Change! – Thesen für die Kirche

Einheit im Glauben ist möglich – und wird die Welt verändern!

Vor 500 Jahren hatten Luther, Zwingli und Co. den Mut, Glaubenssätze und Traditionen, die von der Kirche als einzige Wahrheit verkauft wurden, zu hinterfragen. Nach wie vor sind die Kirchen reformbedürftig. Livenet bringt daher Thesen zur Inspiration. Heute hat Markus Brunner von der Heilsarmee Luzern das Wort.

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Markus Brunner mit seiner Ehefrau Eva
These:

Wenn wir den Begriff in Christus nicht mehr mit unserer persönlichen Erkenntnis verwechseln, sondern als Begegnungszone von Christen aus verschiedenen Traditionen verstehen, wird Einheit im Glauben möglich – und diese wird die Welt verändern!

«Kirche? Nein, danke! Die ist verantwortlich für Kreuzzüge und Hexenverbrennungen!» Solche Sätze kennen wir doch alle. Um ehrlich zu sein: In meiner Jugendzeit warf ich mit ähnlichen Worten um mich. Ich wandte mich bewusst von der römisch-katholischen Kirche ab. Ich war überzeugt: Die Kirche täuscht sich.

Mit 18 Jahren begann ich dann aus einer persönlichen Not heraus in der Bibel zu lesen. Und ich war überrascht: Gott beantwortete mir meine Lebensfragen! Als ich zur Apostelgeschichte kam, wurde in mir ein neuer Wunsch geweckt: Ich will so leben wie die ersten Christen! Deshalb wollte ich mich auch taufen lassen, um durch Handauflegung den Heiligen Geist zu empfangen – wie in der Apostelgeschichte!

Von Begeisterung für Denomination zu Begeisterung für Christus

So kam ich schliesslich zur Pfingstgemeinde. Ich war begeistert von dieser Bewegung und stolz darauf, ihr anzugehören. Später führte mich der Herr Jesus durch eine Vision in die Heilsarmee. Ich gehorchte und wechselte mit meiner Frau zusammen die Denomination. Um ehrlich zu sein: Unsere Begeisterung hielt sich in Grenzen. Viele Traditionen waren uns fremd. Trotzdem erlebten wir: Gott war mit uns – und auch mit der Heilsarmee. Meine Begeisterung über eine Denomination wurde verwandelt in eine Begeisterung für Christus – der in allen Christen wirkt, die ihm aufrichtig nachfolgen.

Vor drei Jahren zogen meine Frau und ich nach Luzern, um die Heilsarmee dort neu aufzugleisen. Hier pflege ich Kontakte zu Christen, die sich zur römisch-katholischen Kirche zählen und sich für diese engagieren. Und wieder staune ich, wie Christus in Menschen wirkt, die ihm aufrichtig nachfolgen. Egal, welcher Kirche sie angehören.

Diskutieren oder sich in Christus treffen

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Markus Brunner

Wenn ich mit Christen aus Freikirchen über die Gemeinschaft mit römisch-katholischen Christen spreche, höre ich oft den «Maria-Einwand». Und ja, auch für mich bleibt die Stellung, die Maria für so viele Katholiken hat, schwierig. Und genau hier müssen wir uns entscheiden: Wir können über theologische Fragen diskutieren, debattieren und streiten – oder uns in Christus treffen.

Wenn ich davon spreche, uns in Christus zu treffen, verstehe ich Jesus Christus als geistlichen «Ort der Begegnung». Strittige Fragen werden nicht ausgeblendet, aber auch nicht mehr ins Zentrum gestellt. Authentische Gemeinschaft und gemeinsame Anbetung werden möglich.

Gemeinschaft statt Angst

Viele Christen zögern. Sie haben Angst vor geistlicher Verführung. Ich kann sie gut verstehen. Auch mir ging es früher so. Doch heute frage ich mich: Was kann uns passieren, wenn wir in Christus Gemeinschaft pflegen? Die Bibel wartet mit einer positiven Antwort auf: Es kann passieren, dass die Welt zu glauben beginnt!

Es ist an der Zeit, dass wir den Begriff in Christus nicht mehr mit unserer persönlichen Erkenntnis verwechseln, sondern als Begegnungszone von Christen aus verschiedenen Traditionen verstehen. Es ist an der Zeit, dass wir in Christus voneinander lernen. Gemeinschaft in Christus wird die Welt mehr verändern als wir ahnen.

Jesus Christus betete: «Ich bitte aber nicht nur für sie, sondern für alle, die durch das Zeugnis meiner Jünger von mir hören werden und an mich glauben. Sie alle sollen eins sein, genauso wie du, Vater, mit mir eins bist. So wie du in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns fest miteinander verbunden sein. Dann werden sie die Welt überzeugen, dass du mich gesandt hast.» (Johannesevangelium, Kapitel 17, Vers 20-21)

Zum Autor:

Markus Brunner ist verheiratet, hat vier erwachsene Kinder und leitet zusammen mit seiner Frau die Heilsarmee Luzern.

Hinweis: Die Meinung der Autoren in der Serie «Change! – Thesen für die Kirche muss sich nicht mit jener der Redaktion von Livenet decken.

Zum Thema:
Dossier: 500 Jahre Reformation
Change! – Thesen für die Kirche: Veronika Schmidt: Martin Luthers Frau als Vorbild für eine starke Frau
Change! – Thesen für die Kirche: Manuel Schmid: «Bescheidenheit braucht das Land»

Change! – Thesen für die Kirche: Debora Alder: «Wir brauchen Kirchen als Orte der Hoffnung!»

Datum: 21.01.2017
Autor: Markus Brunner
Quelle: Livenet

Kommentare

Lieber Herr Brunner, genau das möchte ich Ihnen wie episto schreiben: Kein Mensch wird gerettet durch Taufe und Handauflegung. Ist nicht biblisch. Wir benötigen alle die Erkenntnis, dass wir als Sünder nur durch die Vergebung des stellvertretenden Todes von Jesus Christus am Kreuz gerettet und wiedergeboren werden können. Das Kreuz ist das Zentrum: "Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verlorengehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft." (1.Kor.1.18) Die Apostelgeschichte beschreibt immer wieder, dass die Menschen zuerst Busse taten von ihren Sünden, bzw. die Vergebung der Sünden eine Voraussetzung war für die Wiedergeburt.
Herr Brunner, Hut ab vor Ihrem beider Engagement! Sie haben recht, bei der Begegnung in Christus kann man die konfessionellen Unterschiede beiseitestellen, auch Angst müssen wir keine haben. Wir sollten aber nie vergessen, dass die grossen Kirchen dieser Welt (auch unsere Landeskirchen) die *Rettung durch Wiedergeburt im Heiligen Geist* nicht lehren. Deshalb sollten wir bei allem Harmoniestreben an diesem einen immer festhalten, den verlorenen Menschen zuliebe. Fleisch, Welt und Teufel werden sich aber genau mit dieser Wahrheit nie abfinden, weil sich daran alles entscheidet – Himmel oder Hölle. Der Herr Jesus hat uns vor Reibungen gewarnt. Völlige Harmonie gibt es nur als Friedhofsruhe.

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