Die Familie

«Die grösste Bühne, auf der du jemals stehen wirst…»

Justin Stuart
Der Autor und YouTube-Star Justin Stuart ermutigt Eltern, die Zeit mit ihrer Familie zu priorisieren und ihren Kindern den christlichen Glauben vorzuleben.

Justin Stuart ist Mitbegründer des beliebten YouTube-Kanals JStu (mit aktuell 8,62 Mio. Abonnenten) und inzwischen Autor von «The Blobs», einer Fantasy-Buchreihe für Kinder. «Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen – wofür ich sehr dankbar bin. Meine Eltern waren immer sehr engagiert in meiner Erziehung. Ich war ein sehr offenes, energiegeladenes Kind. Meine Mutter macht immer Witze darüber, dass sie nach mir fast keine Kinder mehr bekommen hätte, weil ich so viel Energie hatte!»

Schon als Kind liebte es Justin Stuart, Menschen zu unterhalten. «Ich habe den Freunden meines Vaters etwas vorgesungen, wenn sie zu Besuch waren. Als ich etwas älter war, schenkten mir meine Eltern eine Kamera – so eine, in die man noch Kassetten einlegte – und ich drehte mit meiner Schwester und später mit meinem Nachbarn Andrew jede Menge Videos. Mit der Zeit bekam ich eine Digitalkamera, und das befeuerte meine Leidenschaft für das Filmemachen noch mehr. Andrew ist heute mein Geschäftspartner, und wir begannen, alle möglichen Videos zu produzieren – Sketche, Streiche – und sie auf YouTube hochzuladen.»

Früh geprägt

Zuhause war der Glaube immer Teil der Gespräche. «Mein Vater war strukturierter und strenger, während meine Mutter kreativ und offen war. Ich durfte die gesunden Seiten beider kennenlernen – mein Vater sprach mit mir darüber, die Schule ernst zu nehmen, meine Mutter unterstützte und ermutigte mich. Wir machten als Familie Bibelstudien. Meine Eltern führten mit uns ‘Dankbarkeitsjournale’, in die wir jeden Tag schrieben, wofür wir dankbar waren.»

Seine Eltern haben ihm nichts aufgezwungen, «aber sie haben den Glauben eindeutig vorgelebt. Ich musste meine eigene Entscheidung treffen, doch von Glauben umgeben zu sein, machte es für mich ganz natürlich.»

Es gab eine gute Balance aus Freiheit und Verantwortung: «Erledige deine Aufgaben, kümmere dich um deine Pflichten, und dann konntest du draussen spielen und Spass haben.»

«Was glaube ich wirklich?»

Wenn man das Elternhaus verlässt, muss man anfangen, selbst zu denken, so Justin Stuart. «College, Auszug, Heirat mit 21 – all diese Schritte zwingen einen dazu, sich zu fragen: ‘Was glaube ich wirklich?’ Ich musste in mich gehen, Verantwortung für mich übernehmen und selbst entscheiden. Ich habe intensiv in der Bibel gelesen, mich mit Apologetik beschäftigt, Predigten gehört und verschiedene theologische Richtungen erkundet. Ich musste klären, was ich wirklich glaube – nicht nur das, was man mir beigebracht hatte. Das Fundament, das meine Eltern gelegt haben, ist geblieben, aber ich habe mir Zeit genommen, den Glauben zu meinem eigenen zu machen.»

Zu wissen, dass er geliebt wird und dass man an ihn glaubt, hat ihm geholfen, sich zu entfalten. «Wenn meine irdischen Eltern mich so lieben können, dann ist das ein kleiner Vorgeschmack darauf, wie viel mehr Gott mich liebt. Das hat mein Selbstvertrauen enorm gestärkt.»

«…damit sie aufblühen können»

Justin Stuart mit seiner ersten Tochter

Justin Stuart hat mit 21 geheiratet. «Wir haben drei Kinder – meine älteste Tochter ist sieben Jahre alt, mein Sohn ist fünf, und unsere jüngste Tochter ist ein Jahr alt. Mein erstes Kind wurde geboren, als ich 25 war.»

Kinder zu haben, sei die prägendste und formendste Phase seines Lebens. «Kinder können dich entweder reifen lassen oder dich an deine Grenzen bringen. Man muss in sich hineinschauen und entscheiden, ob man gleichbleibt oder wächst. Ich musste an mir arbeiten, der bestmögliche Vater sein und das Leben auf neue Weise schätzen lernen. Kinder bringen so viel Verantwortung und Freude. Ohne Kinder lebt man leicht egoistisch, aber mit ihnen lernt man, sich selbst zurückzunehmen und seine Kinder zu fördern, damit sie aufblühen.»

Aus Fehlern lernen

Er und seine Frau hätten viele Fehler gemacht, «aber es kommt darauf an, wie man aus Fehlern wächst, statt sich von ihnen definieren zu lassen. Es ist eine Reise – genauso wie im Glauben lernen wir, besser zu lieben, zu unterstützen und angemessen zu erziehen.»

Eine weitere Herausforderung ist die familiäre Einheit. «Ich möchte, dass wir unser Leben gemeinsam gestalten und nicht jeder seinen eigenen Weg geht. Ich möchte, dass meine Kinder sehen, was es bedeutet, Christus nachzufolgen – nicht nur davon hören. Das bedeutet, bewusst Zeit miteinander zu verbringen, gemeinsam Gott zu loben und Entscheidungen als Familie zu treffen. Ich ziehe mich inzwischen von YouTube zurück, was uns mehr Freiheit gibt, uns auf die Familie zu konzentrieren.»

«Die grösste Bühne»

Weniger gut funktioniere es, wenn man zu beschäftigt ist oder der Alltag zu zersplittert ist – dann ist es schwieriger, den Glauben im Zentrum zu halten. «Aber wir passen immer wieder Dinge an und versuchen, es besser zu machen, indem wir sicherstellen, dass die Familie Priorität hat.»

Justin Stuart reflektiert: «Ich würde sagen: Die grösste Bühne, auf der du jemals stehen wirst, ist nicht vor Millionen von Abonnenten oder Fans, sondern vor deiner Familie. Verliere nicht aus den Augen, was wirklich wichtig ist. Auszeichnungen und Ruhm sind vergänglich, aber Familie ist unbezahlbar. Stelle deine Ehefrau und deine Kinder über deinen Beruf oder öffentlichen Erfolg.»

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Datum: 04.03.2026
Autor: Premier NexGen / Daniel Gerber
Quelle: Premier NexGen / gekürzte Übersetzung: Jesus.ch

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