oxford, des «Danube Institute» in Budapest und der «International Reagan-Thatcher Society» durchgeführt wurde.

Im Gegensatz dazu waren nur 19 Prozent der Befragten der Ansicht, dass eine solche Entwicklung positive Auswirkungen auf die Gesellschaft hätte. Eine Mehrheit der Befragten sieht weiterhin eine positive Rolle des Christentums im öffentlichen Leben. Mehr als die Hälfte (58%) sagt, dass es einen konstruktiven Beitrag dazu leisten könne, wie Grossbritannien regiert wird – sei es durch moralische Orientierung oder durch praktischen Einfluss.

Moralisches Verständnis geht verloren

Andrew Hawkins, Geschäftsführer von Whitestone Insight: «Während sich die Debatte über Grossbritanniens Zukunft zuspitzt, weist die Umfrage auf eine zentrale Herausforderung für Politik, Kirchen und zivilgesellschaftliche Institutionen gleichermassen hin. Kann moralische Erneuerung durch gemeinsame Verantwortung und gelebtes Beispiel wieder aufgebaut werden – oder wird moralische Verunsicherung weiterhin in Polarisierung und Identitätspolitik kanalisiert?»

Die Umfrage legt nahe, dass viele Menschen glauben, Grossbritannien erlebe den Verlust eines gemeinsamen moralischen Verständnisses. 60 Prozent stimmt der Aussage zu, dass das Land einen klaren kollektiven Sinn für richtig und falsch verloren hat, während nur 11 Prozent der Meinung ist, dass Grossbritannien heute klare, weithin geteilte Werte und stabile Institutionen besitzt.

Offen für verwurzelte Moral

Trotzdem deuten die Ergebnisse darauf hin, dass viele Menschen weiterhin offen für moralische Rahmenvorstellungen sind, die in der Tradition verwurzelt sind. Fast zwei Drittel (65%) der Befragten sind der Meinung, dass sowohl individuelle Freiheiten als auch kollektive moralische Verantwortung gleichermassen wichtig sind, um eine stabile Gesellschaft aufrechtzuerhalten.

Die öffentliche Meinung ist weiterhin gespalten darüber, ob Grossbritannien noch als christliches Land betrachtet werden sollte. Mehr als ein Drittel (39%) ist der Ansicht, dass es weiterhin eine christliche Nation ist, während die Hälfte glaubt, dass es früher so war, diese Identität jedoch inzwischen verloren hat. Mehr als jeder Zehnte (13%) sagte, Grossbritannien habe nie eine christliche Identität gehabt.

Jüngere Erwachsene scheinen etwas aufgeschlossener als Menschen mittleren Alters gegenüber dem Einfluss des Christentums auf die Gesellschaft zu sein. Damit widersprechen sie der weit verbreiteten Annahme, dass jüngere Generationen einheitlich ablehnend gegenüber Religion seien.

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Datum: 13.03.2026
Autor: Obianuju Mbah / Daniel Gerber
Quelle: Christian Today / gekürzte Übersetzung: Livenet

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