Kommentar: Sind Christen in Europa auch bedroht?

Die freie Ausübung des christlichen Glaubens - wie lange ist das in Europa noch ohne Probleme möglich?

Was wie ein Thema vergangener Zeiten oder ferner Länder erscheint, erleben einige in Einzelfällen bereits im alltäglichen Leben (siehe die Meldung: Christenverfolgung auch in Europa?). Noch können Christen in Mitteleuropa ihre Beziehung zu Jesus Christus in Freiheit leben. Vielleicht stehen aber doch rauhere Zeiten bevor. Konkrete Vorkommnisse in einigen EU-Staaten weisen in diese Richtung.

In den Niederlanden gibt es schon seit vielen Jahren ein Antidiskriminierungsgesetz, das auch auf Homosexuelle ausgedehnt worden ist und als Höchststrafe im Vergehensfall Gefängnis bis zu einem Jahr vorsieht. Dieses Gesetz ist keineswegs nur ein Papiertiger. Das Haager Gericht stellte fest, dass es zwar erlaubt sei zu glauben, dass die Bibel Homosexualität zurückweist, jedoch nicht, solche Überzeugungen in die Öffentlichkeit zu tragen.

FECRIS (Europäische Föderation der Zentren für Forschung und Information bezüglich des Sektenwesens), eine Dachorganisation von Anti-Sekten-Vereinen, machte negative Schlagzeilen: Durch ein «Gutachten» der FECRIS Gruppe FRI wurde ein Mitglied einer christlichen Gruppe in Schweden als «religiös verwirrt» diagnostiziert und unschuldig 60 Tage lang in eine Psychiatrie eingesperrt. Das Drama endete erst, als ein unabhängiger Arzt den Betroffenen als völlig normal diagnostizierte.

In Frankreich kann Evangelisation als «Gehirnwäsche» und «psychologische Druckausübung» gerichtlich verfolgt werden. In Belgien wurde der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) vom Geheimdienst beobachtet. US-amerikanische Jugendliche wurden kurzerhand von belgischen Behörden wegen einer Strassenevangelisation abgeschoben. Es gäbe noch viele Beispiele.

Mehr als die Hälfte aller in einer Studie befragten britischen Christen wurden schon einmal wegen ihres Bekenntnisses in irgendeiner Form verfolgt oder diskriminiert. Jeder Fünfte hatte aus religiösen Gründen bereits Schwierigkeiten am Arbeitsplatz. Manche Christen sind überzeugt, ihr Glaube hätte sich nachteilig auf ihre beruflichen Karrierechancen ausgewirkt.

Christen werden in den nächsten Jahren immer mehr unter Druck gesetzt werden. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz ist ein erster Schritt in diese Richtung. Dieses Gesetz könnte so ausgelegt werden, dass jeder Christ, der evangelisiert, angezeigt werden kann, da diese Tätigkeit andere Menschen diskriminiert.

Thomas Schirrmacher, reformierter Theologe sagt: «Christenverfolgung beginnt normalerweise mit einer Desinformationskampagne. Das war schon bei den alten Römern so, dass die Meinung verbreitet wurde, Christen würden beim Abendmahl Kinder töten. Die Desinformationskampagne geht dann zur Diskriminierung über, das heisst einer sehr starken Benachteiligung in vielen Bereichen des Lebens, und schliesslich zu Übergriffen von Seiten des Staates in rechtlicher Weise. Dazu gehören verschiedene Verbote und Verhinderungen. Die schlimmste Stufe ist dann eben, dass es den Christen an Leib und Gut geht.»

Noch könnte man Widerstand leisten. Der beste Widerstand besteht darin, dass möglichst viele Menschen Christen werden. Steht auf und macht mit.

Datum: 07.11.2009
Autor: Bruno Graber
Quelle: Livenet.ch

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