Ehemaliger Drogendealer

«Ich habe vielleicht kein Geld, aber ich habe Frieden»

Um seine Musik finanzieren zu können, beginnt Júlio Santana mit Drogen zu dealen. Je mehr er dealt, desto weniger interessiert ihn aber seine Musik – alles dreht sich ums Geld. Doch etwas fehlt ihm: der innere Frieden. Als sein Vater stirbt, macht er sich auf die Suche nach Änderung.

Zoom
Júlio Santana während einer Predigt
Gründe, um in die Welt der Drogen einzusteigen, gibt es viele. Für Júlio Bomfim Santana de Jesús war es die Musik. Der Brasilianer wollte schon immer Sänger sein – doch ihm fehlte das nötige Geld, um eine CD aufzunehmen und seine Musik ins Radio zu bekommen. Da tat sich ihm eine Möglichkeit auf: der Drogenhandel.

Zuerst Musik, dann das Geld

Júlio begann klein, arbeitete sich dann weiter hoch, bis er zum Anführer der organisierten Kriminalität der Stadt Salvador im Staat Bahía wurde. Und die Musik? «Ich trat mit diversen Künstlern auf», berichtet der heute 36-Jährige. Doch etwas liess ihm keine Ruhe. «Ich hatte keinen Frieden beim Singen, weil ich wusste, dass ich mich auf die falsche Szene eingelassen hatte…» Er rappte, seine Texte handelten von Kriminalität, aber je mehr er mit den Drogen dealte, desto weniger interessierte ihn seine Musik – es ging nur noch ums Geld. «Als ich in dies Geschäft reinkam, verlor ich das Interesse an der Musik.»

«Schlechter Mensch mit gutem Herzen»

Zoom
Júlio Santana im Gefängnis
Stattdessen wurde er als «Robin Hood» bekannt. Denn das Geld, das er sich illegal beschaffte, verteilte er an bedürftige Menschen. «Das Geld wurde unrechtmässig erworben, aber ich half dadurch vielen Leuten. Nach einem Raubüberfall kam ich jeweils nach Hause und verteilte es. Ich gab ihnen Körbe voller Grundnahrungsmittel und Gas-Kanister [zur Nutzung von gasbetriebenen Herden]. Ich war ein schlechter Mensch mit einem guten Herzen», erinnert sich Júlio.

Doch dann starb sein Vater. Der Schmerz war für Júlio fast unerträglich. Er konnte sich nicht einmal von ihm verabschieden oder zur Beerdigung gehen aus Angst, die Polizei könnte ihn schnappen. Dann rief ihn seine Mutter an und flehte ihn an, doch sein Leben zu ändern. «Mein Sohn, wenn du dieses Leben weiterführst, wirst du sterben, und wenn du stirbst, dann sterbe ich auch.» Diese Worte drangen tief in sein Herz. Doch wie konnte er sich ändern? Wie konnte er seinem Leben eine Kehrtwendung geben?

Geweint vor Freude

Júlio wandte sich an den einzigen, der wirkliche Veränderung schenken kann: Jesus. Er bekannte ihm all seine Sünden und Fehler. Und dann tat er den nächsten logischen Schritt: Er übergab sich der Polizei. Nun würde er seine verdiente Strafe erhalten. Doch statt sich zu sorgen, wie viele Jahre er ins Gefängnis müsste, brachte ihm diese Entscheidung Frieden – einen Frieden, den er seit Jahren nicht mehr gespürt hatte. Er fühlte sich frei, sogar hinter Gittern. «Wenn ich mich schlafen legte, weinte ich vor Freude über die Freiheit, die ich in Christus gefunden hatte. Ich wusste, dass ich meine Kinder wiedersehen würde. Ich wollte ganz neu mit meiner Familie zusammen sein.»

Neue Mission: Kriminellen helfen

Nur elf Monate verbrachte Júlio hinter Gittern. Als er freigelassen wurde, begann sein neues Leben an der Seite seiner Familie. Heute ist der ehemalige Drogenhändler Pastor einer evangelischen Kirche. Er setzt sich dafür ein, anderen vom Evangelium zu erzählen – insbesondere Menschen, die im Sumpf der Kriminalität stecken. Ihnen möchte er helfen. «Ich habe vielleicht kein Geld, aber ich habe Frieden – und ich weiss, dass ich gerettet bin!»

Zum Thema:
Den Glauben von J
úlio Santana entdecken
Einsatz unter Native Americans: Drogendealer: «Ich habe es satt, meine Leute mit dem Tod zu versorgen!»
Vom Dealer zum Geschäftsmann: «In dem Moment dachte ich, am Glauben muss etwas dran sein…»
Ex-Drogenboss: Vom «Strassengott» zum Diener Gottes

Datum: 23.08.2017
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet / Acontecer Cristiano

Kommentar schreiben

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich neu, um diesen Artikel zu kommentieren.
Anmelden
Mit Facebook anmelden

Publireportage

Täglich inspirierend
Auf Livenet.ch können der Mann und die Frau von nebenan ebenso in einer News-Meldung vorkommen wie der Hollywoodstar. Dieser einzigartige Livenet-Mix ist es, der die Macher wie auch die Leser begeistert.

Anzeige

Diese Artikel könnten Sie interessieren

Pfarrer Brunsons Matryrium
Die Verlängerung der schon bald zweijährigen Untersuchungshaft des Presbyterianer-Pastors Andrew Craig Brunson in der Türkei um weitere drei Monate...
Wunder in Westafrika
Immer wieder wurde die Christin Ebele von ihrem Mann, einem überzeugten Muslim, brutal geschlagen, doch Ebele besuchte weiterhin ihre Gemeinde. Ohne...
«Schweigen der Welt brechen»
Seit drei Monaten protestiert das Volk in Nicaragua gegen die Linksdiktatur von Daniel Ortega. Evangelische und die katholische Kirche stellen sich...
Neues vom Schauprozess
Ein türkischer Gerichtshof hat entschieden, dass US-Pastor Andrew Brunson mindestens bis zur nächsten Anhörung im Oktober im Gefängnis bleiben muss....

Werbung

Kommentar

Kritik an Migros-Aktion: Marketing-Aktionen und der einseitige Blick der Medien
Wenn einer der beiden Schweizer Grossverteiler eine Aktion zur Verkaufsförderung startet, geht er...

Adressen

CGS ECS ICS

Werbung

Livenet Service