Livenet-Talk

Longevity oder Ewigkeit? Tinder oder Treue?

Dominik Reifler im Gespräch mit Florian Wüthrich.
Mit Fragen wie diesen macht die Gellertkirche Basel auf ihren Alphalive-Kurs aufmerksam. Im Livenet-Talk erklärt Pfarrer Dominik Reifler, wie eine reformierte Landeskirche neue Wege geht, um Menschen mit der Botschaft des Evangeliums zu erreichen.

Die Gellertkirche Basel ist neuer Partner von Livenet. Dominik Reifler wirkt dort seit elf Jahren als Pfarrer. Bereits seit zwei Jahren bietet die Gemeinde Alphalive-Kurse an – ein Angebot speziell für Menschen, die mit dem christlichen Glauben wenig oder gar nicht vertraut sind. «Gemeinsam mit meinem Pfarrkollegen habe ich Gott gefragt, was wir vor unserer Pensionierung noch anpacken sollten», erzählt Dominik Reifler im Talk mit Livenet-Geschäftsführer Florian Wüthrich. Die Antwort führte sie unter anderem zu diesem Projekt. Der nächste Kurs startet am 4. September. 

Die Idee begleitet Dominik allerdings schon deutlich länger. Bereits 1994 entstand in ihm der Wunsch, mit Menschen, die nicht in die Kirche gehen, die Bibel zu lesen. Im Januar 1996 führte er seinen ersten Alphalive-Glaubenskurs durch. 

Wie nachhaltig solche Kurse wirken können, zeigt für ihn die Geschichte einer Teilnehmerin: Sie besuchte vor einiger Zeit selbst den Alphalive-Kurs und gehört inzwischen zum Leitungsteam. Schritt für Schritt habe sie mehr Verantwortung übernommen. «Es ist schön zu sehen, wie sich ein Mensch verändert», sagt Dominik. «Nicht nur, wie er Jesus immer ähnlicher wird, sondern auch mit welcher Freude er beginnt, in andere Menschen zu investieren.»

Mitten im Zentrum des liberalen Basels

Wie schon im vergangenen Jahr findet der Kurs in der Gellertkirche, direkt am bekannten Christoph-Merian-Platz, statt. Dieser Ort spricht auch Menschen an, die sonst kaum Berührungspunkte mit Kirche haben. Ermutigend sei zudem gewesen, dass die Finanzierung des Projekts rasch gesichert werden konnte.

Auf die Frage, ob eine solche Kampagne in der liberal geprägten Stadt Basel auch auf Widerstand stösst, meint Dominik: «Basel ist sehr liberal – jeder darf grundsätzlich so leben, wie er möchte. Die Kirche wird im Alltag gar nicht so stark wahrgenommen.» Gleichzeitig gebe es immer wieder grössere Aktionen wie die «Nacht des Glaubens» oder die ökumenischen «Bless Basel»-Jugendgottesdienste, zu denen bis zu 500 junge Menschen kämen. Es freue ihn zu sehen, wie viele dadurch mit dem Evangelium in Berührung kommen.

Wie die aktuelle Kampagne aufgenommen wird, könne derzeit noch niemand sagen. Zwar habe die Gemeinde ein Kommunikationskonzept entwickelt, doch letztlich sei für Dominik etwas anderes entscheidend: «Wenn man kein Risiko eingeht, dann passiert auch nicht viel.»

Neue Partnerschaft ermutigt

Florian fragt Dominik auch persönlich, wie es ihm nach elf Jahren als Gemeindepfarrer gehe. «Es ist erstaunlich, wie schnell diese elf Jahre vergangen sind», sagt Dominik. Langweilig werde es nie. Besonders dankbar sei er für das Team: «Mit unseren Mitarbeitenden sind wir wirklich ein Dreamteam.» Gleichzeitig bringe eine grosse reformierte Gemeinde mit vielen Mitgliedern auch unterschiedliche Meinungen mit sich. «Da gibt es durchaus Diskussionen, und es ist nicht immer einfach. Aber wenn wir lernen, miteinander im Gespräch zu bleiben und unterschiedliche Ansichten auszutauschen, dann ist das etwas Gutes und Wertvolles.»

Dazu passe auch die neue Partnerschaft zwischen der Gellertkirche und Livenet, meint Florian Wüthrich. Sie verschaffe der Gemeinde zusätzliche digitale Sichtbarkeit. «Mir ist wichtig, die grössere Vision im Blick zu behalten», erklärt Dominik Reifler die Motivation der Zusammenarbeit. «Wir stehen als Christen gemeinsam in Gottes Mission. Er wirkt durch uns – gerade hier in unserem Land.» Deshalb seien ihm Beziehungen zu anderen Kirchen und christlichen Organisationen, die einander ermutigen, ein grosses Anliegen. «Darum machen wir sehr gerne bei euch mit. Wir merken, wie wichtig Vernetzung ist. Wir haben ein gemeinsames Ziel und stellen es gemeinsam unter Gottes Vision.» Gerade die Einheit unter Christen sei für viele Menschen, die Gott noch nicht kennen, ein starkes Zeugnis.

Zum Talk:

Datum: 11.08.2026
Autor: Valentina Hepp
Quelle: Livenet

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