Der Götze der Optionen

Unentschlossen durchs Leben?

Wenn wir uns nicht festlegen und uns die Optionen offen halten, ist das eine Form von Götzendienst, findet Barry Cooper: «Wir beten den Götzen der offenen Optionen an.» Dabei gibt es gute Gründe für klare Entscheide.
Barry Cooper
Wegweiser

Der britische, in den USA lebende Autor macht im Internetdienst von Christianity Today auf eine Schattenseite des Lebens mit vielen Optionen aufmerksam: Wir neigen dazu, uns möglichst viele Wege offenzuhalten. Cooper fragt: «Treffen Sie lieber eine fixe, unumkehrbare Wahl – oder eine, die sie bei Bedarf rückgängig machen könnten?»

Auf dem Sprung

Dies zeigt sich im Alltag: «Haben Sie Ihr Smartphone jederzeit angestellt, auch in Sitzungen, so dass Sie nie ganz an einem Ort anwesend sind? Widmen Sie sich nach dem Gottesdienst ganz Ihrem Gegenüber – oder blicken Sie über dessen Schulter und halten Ausschau nach einem besseren Gesprächspartner?» Für Cooper ist dieselbe Mentalität auch beim Kauf von Geräten mit Rückgabegarantie erkennbar – und in der Scheu, die Ehe einzugehen: «Wir behalten uns vor, die Optionen offen zu halten, in jedem Bereich unseres Leben, von Sex bis zur Spiritualität.»

Zur Entscheidung aufgefordert

Dieses Verhalten hat laut Cooper eine Parallele in der Unentschlossenheit der Israeliten vor bald 2'900 Jahren. Auf dem Berg Karmel wurden sie vom Propheten Elia aufgefordert, sich entweder für Jahwe, den Gott ihrer Väter, oder den vom Königshof propagierten Baal zu entscheiden: «Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten?» (Die Bibel, 1. Könige, Kapitel 18, Vers 21).

Wie heiss soll die Milch sein?

Die überbordende Vielfalt von Wahlmöglichkeiten heute kann überfordern. Cooper schildert, wie ein Kunde im Starbucks vor ihm Kaffee bestellte: grosse Tasse, koffein-, zucker- und fettfrei, mit Vanille-Geschmack, extra Schaum und Milch in genau bestimmter Temperatur. Wie Cooper das mitbekam, wusste er plötzlich nicht mehr, ob er bisher etwas verpasst hatte und was er selbst nun bestellen wollte. «War dies die Freiheit der Wahl – oder Sklaverei?»

Was der Götze vernichtet

«Wir beten den Götzen der offenen Optionen an», urteilt der Autor und Gemeindegründer. «Und er bringt uns um. Er killt unsere Beziehungen, indem er uns sagt, wir sollten uns nicht zu sehr festlegen. Er killt unseren Dienst an anderen, indem er uns sagt, wir hätten allein mehr von unseren Wochenenden. Er würgt unser Geben ab, indem er uns einflüstert, in diesen unsicheren Zeiten sollten wir mehr auf die hohe Kante legen.» Besonders erschreckend an diesem Götzen sei, dass seine Verehrung gar nicht als solche wahrgenommen werde. «Denn er gibt vor, gar kein Götze zu sein. Ja, er verheisst dir Freiheit von allen Götzen, allen Abhängigkeiten.» Doch die Israeliten, die sich nicht für ihren Gott Jahwe entscheiden wollten, seien dadurch nicht frei gewesen. Ihre Unentschlossenheit habe sich lähmend ausgewirkt.

Überlegt und weise entscheiden

Menschen sind, unterstreicht Cooper, von Gott geschaffen, um sich festzulegen, sich zu engagieren, für ihn und für Mitmenschen. «Er hat uns geschaffen, damit wir wählen.» Die Entscheide sind überlegt zu treffen – je weiter sie tragen, desto mehr Weisheit soll einfliessen, schreibt Cooper. Im Vertrauen auf Gott können mutige Entscheide gefällt werden – auf den Gott, der souverän und gütig ist und mit jedem Entscheid von Menschen zu Rande kommt.

Gott hat gewählt

Der tiefste Grund, den Götzen der offenen Optionen abzulehnen, liegt für Cooper darin, dass Gott selbst eine Wahl getroffen und sich festgelegt hat. Er hat Menschen zur Gemeinschaft mit sich erwählt (Epheser, Kapitel 1, Vers 4). Würde Gott sich seine Optionen offen halten, gäbe es für Menschen nichts zu hoffen.

Leben heisst entscheiden. Cooper zitiert die Aufforderung von Moses, mit dem Eingehen auf Gottes Weisungen das Leben zu wählen, «damit du lebst, du und deine Nachkommen, und liebe den Herrn, deinen Gott, höre auf seine Stimme und halte dich an ihn – das ist dein Leben…» (5. Mose, Kapitel 31, Verse 19-20).                      

Datum: 23.02.2013
Autor: Peter Schmid
Quelle: Livenet/ Christianity Today

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