Trotz menschlicher Schwäche

Wenn Gott die Herzen zusammenführt

Zwischen den Generationen herrscht oft Rivalität. Der Unternehmer Enrico Zbären musste damit rechnen, keine warme Beziehung zu seinen Söhnen zu haben, weil ihm zusätzlich die Zeit für sie fehlte. Doch dann griff Gott ein!

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Enrico Zbären war bei «Leben Live» in Thun mit seinem Sohn Benjamin Interviewgast.
Im Jahr 1974 bekehrte sich Enrico Zbären zu Jesus. Damals hatte er den Eindruck, er solle in die Mission gehen oder Theologie studieren. Sein Herz brannte dafür, sich ganz Jesus zur Verfügung zu stellen.

Gottes Weg führt ins Geschäftsleben

Enricos Bruder erwartete aber, dass er mit ihm den Familienbetrieb «Zbären» weiterführen würde. Konnte er ihn einfach so enttäuschen? Sein Bruder entlastete ihn mit den Worten: «Es ist wichtig, Gottes Willen zu tun!» So forderten sie gemeinsam ein Zeichen von Gott. Und dann gleich noch ein paar weitere. Jedes Mal schien Gott zu sagen: «Bleib in der Schreinerei deiner Familie!» Enrico war ratlos. Für ihn war es schlicht unvorstellbar, Gott als Unternehmer zu dienen.

Ganzer Einsatz als Unternehmer

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Enrico und Benjamin Zbären im Gespräch mit «Leben Live»-Moderatorin Sarah Gauthey
Es folgten 20 Jahre, in welchen sich Enrico mit aller Kraft für das Unternehmen einsetzte. Ein Bibelvers erklärte er zu seinem Motto: «Trachtet aber zuerst nach Gottes Reich und seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles andere zufallen!» (Matthäus, Kapitel 6, Vers 33)

Um diesem Leitvers zu folgen, investierte sich Enrico zusätzlich mit grossem Engagement in seiner Gemeinde. Das schien ihm die angemessene Weise, um Gott zu dienen. Die Beziehung zu seiner Familie blieb dabei auf der Strecke. Einmal sagte seine Frau: «Wenn du einmal kein gutes Verhältnis mit deinen Söhnen haben wirst, dann erinnere dich daran: Du hast nie Zeit für sie.» Diese Worte blieben hängen – zu einer Änderung führten sie aber nicht. Interessanterweise entschieden sich zwei der drei Söhne für den Beruf des Möbelschreiners. Gleichzeitig distanzierten sie sich aber vom Familienbetrieb. «Diese Schufterei ist nichts für uns.»

Gott schenkt einen Wendepunkt

Der älteste Sohn besuchte eine Bibelschule in Deutschland, wo er eine Liebesbeziehung begann. Mit seiner Frau und den zwei jüngeren Söhnen fuhr Enrico hin, um die potentielle zukünftige Schwiegertochter kennenzulernen. Diese Tage sollten unvergessen bleiben. Es gab lange Gespräche mit den Leitern der Bibelschule, der Familie und der zukünftigen Schwiegertochter. Sie alle hatten das Gefühl, als würde Gott die Zeit langsamer laufen lassen und ein unsichtbares Band der Liebe um sie legen. Umarmungen und Tränen gab es zum Abschied, die Beziehung mit den drei Söhnen ist seither total verändert. Gott hatte die Herzen von Vater und Söhnen zusammengeführt und das Beziehungsmanko vieler Jahre aufgefüllt.

Auf zu neuen Ufern

Nach 28 Jahren als Geschäftsmann berief Gott Enrico, eine Gemeinde zu gründen. Der Auftrag war klar, die Bereitschaft aber nicht mehr. Schliesslich war Enrico auch ohne solches Engagement mehr als ausgelastet. Enrico zögerte so lange, bis Gott sprach: «Enrico, was willst denn du?» Und er musste ganz ehrlich sagen: «Dir dienen, Herr!» Die Weiche war gestellt, doch wie sollte das Ganze praktisch aussehen? Mit seiner Frau besuchte Enrico 2002 eine christliche Konferenz. Dabei erwachte er mehrmals morgens um sechs Uhr und erlebte intensive Zeiten mit Jesus. Einmal sah er ein Leuchtband über seinen Augen. Auf dem Band stand: 1. Mose 15. Er schlug die Bibel auf und sein Blick fiel auf die Worte: «Fürchte dich nicht.» Von da an war er bereit, eine Gemeinde ins Leben zu rufen.

Als Familie unterwegs

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Familie Zbären
Er rief seine Söhne und erklärte ihnen seine Absicht. Dann sagte er: «Wenn einer von euch bereit ist, in den Familienbetrieb einzusteigen, werde ich alle Hebel in Gang setzen.» Die beiden waren dabei, aber nur, wenn es zu zweit ging! Und sie würden mit ihrem Vater zusammenarbeiten.

In einem intensiven Miteinander führte Enrico seine Söhne ins Geschäft ein. Nach anderthalb Jahren wickelten sie internationale Geschäfte selbständig ab. Es folgten Jahre mit vielen Turbulenzen. Seit zwölf Jahren leiten die beiden Söhne nun das Unternehmen. «In all den Jahren habe ich mit meinen Söhnen nicht den geringsten Knatsch gehabt,» erinnert sich Enrico.

Aufgrund der Entlastung im Geschäft, konnte sich Enrico mit einem beachtlichen Teil seiner Zeit für die Gemeinde einsetzen. Die vielen Herausforderungen und Widerstände formten in ihm ein weiches Vaterherz. Auch die Familienbande wurden stärker. Die älteren Söhne zogen mit ihren Familien in die unmittelbare Nachbarschaft und 2017 zog auch der jüngste Sohn in die Gegend. Im Gebäude, wo sich das Büro des Familienbetriebs befindet, startete er ein Treuhandbüro.

Gemeinsam Gott dienen

Enrico ist heute zutiefst bewegt über das, was Gott in seiner Familie getan hat. Er kann seine Söhne umarmen und sich an ihnen freuen. Er sieht es als Geschenk an, sie einfach loslassen zu können und ihre positive Entwicklung zu sehen. «Trachtet zuerst nach Gottes Reich!» Viele Jahre versuchte Enrico, nach diesem Prinzip zu leben. Er schaffte es längst nicht immer. Umso mehr Grund, Gott für das zu danken, was er heute erleben darf.

«14 Jahre lang haben wir miteinander gelernt, was es heisst, Gott als Unternehmen zu dienen. Dabei haben wir eine Vielzahl von Wunder erlebt.» Der Arbeitstag beginnt mit Gebet, in allen Geschäftsentscheiden wird Gottes Wille gesucht. Vor Jahren hätte sich Enrico nie vorstellen können, dass sein Geschäft jemals so stark von Jesus Christus durchdrungen sein würde. Er hätte auch nie zu träumen gewagt, jemals derartig tiefe Beziehungen zu seinen Söhnen zu haben. «Dies ist das grösste Wunder, das ich jemals erlebt habe!»

Zum Thema:
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Datum: 09.06.2018
Autor: Markus Richner-Mai
Quelle: Livenet

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