Sendeschluss abgewendet

Kirchenbund und EVP begrüssen das Nein zur «No Billag»-Initiative

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) nimmt die Ablehnung der «No Billag»-Initiative «zustimmend zur Kenntnis». Die umstrittene Vorlage wurde am Sonntag deutlich bachab geschickt.

Zoom
Gebäude des Schweizer Fernsehens SRF in Zürich.
Die «No Billag»-Initiative ist mit 71,6 Prozent der Stimmen deutlich abgelehnt worden. Die Vorlage wurde zudem in sämtlichen Kantonen verworfen. Die Nein-Anteile in den Kantonen betrugen laut den von SRF online gemeldeten Zahlen durchwegs über 60 Prozent.

SEK: «Medien nicht dem Spiel der Marktkräfte überlassen»

Die Schweizerinnen und Schweizer stünden demnach zur ihren öffentlich-rechtlichen Medien und zu einer «ausgewogenen Berichterstattung mit der Stimme der Minderheiten und Schwachen», sagte SEK-Sprecher Thomas Flügge zum Urnengang vom Sonntag gegenüber kath.ch. Wie die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sei der Kirchenbund davon überzeugt, dass Radio und Fernsehen «nicht allein dem Spiel der Marktkräfte überlassen werden dürfen», so Flügge.

EVP: Ja zur Schweizer Medienvielfalt

Die EVP Schweiz wertet das Abstimmungsergebnis als klares Bekenntnis der Bevölkerung zur Radio- und Fernsehvielfalt. «Mit dem Nein zu No Billag hat das Stimmvolk deutlich zum Ausdruck gebracht, wie wichtig ihm die unabhängige Information und Meinungsbildung für die direkte Demokratie in unserem Land ist», freut sich EVP-Parteipräsidentin Marianne Streiff. Für die EVP Schweiz ist das Votum des Stimmvolks auch ein Bekenntnis zur Solidarität mit den vier Sprachregionen und den Minderheiten unseres Landes, wie die Partei in ihrer Mitteilung vom 4. März 2018 schreibt.

«Diskussion um Auftrag der SRG steht noch aus»

Auftrag und Programm der SRG waren nicht Gegenstand der Abstimmung. Der Abstimmungskampf hat jedoch klar gezeigt: Dieser Diskussion um den Auftrag der SRG werden sich Politik, Bund und Verantwortliche baldmöglich stellen müssen.

Darauf legt auch die EDU in ihrer Stellungnahme den Fokus. Sie ruft die SRG gleichzeitig auf, ihre eigenen ethischen und journalistischen Richtlinien einzuhalten und insbesondere «keine Gender-Agenda mehr zu verfolgen und der Sexualisierung sowie Gewaltdarstellungen Einhalt zu gebieten». Der Ankündigung der Sparmassnahmen müssten nun Taten folgen, fordert die EDU.

Was wollte die Initiative?

Die Initiative wollte die Empfangsgebühren für Radio und Fernsehen abschaffen. Sie verlangte zudem, dass der Bund keine Radio- und Fernsehstationen subventioniert und Konzessionen regelmässig versteigert. Von der Abschaffung der Gebühren erhofften sich die Initianten einen faireren Wettbewerb. Sämtliche grossen Parteien lehnten das Begehren ab, mit Ausnahme der SVP.

Zum Thema:
Zwischenruf: Welchen Staat wollen wir denn?
SEA zu «No Billag»-Initiative: «Sendungen mit kirchlichem Hintergrund bleiben auf der Strecke»
Initiative «No Billag»: «Die Kirche würde eine wichtige Kanzel verlieren»

Datum: 05.03.2018
Autor: Florian Wüthrich / Barbara Ludwig
Quelle: Livenet / kath.ch

Kommentar schreiben

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich neu, um diesen Artikel zu kommentieren.
Anmelden
Mit Facebook anmelden

Publireportage

Täglich inspirierend
Auf Livenet.ch können der Mann und die Frau von nebenan ebenso in einer News-Meldung vorkommen wie der Hollywoodstar. Dieser einzigartige Livenet-Mix ist es, der die Macher wie auch die Leser begeistert.

Anzeige

Diese Artikel könnten Sie interessieren

Plakataktion
Vom 18.-30. Juni 2018 macht die Stiftung Zukunft CH mit einer Sommerkampagne auf die grundlegenden Bedürfnisse von Kindern aufmerksam. Mit dem Slogan...
verfolgung.jetzt auf dem Bundesplatz
Am heutigen 23. Juni ging auf dem Berner Bundesplatz die Kundgebung «verfolgung.jetzt» über die Bühne. Sieben christliche Schweizer Werke verliehen...
Neuer Schwung für Kleingruppen
Die Kirche im Pott in Bochum setzt auf ein Hauskreis-Konzept, das die Menschen in ihrer Leidenschaft abholt: Gruppen können ihr Hobby während zwölf...
Einladung für den Papst
«Der christliche Auftrag endet nicht an unseren Kirchenmauern. Er ist universal. Miteinander sind unsere Kirchen glaubwürdiger», sagte Gottfried...

Werbung

Kommentar

Ein Grabenkampf: Kinder – nur kostspielige Nervensägen?
Öffnet sich tatsächlich ein Graben zwischen Eltern und Kinderlosen? Ein Artikel in der...

Adressen

CGS ECS ICS

Werbung

Livenet Service