Der Maler der Reformation

Er reformierte mit Pinsel und Ölfarben

Lucas Cranach der Ältere war der wichtigste Künstler der Reformation. Auf sein Wirken geht das Wittenberger Reformationsalter zurück oder das weltbekannte Gemälde, das Martin Luther zeigt.

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Lucas Cranach der Ältere
In einer Serie über prägende Kulturschaffende der Reformation rückt die «Deutsche Bibelgesellschaft» (DBG) Lucas Cranach ins Zentrum. Vermutet wird, dass Lucas Cranach 1472 in Kronach geboren wurde – unter dem Nachnamen Moler.
Zunächst dürfte er in Vaters Werkstatt eine Handwerker-Ausbildung durchlaufen haben und später, wie damals üblich, auf Wanderschaft gegangen sein.

Schon ab 1501 galt er als hochgeschätzter Meister in Wien, der Grössen der Universität malte. Laut DBG gilt bereits sein Werk «Kreuzigung Christi» aus dem Jahr 1503 bei Kunsthistorikern als erster Höhepunkt seines Wirkens als religiöser Maler.

Er malt für die Reformation

Zwei Jahre später berief ihn der Kurfürst Friedrich der Weise als Hofmaler nach Wittenberg. Der Kurfürst strebte danach, den Ort zur Universitäts- und Residenzstadt zu formen. Cranach übernahm die Malerwerkstatt im Schloss von Wittenberg. Zu seinen Aufgaben gehörte unter anderem, die Ausstattung von Kirchen zu kreieren.

Durch den Buchdruck fand seine Kunst zusehends Eingang in Buchwerke und biblische Blätter.

Cranach wirkte mehrmals als Bürgermeister der Stadt, heiratete 1511 Barbara Brengebier, Tochter von Jobst Brengebier, dem Bürgermeister von Gotha, mit der er fünf Kinder hatte. Ab diesem Jahr führte er zudem einen Weinausschank.

1520 malte er erstmals ein Porträt von Martin Luther, zum Reformator entwickelte sich bald eine Freundschaft. Von Beginn weg setzte sich Cranach für die Reformation ein.

Schliesslich legte sich Cranach auch eine Apotheke zu, daneben wurde er Buchhändler und Verleger. Unter anderem gab er 1522 Martin Luthers «Septembertestament» heraus.

Kriegsgefangen

Eine seiner beliebtesten Illustrationen ist der Holzschnitt mit der Schöpfungsillustration «Gott segnet die Schöpfung», in der Erstausgabe der Lutherbibel von 1534.

Im Schmalkaldischen Krieg wird Kurfürst Johann Friedrich der Grossmütige 1547 durch die Truppen des Kaisers gefangen genommen. Friedrich bittet Lucas Cranach, ihm in die Gefangenschaft nach Augsburg zu folgen, was er drei Jahre später tut.
Zwei Jahre später lebte er im Haus seiner Tochter in Weimar, wo er ein Jahr später mit 81 an Altersschwäche stirbt.

Noch heute faszinierend

«Die Cranachs wussten die drängenden Themen ihrer Zeit geschickt zu verarbeiten», zitiert die DBG Sonja Poppe, Autorin des Buches «Bild und Bibel – die Cranachschule als Malwerkstatt der Reformation». Noch heute würde die eingängige Bildersprache den Betrachter in den Bann ziehen.

Cranachs Sohn Lucas Cranach der Jüngere wirkte ebenfalls im Atelier seines Vaters mit, später übernahm er die künstlerische Werkstatt und wurde ebenfalls Ratsmitglied und Bürgermeister. Cranachs Enkel Augustin und Urenkel Lucas führten die Mal-Tradition fort.

Zum Thema:
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Datum: 14.08.2015
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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