WM-Kicker müssen sich zum ersten Mal auch Blutkontrollen stellen

Erstmals in der Geschichte des Fussballs gibt es bei der diesjährigen Weltmeisterschaft Bluttests und Trainingskontrollen.

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Damit hat der Fussball-Weltverband Fifa auf die spektakulären Dopingaffären während der Olympischen Winterspiele von Salt Lake City reagiert, wo mehrere Athleten der Einnahme des Blutdopingmittels Nesp überführt worden waren.

Während der WM werden pro Spiel zwei Akteure jedes Teams ausgelost und zum Test gebeten. Die Kontrollen nimmt ein unabhänigiges medizinisches Komitee vor. Wird ein Spieler ertappt, ist nicht mehr wie bisher das WM-Organisationskomitee, sondern der Disziplinar-Ausschuss der Fifa für die Bestrafung zuständig.

Dopingtests gibt es jedoch nicht nur nach jedem WM-Spiel. Die Kontrolleure haben angekündigt, unangemeldet auch in den Mannschaftsquartieren aufzutauchen. Nicht angekündigte Kontrollen hat es bereits in den Trainingslagern gegeben.

Die Kontrollpraxis im Profi-Fussball wurde bis dato eher lasch gehandhabt. In der Bundesliga etwa gibt es etliche Kicker, die noch nie in ihrem Leben kontrolliert worden sind. Entsprechend gering ist die Zahl der ertappten Sünder. Dagegen sind in Ländern wie Frankreich und Italien, in denen strengere Dopinggesetze gelten, vergleichsweise viele schwarze Schafe aufgespürt worden. Zum Vergleich: Während in der Bundesliga pro Saison 600 Urinproben vorgenommen werden, sind es in der italienischen Serie A zehn Mal so viele.

Die Fifa zielt nach eigenen Aussagen auf eine Harmonisierung der Dopingbestimmungen. "Unsere Strategie ist, dass alle 204 Nationalverbände die gleichen Dopingregularien haben wie die Fifa", so Professor Jiri Dvorak vom sportmedizinischen Fifa-Komitee. "Wenn wir neue Tests vorsehen, dann haben sie auch Gültigkeit für die Nationalverbände." Erst kürzlich hatte die Fifa beschlossen, sich als letzter der 35 Sommersportverbände der Weltdopingagentur anzuschliessen. Dieser Beschluss jedoch ist eher symbolisch, da die Fifa nach wie vor die Höhe der Strafen für Dopingsünder selbst bestimmt.

Das grösste Problem im Profi-Fussball stellen derzeit Anabolika dar. Sowohl in Frankreich als auch in Italien sind etliche Spieler mit Spuren von Nandrolon im Urin erwischt worden. Die ausgesprochenen Strafen fielen etwa mit vier Monaten für Josep Guardiola (Brescia Calcio) und fünf Monaten für Jaap Stam (Lazio Rom) jedoch vergleichsweise gering aus.

Datum: 17.06.2002
Autor: Pete Smith
Quelle: Ärztezeitung

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