Kirchentag Züri Oberland

Wird die Kirche überhaupt noch gehört?

Menschen aus 50 Gemeinden feierten mit einem dreitägigen Kirchentag in Wetzikon gemeinsam ihr Christsein. 800 Personen besuchten den interkonfessionellen Gottesdienst. Auch die Themen, die an den Podien diskutiert wurden, stiessen auf Interesse.
Gerhard Pfister, Marianne Streiff, Felix Reich (Moderation) und Gottfried Locher am Kirchentag.

Die Zürcher-Oberland-Brass eröffnete den Kirchentag am 5. Juli 2018. Daniel Stoller-Schai, Präsident des Vereins «Aktion Kirchen Züri Oberland», Ruedi Rüfenacht, Gemeindepräsident von Wetzikon und Pfarrer Matthias Walder, Dekan des Bezirks Hinwil, legten in ihren  Grussworten dar, was das Motto «mitenand glaube» für sie bedeutet.

Interkonfessioneller Gottesdienst

Am anschliessenden Eröffnungsgottesdienst nahmen über 800 Personen teil. Er wurde von Vertretern der reformierten Kirche, der römisch-katholischen Kirche und der Freien Christgemeinde Wetzikon geleitet.

In der Predigt wurde von Pfarrer Michel Müller, Zürcher Kirchenratspräsident, Josef Annen, katholischer Generalvikar Zürich-Glarus und Pfarrerin Claudia Haslebacher, Vizepräsidentin Freikirchen Schweiz, auf die Stärken und Schwächen der eigenen Konfessionen hingewiesen und Wege aufgezeigt, sich auf das gemeinsame Christsein zu fokussieren. Nach einem gemeinsam gesprochenen Glaubensbekenntnis folgte eine Zeit der Besinnung und Busse für aneinander begangene Schuld in der Vergangenheit.  

Vielfältiges Programm

Musikalisch umrahmt und ergänzt wurde der Eröffnungsgottesdienst durch den «Projektchor Kirchentag» unter der Leitung von Joao Tjago Santos und einem anschliessenden Ping-Pong Konzert unter der Leitung von Nicolas Plan. So wurde das Motto «mitenand glaube» auf vielfältige Weise sichtbar und erlebbar gemacht. Das Programm des Kirchentags war auf alle Altersgruppen ausgerichtet.

Höhepunkte am Freitag waren unter anderem der Vortrag von Johannes Hartl zur Frage «Reform der Kirche; was braucht die Kirche heute?» Darüber diskutierten am Abend in einem Podium Andreas Boppart, Ralph Kunz, Esther Pfister und Catherine McMillan.

«Die Kirche hat immer noch eine starke Stimme»

In einem weiteren Podium zum Spannungsfeld Kirche und Politik kamen SEK-Präsident Gottfried Locher, CVP-Präsident Gerhard Pfister, EVP-Nationalrätin Marianne Streiff-Feller unter der Leitung von Felix Reich, Redaktionsleiter von «reformiert» miteinander ins Gespräch.

Wird die Kirche in der Gesellschaft überhaupt noch gehört? Die Kirche habe immer noch eine starke Stimme, war in der Runde zu hören, mitunter deshalb, weil sie Kinder mit biblischen Geschichten ins Leben begleite und ein Wertekonzept vermittle.

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Datum: 09.07.2018
Autor: Florian Wüthrich / Christof Bauernfeind
Quelle: Livenet / idea Schweiz

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