Vor drohender Schliessung

Eine Gemeinde wird zum Bauernhof

Die Kirche «All Saints» stand vor der Schliessung. Doch dann kamen Flüchtlinge – und mit ihnen eine ganz neue Motivation. Und so wagte Pastor Michael Spurlock das scheinbar Unvernüftige – und verwandelte seine Gemeinde in einen Bauernhof.

Zoom
In dieser Szene aus dem Film «All Saints» ist im Hintergrund die gleichnamige Kirche zu sehen.
2007 wurden die Spurlocks in eine Kleinstadt in Tennessee beordert, an die Episkopal-Gemeinde «All Saints» (Alle Heiligen) in Smyrna. Gemeindeglieder gab es nur noch ein paar Dutzend, der Schuldenberg war überwältigend. «Ich kam gerade aus der Ausbildung, hatte noch nie eine Gemeinde geleitet», sagte Michael Spurlock im Interview mit «The Gospel Herald».

«Ich hatte keine Ahnung. Wir sollten überlegen, was sinnvoll wäre: die Gemeinde schliessen, oder erstmal nur die Immobilie verkaufen. Oder konnte man die Gemeinde doch wieder zum Laufen bringen? So hat es angefangen...»

«Dann kamen die Flüchtlinge…»

Die Kirchenleitung beschloss, die Gemeinde aufzulösen – aber dann kamen überraschend Flüchtlinge aus Myanmar zu ihnen. Die Gemeinde zögerte. Da war erst einmal das Sprachproblem: Würden sie den Flüchtlingen wirklich Freundschaft, Ermutigung und Rat geben können? Sie waren so wenige, und Geld hatten sie weniger als keines!

«Als die Flüchtlinge auftauchten, mussten wir eine beherzte Entscheidung fällen. Es war eine 180-Grad-Wende», erinnert sich Michael.

Mit Gott auf dem Traktor

Im Angesicht der drohenden Schliessung hatte Michael eine ungewöhnliche Idee: Er beschloss, das Gemeindegelände landwirtschaftlich zu nutzen. Die Kirchenleitung hielt nichts davon; so mussten sie alles auf eine Karte setzen und im Glauben handeln. «Ich habe mich oft so unfähig gefühlt und die Probleme waren riesig», gibt Michael zu. «Aber Gott hat mich durchgetragen. Er hat mich immer ermutigt, wenn ich es brauchte.»

Gemeinsam mit den Flüchtlingen legten sich die Leute von «All Saints» mächtig ins Zeug, sie pflügten und säten, pflanzten und gossen – und ernteten mehr, als sie essen konnten. Von dem Erlös bezahlten sie die laufenden Rechnungen. Und der Schuldenberg wurde auch kleiner. «Wir haben gebetet, ohne Gottes Hilfe wäre das nicht möglich gewesen», so Michael weiter, «und Gott hat uns versorgt, über Bitten und Verstehen. Es war zu spüren: Gott war da.» Zehn Jahre nach Ankunft der Spurlocks ist die Gemeinde so gut aufgestellt wie noch nie, sie blüht und gedeiht.

«Gastfreundschaft weckte die Gemeinde von den Toten auf»

Michaels Fazit: «Wir haben Gastfreundschaft geübt, und die Gemeinde ist von den Toten auferstanden. Wir haben das Gebot Jesu befolgt: Liebt einander, nehmt die Fremden auf und fragt nicht lang, ob jemand zum Gottesdienst kommt oder nicht. Wir waren einfach offen für alle, und das hat alles verändert. Was Gott daraus gemacht hat, das hätten wir uns nie träumen lassen!»

Diese ermutigende Geschichte kann man jetzt nacherleben – am 25. August 2017 brachte «Affirm Films» eine Originalschauplatz-DVD heraus: «All Saints». Die Spurlocks wünschen sich, dass sie andere anregt, ebenfalls ihr Herz und ihre Kirchentüren für diese «Geringsten der Brüder Jesu» (Matthäus, Kapitel 25, Vers 40) zu öffnen.


Zum Thema:
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Datum: 15.02.2018
Quelle: Joel News

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