Widersprüche in den Medien

Man darf «islamischer Terror» sagen

In einem Facebook-Post geht der islamische Buchautor Hamed Abdel-Samad auf die widersprüchliche Berichterstattung der Medien ein. Warum, so seine Hauptthese, ist es diffamierend, von «islamischem Terror» zu sprechen, wenn dieser empirisch bewiesen ist?

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Der ägyptisch-deutsche Buchautor Hamed Abdel-Samad ist für seine islamkritischen Werke bekannt.
«Wenn innerhalb eines Jahres hunderte christliche Terroristen in über 50 Staaten Terroranschläge verübt und sich dabei auf die Bibel berufen hätten, würden die meisten Medien, ohne mit der Wimper zu zucken, vom 'christlichen Terrorismus' sprechen, und das zurecht. Warum ist es dann diffamierend gegenüber dem Islam, das zu behaupten, wenn wir das empirisch beweisen können?»

«Buddhistischer Terror», aber kein «Muslimischer Terror»?

So hat der bekannte islamische Buchautor Hamed Abdel-Samad im Rahmen eines Facebook-Kommentars auf die Widersprüchlichkeit der medialen Berichterstattung hingewiesen. Der Muslim erinnert daran, dass das «Times Magazine» bereits vom buddhistischen Terror in Bezug auf die Gewalt gegen Muslime in Burma sprach. «Sind die Terroristen aber Muslime, die sich auf den Koran berufen, dann will man keinen Zusammenhang mit dem Islam sehen.» Für ihn sei es keine Diffamierung aller Muslime, wenn man vom «islamischen Terror» spreche.

Friedliches Verhalten aus Vernunft

Dass die meisten Muslime keine Gewalttaten verüben, sei laut Abdel-Samad aber nicht dem Islam zu verdanken. «Der Islam legitimiert Gewalt gegen Ungläubige, legitimiert Diskriminierung von religiösen Minderheiten und das Schlagen von Frauen. Dass viele Muslime das nicht tun, haben wir nicht dem Islam zu verdanken, sondern dem Pragmatismus und Vernunft derer, die das nicht tun», so der Publizist.

Man könne daher sagen, dass nicht jede Entscheidung oder jeder Tat eines Muslims allein am Islam liege. Man könne aber auch nicht sagen, dass Sauberkeit, Tüchtigkeit, Ehrlichkeit, Polygamie, Hass gegen Ungläubige, Gewalt gegen Frauen und Diskriminierung von Minderheiten und fünf Mal am Tag Beten nichts mit dem Islam zu tun haben.

«Der Terror hat viele Ursachen, die zusammenkommen müssen, damit einer Terrorist werden kann. Die soziale Situation, die weltpolitische Lage, die Persönlichkeitsstrukturen spielen dabei eine wichtige Rolle. Aber auch die Religion und was sie über den Dschihad und die Ungläubigen sagt und was sie dem Märtyrer nach dem Tod verspricht, sind zentrale Ursachen. Warum ist es dann diffamierend, das zu behaupten, wenn wir das empirisch beweisen können?», fragt der Publizist.

Zum Thema:
Nach Terrorangriffen in London: Erzbischof Welby: Islam muss Verantwortung übernehmen
Justin Welby: «Nicht mehr sagen, ISIS hätte nichts mit dem Islam zu tun»
«Islam in der Krise»: Ein Buch, das vielen gängigen Deutungsmustern widerspricht

Datum: 09.11.2017
Autor: Willy Gautschi
Quelle: Livenet / kath.net

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