Einheit an der Explo

Pater Cantalamessa: «Der Herr möchte, dass wir vereint sind!»

Das katholische Medienportal kath.ch berichtete vom «grössten religiösen Anlass in Luzern seit dem Papstbesuch 1984», der momentan in der Luzerner Messehalle über die Bühne geht. Die Explo 15 setzte bereits zum Auftakt einige Signale für ein Miteinander der verschiedenen Konfessionen.

Zoom
Pater Raniero Cantalamessa
Die Einheit unter Christen ist ein grosses Anliegen der christlichen Grosskonferenz Explo 15. Dies brachte ein Video mit Schlüsselleitern der beiden Landeskirchen und einer Freikirche in der Stadt Luzern gleich zu Beginn der ersten Abendsession zum Ausdruck (s. unten). Sie beschrieben darin ihre «ökumenische Freundschaft», die bereits im Vorfeld der Explo gewachsen sei. Im Herbst 2014 habe man sich erstmals zu einem Austausch getroffen und dabei rasch gemerkt, dass «in Christus ein gemeinsames Zentrum» bestehe, das stark verbinde. Unterdessen wurden mehrere überkonfessionelle Gottesdienste durchgeführt, die sehr gut besucht waren. Der Geist der Explo, die das Thema «Fresh Faith» behandelt, flammte damit bereits erstmals auf.

Päpstlicher Hofprediger plädiert für Einheit

Aus der regionalen Begleitgruppe ging auch die Idee hervor, den italienischen Kapuzinerpater und päpstlichen Hofprediger Raniero Cantalamessa einzuladen. Dieser sprach bei seinem Auftritt von der Chance der Einheit: «Der Herr möchte, dass wir vereint sind!» Er sprach von seiner Bekehrung an einer charismatischen Veranstaltung in Kansas 1977, als er nach eigenen Worten die Geistestaufe empfing. Er habe die Zügel seines Lebens ganz neu Christus übergeben und erkannt, dass alles mit der Person Jesus beginnt. Darauf sei eine zweite Bekehrung hin zur Einheit geschehen. Cantalamessa: «Wir werden Busse tun über alle unsere Abspaltungen. Der Herr giesst seinen Geist in allen Kirchen aus.» Die Kirchen sollten aufhören, sich in theologischen Streitfragen zu verzetteln und stattdessen zurück zu Christus als dem Gekreuzigten gehen: «Wir predigen Christus, den Gekreuzigten…» (1.Korinther 1,23).

Annäherungsversuche zu den Landeskirchen

Auf katholischer Seite konnte die Pfarrei St. Paul als Partner der Explo gewonnen werden. «Unsere Türen stehen offen», betonte Pfarrer Leopold Kaiser gegenüber kath.ch. Er habe keinen Grund gesehen, einem Anlass Steine in den Weg zu legen, der sich eine «lebendige Gottesbeziehung» zum Ziel setze. So dient das Paulusheim während der Explo als Seminarsaal, während in der Kirche jeweils morgens eine Andacht gefeiert wird.

Peter Jans, Mitglied der Pauluspfarrei und der katholischen Synode (Kirchenparlament) des Kantons, freut sich über diese Annäherung: «In vielen Fragen sind wir nicht gleicher Meinung, aber in den Unterschieden steckt unheimlich viel Bereicherndes.» Jans plädiert für eine neue ökumenische Neugierde, gerade gegenüber den Evangelikalen.

Auch wenn die Grundstimmung durch die teilnehmenden Vertreter der Landeskirchen von grosser Offenheit gegenüber der Explo zeugt, sind am Rand der Konferenz doch auch kritische Stimmen zu hören. Gegenüber kath.ch erklärte die reformierte Pfarrerin Verena Sollberger, die selber in einer Freikirche sozialisiert wurde, man habe von einer Zusammenarbeit abgesehen: «Wir als Stadtkirche waren an der Vorbereitung nicht beteiligt und konnten uns inhaltlich nicht mehr einbringen», begründet Sollberger. Wenn die Explo stärker von hiesigen Reformierten mitgestaltet worden wäre, hätten sie sicher auch ihre Tradition des freieren, kritischeren Umgangs mit biblischen Texten eingebracht. «Das gewichten wir sicher stärker als die evangelikalen Christen.»

Zum Thema:
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Datum: 30.12.2015
Autor: Florian Wüthrich
Quelle: Livenet

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