«Schlafender Riese»

Native Americans vergeben ihren Regierungen beim indianischen Gebetstag

«Wir haben uns entschieden, den USA zu vergeben – egal, ob sie uns darum gebeten haben oder nicht.» Diese Worte stammen von den rund tausend Indianer-Stämmen der USA und Kanada. Geäussert wurden sie beim ersten indianischen Gebetstag der Geschichte; im Oktober 2017 soll der zweite folgen.

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Mitglieder einer christlichen indianischen Gemeinde
Die Erklärung verlautet weiter: «Wir sind ein Herz und haben eine Leidenschaft füreinander. Wir erklären uns als Brüder und wir wollen nicht Böses vergelten, weil uns solches wiederfahren ist. Im Gegenteil, wir haben entschieden, Segen zu verbreiten, weil unser Himmlischer Vater uns seine Kinder nennt und uns aufruft, zu segnen und nicht zu fluchen, damit wir auch Segen erben. Amen.»

Bereits wird davon gesprochen, dass dies geistlich gesehen einer der wichtigsten Momente in der Geschichte Amerikas gewesen sei. Die Zeremonie wurde erst vor wenigen Wochen durchgeführt, war aber in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen worden – zu sehr richtete sich das Interesse auf den erbitterten US-Wahlkampf, den sich die beiden Kandidaten lieferten.

Erster Nationaler Gebetstag

Die rund eintausend Ureinwohner-Stämme der USA und Kanadas vergaben der US-Regierung in einer öffentlichen Zeremonie bei der «National Mall» kollektiv für das, was in der Vergangenheit geschehen ist. Bei diesem «National Day of Prayer for First Nations», also dem nationalen Gebetstag der Ureinwohner, nahe dem Washington Monument, wurden unter anderem Ansprachen von Leitern der Bewegung «All Tribes DC» gehalten, einer Vereinigung, die alle tausend Stämme repräsentiert.

Organisiert wurde die erste Veranstaltung dieser Art von Negiel Bigpond vom Yuchi-Stamm, ähnlich dem nationalen Gebetstag, der 1952 vom damaligen US-Präsidenten Harry S. Truman ins Leben gerufen worden war. Vorgesehen ist, dass im Oktober 2017 der nächste nationale Gebetstag durchgeführt wird, bei dem die Stämme die Nation segnen.

«Ein schlafender Riese»

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Billy Graham
Billy Graham sprach davon, dass die Vergebung der Ureinwohner Teil einer geistlichen Erweckung in der Nation sein könnte. «Die Ureinwohner sind ein schlafender Riese, der jetzt erwacht. Die Native Americans könnten Evangelisten werden, die helfen, die USA zu Christus zu führen.»

Bigpond teilt die Ansicht, dass die Vergebung ein erster Schritt sein kann, der hilft, eine nationale Erweckung einzuleiten. «Wir entschieden uns, den USA zu vergeben, ob sie uns darum gefragt haben oder nicht.» Bigpond ist Pastor in vierter Generation, er hat Einsätze in 143 Reservaten geleistet und glaubt, die USA haben die geistlichen Konsequenzen dafür zu tragen, dass Verträge mit den Ureinwohner gebrochen wurden.

Rick Joyner: «Einer der wichtigsten Momente der Geschichte»

Laut der Bibel bringt der Bruch eines Gelöbnisses oder Vertrags einen Fluch über das Land – die US-Regierung hatte jedes Abkommen gebrochen, das einst mit den Ureinwohnern geschlossen worden war, sagt Rick Joyner, der dieses indianische Gebetstreffen für eines der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte des Landes hält. Laut Bigpond läuft die Krise der Nation parallel zu den Umständen, die in den Reservaten herrschen. «Wir wollen nicht, dass die Menschen in unserem Land noch stärker leiden.»

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Rick Joyner
Mary Faus, Repräsentantin der Ojibwa- und Cree-Stämme, betonte auf dem Gebetstag, dass die Einheit und die Kraft der Vergebung gegenüber einer Nation – um die man nicht gebeten hatte – wunderbar war. «Wir glauben, das verändert das Land und wir spürten bereits die Auswirkungen», so Faus, Direktorin des «House of Prayer» in Pennsylvania.

«Jede Gräueltat ist vergeben»

«Dies ist eine der nobelsten Taten von der ich je gehört habe, wahre christliche Nächstenliebe», hält Rick Joyner fest. In der Erklärung steht unter anderem: «Wir vergeben jede Gräueltat und jeden gebrochenen Vertrag. Wir brechen jeden Fluch und jede Lüge, mit der uns unser Menschsein abgesprochen wurde.»

«Wir stehen für diejenigen ein, die nicht bereit sind, zu vergeben, und wir bitten den Meister des Lebens, uns zu vergeben, dass wir so lange nicht zur Vergebung bereit waren und Hass, Bitterkeit und Rachegefühle im Herzen hatten. Wir bereuen jeden ausgesprochenen Fluch über Amerika, der von unseren Vorfahren stammt. Wir setzen die Kraft der Vergebung frei, damit Heilung und Friede von unserem Schöpfergott ins Land strömt.»

Zum Thema:
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Datum: 28.11.2016
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / Assist News / BCN

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