Ökumenischer Aufruf

Keine «vorweihnächtliche Einkaufsschlacht» an Heiligabend

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Die Geschäfte sollen an Heiligabend, der in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, geschlossen bleiben. Dafür plädiert die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) in einem gemeinsamen Aufruf mit dem Evangelischen Kirchenbund (SEK) und der Schweizer Bischofskonferenz (SBK).

Für eine Mehrzahl der Menschen stehe der Sonntag für eine «Insel der Ruhe» in der sonst oft hektischen Arbeitswoche. «Dass der Beginn des Weihnachtsfestes in diesem Jahr auf eben diesen Sonntag fällt, sollte für uns alle Grund genug sein, diesen Tag im Kreise der Familie und in Ruhe zu verbringen», schreibt die SEA in einer Mitteilung.

Konsens unter Kirchenvertretern

Die Adventszeit, die einst als Fastenzeit und Zeit der Besinnung begangen wurde, müsse heute immer mehr dem hektischen Treiben der vorweihnächtlichen Einkaufsschlacht weichen, gibt die SEA zu bedenken. Wenn das Gewerbe seine Geschäfte in der Adventszeit zusätzlich an Sonntagen öffne, trage das wenig zu einer ruhigen und besinnlichen Stimmung bei. Der Kirchenbund fordert, «die Bedürfnisse der gesamten Bevölkerung zu berücksichtigen und nicht alle vorweihnachtlichen Sonntage für den Verkauf zu öffnen, damit den gemeinsamen christlichen Wurzeln und Traditionen der notwendige Raum gegeben wird.»

«Wer am Sonntag arbeitet, fehlt zuhause»

Die SEA räumt ein, dass für viele Geschäftsinhaber die Sonntagsverkäufe in der Vorweihnachtszeit zu den wohl umsatzstärksten Tagen im Jahr gehören. Für diesen Umstand habe man Verständnis. Gleichzeitig wolle man die Geschäfte ermutigen, am Sonntag des Heiligabends nicht zu öffnen.

SEA, SEK und SBK rufen die Geschäftsinhaber darum auf, ihren Mitarbeitenden eine würdige Einstimmung auf das Fest zu ermöglichen. «Wer am Sonntag arbeitet, fehlt zuhause. Und wer an diesem Sonntag, 24. Dezember arbeiten muss, fehlt der Familie bei der Vorbereitung auf eines der wichtigsten Familienfeste im Jahr», betont Kirchenbundspräsident Gottfried Locher.

Die katholische Bischofskonferenz schreibt: «Die Adventszeit ist eine Zeit der Besinnung, des Staunens und der Liebe. Familien pflegen ihre speziellen Weihnachtstraditionen und freuen sich auf das Wiedersehen mit Verwandten und Freunden. Der Besuch des Gottesdienstes an Heiligabend ist in der Bevölkerung tief verankert und beschert vielerorts volle Kirchen.»

Der Sonntag setzt der ökonomischen Verfügung Grenzen

Der Kirchenbund hat sich wiederholt zur gesellschaftlichen und christlich-kirchlichen Bedeutung des Sonntags geäussert. Der Sonntag unterbreche den Alltag und schütze die Freiheit der Menschen, weil er der ökonomischen Verfügung über sie eine Grenze setzte. Er bilde den Raum für Erholung, Freizeit und Begegnung. «Eine Gesellschaft, die sich keine Zeit mehr nimmt, um zur Besinnung und zur Ruhe zu kommen, Gottesdienst zu feiern und sich darin auch ihre eigene Tradition und Herkunft vergegenwärtigt und wach hält, setzt die eigenen Fundamente aufs Spiel», so der Kirchenbund.

Zum Thema:
Aldi und Lidl machen mit: Verzicht auf Sonntagsverkauf an Heiligabend?
Rückkehr zur Freiheit der Bibel: Polen: Sonntag wird wieder zum «Ruhetag»
Sonntagsschutz gefordert: Sonntagsallianz will bei Bundesrat vorsprechen

Datum: 05.12.2017
Autor: Christof Bauernfeind
Quelle: idea Schweiz

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