Clean Clothes Campaign startet Aktion zur Fussball-WM

Zürich. Am 1. Mai hat die Clean Clothes Campaign eine so genannte "Fair Pay"-Aktion in der Schweiz gestartet. Die von der Erklärung von Bern, Fastenopfer und Brot für alle getragene Kampagne will mit ihrer Aktion auf die unhaltbaren Zustände in der Sportbekleidungsindustrie aufmerksam machen. Dies mit Blick auf die Fussball-Weltmeisterschaft 2002, für die "bereits Millionen von Schweizer Franken verschoben wurden", betonte die Clean Clothes Campaign in einem Communiqué.

Die "Fair Pay"-Aktion richtet sich direkt an Fifa-Präsident Sepp Blatter und fordert ihn auf, einen vollständigen sozialen Kodex bei sämtlichen Fifa-Lizenznehmern und WM-Sponsoren durchzusetzen. „Wir verstehen die Aktion als Schweizer Beitrag zur Fussball-WM 2002“, erklärte "Fair Pay"-Koordinator Stefan Indermühle. Mit der Aktion sollen "mindestens 2002 Unterschriften und Ideen" gesammelt werden, wie die Fifa die Arbeitsbedingungen in den Sportartikelfabriken verbessern könnte, die für global agierende Grossfirmen wie adidas, Nike und Puma produzieren.

Nebst Löhnen, die unter dem Existenzminimum sind, dulden laut Angaben der Clean Clothes Campaign die Weltkonzerne bei ihren Sportbekleidungsproduzenten menschenunwürdige und gesundheitsschädigende Arbeitsbedingungen, Unterdrückung sowie übermässige und nicht speziell entschädigte Überstunden.

Ein Faltblatt, das über Sportbekleidungsfabriken in El Salvador und Indonesien informiert, gibt Sportbegeisterten und Fussballfans die Möglichkeit, selber aktiv zu werden. Die gesammelten Unterschriften und Vorschläge werden im Sommer 2002 dem Fifa-Präsidenten persönlich überreicht.

Die Clean Clothes Campaign erinnert daran, dass die Fifa in diesem Jahr erstmals eine Weltmeisterschaft mit einem humanitären Zweck verbinde. Zusammen mit der Unicef setze sich Sepp Blatter in diesem Jahr für die Rechte der Kinder in Indien und Pakistan ein. Auch die Clean Clothes Campaign begrüsse diese Anstrengung der Fifa gegen Kinderarbeit. Da die Aktion der Fifa jedoch nur einen kleinen Teil jener Betriebe betreffe, die die Tausenden von der Fifa lizenzierten Produkte herstellen, reiche dies bei weitem nicht.

Datum: 03.05.2002
Quelle: Kipa

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