ISIS übernimmt Verantwortung

Dagestan: fünf Tote bei Feuerüberfall auf Kirche

Bei einem Feuerüberfall auf Kirchgänger in Kizlyar, in der russischen Republik Dagestan, sind am Sonntag fünf Menschen umgekommen, vier weitere wurden verletzt. Der IS hat sich zu der Tat bekannt.

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Hier fand das Attentat statt.
Dagestan ist eine vorwiegend islamische Region im Kaukasua zwischen Tschetschenien und dem Kaspischen Meer. Die Stadt Kizlyar hat etwa 50'000 Einwohner und liegt an der Grenze zu Tschetschenien. Nach örtlichen Zeitungsberichten eröffnete ein unbekannter Mann mit einem Jagdgewehr das Feuer auf Kirchgänger der örtlichen orthodoxen Kirche und tötete vier Frauen auf der Stelle. Eine fünfte starb im Spital; vier weitere Personen wurden verletzt, darunter ein Polizist und ein Wachmann.

«Wir hatten die Messe gerade beendet und wollten die Kirche verlassen. Da rannte ein bärtiger Mann auf die Kirche zu, schrie 'Allahu Akbar' und erschoss vier Frauen», berichtete Pater Pavel, der Priester der Kirche. «Er trug ein Gewehr und ein Messer». Der Angreifer wurde von der Polizei erschossen; nach Angaben einer örtlichen Nachrichtenagentur handelte es sich um den ortsansässigen Kahlil Khalilov (22).

ISIS-Brückenkopf

Dagestan ist eine der ärmsten und politisch instabilsten Regionen Russlands. Islamistische Rebellen sind nach Syrien gereist, um sich dem «Islamischen Staat» anzuschliessen. Der IS hat bereits 2015 bekanntgegeben, einen Brückenkopf im Nordkaukasus zu haben. Die «Kaukasus-Provinz» des «Islamischen Staates» war seitdem für mehrere tödliche Angriffe auf Beamte und Sicherheitspersonal in Dagestan verantwortlich. Der IS hat bekanntgegeben, ein «muslimischer Kämpfer habe einen christlichen Tempel angegriffen»; die Echtheit dieser Meldung wurde bisher nicht bestätigt.

Angriffe auf die orthoxe Minderheit in dieser Region sind bisher selten. Das Moskauer Orthodoxe Patriarchat nannte den Überfall ein «monströses Verbrechen», das zum Ziel habe, Zwietracht zwischen Christen und Muslimen in Dagestan zu säen.

Zum Thema:
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Datum: 20.02.2018
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet / The Guardian / BBC News

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