Fischen im Toten Meer?

Zunächst glaubten die israelischen Militärbehörden im besetzten Westjordanland an einen schlechten Scherz. Da stellte doch eine britische Investorengruppe tatsächlich einen Antrag auf eine Fischereilizenz für das Toten Meer, wie die israelische Zeitung "Jedijot Achronot" berichtet. Dabei weiss - zumindest in Israel - jedes Kind, dass im Wasser des extrem salzigen Sees nicht einmal Amöben eine Überlebenschance haben.

Doch die Investoren aus Grossbritannien scheinen es völlig ernst zu meinen. Für eine Gebühr von umgerechnet jeweils rund 100 Euro wollen sie christliche Fundamentalisten zum Fischen auf das Tote Meer schicken. Oder, vielleicht besser formuliert, ins Boxhorn jagen? Die Investoren glauben laut Zeitungsbericht an ein gutes Geschäft, denn in der Bibel wird bei Ezechiel im Kapitel 47 prophezeit, dass es "Fische bei Ein Geddi" am Toten Meer geben werde.

Die Israelis sind dem Vernehmen nach geneigt, der britischen Geschäftsmacherei keine Steine in den Weg zu legen. Ausserdem würden sie durch die Vergabe von Fischereilizenzen mitverdienen. Um sich abzusichern soll allerdings in einem möglichen Vertrag festgehalten werden, dass es im Toten Meer "zur Zeit" keine Fische gebe und dass dieser Binnensee aus guten Gründen den wenig schmeichelhaften Namen Totes Meer trage.

Der Vorsitzende der Regionalverwaltung "Megilot" (Tote-Meer-Rollen), Muzi Dahman, sagte der Zeitung: "Die Idee klingt verrückt, aber die Initiative geht von Christen aus, die Israel lieben, und die Einkünfte sollen der Förderung israelischer Kindererziehung zugute kommen." Dahman weiter: "Falls das ihrer Meinung nach die Erlösung näher bringt, wollen wir sie daran nicht hindern."

Autor: Ulrich W. Sahm

Datum: 14.10.2003
Quelle: KIPA

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