Leiter-Inspiration

Am siebten Tag sollst du ruhen

Soll ich ruhen oder nicht? (Symbolbild) / Regula Sulser
Als Unternehmerin kennt man die Herausforderung, ob man an einem Sonntag arbeitet oder nicht. Ausnahmsweise, weil es dringend ist. Man fragt sich dann: Soll ich arbeiten oder nicht? Könnte man sich auch die Frage stellen: Soll ich ruhen oder nicht?

Als Gott die Welt schuf, ruhte er am siebenten Tag, nachdem er seine Werke vollendet hatte. Schon am Vorabend, am Abend des sechsten Tages sah er sich alles an, was er gemacht hatte und sagte: Es ist alles sehr gut! In 1. Mose steht, dass Gott sein Werk am siebten Tag vollendet hat mit dem Ruhetag! Nicht am sechsten Tag und dann geht’s ins Wochenende. Auch meine Arbeit ist erst vollendet mit der nachfolgenden Ruhe. Diese Ruhe verstehe ich so, dass ich durchaus reflektieren darf, was ich während der Woche geleistet habe. Es ist gut, zurückzuschauen, denn unser Herr hat es auch gemacht.

Ich glaube, dass dies sogar ein wichtiger Aspekt ist: ruhen heisst nicht nur, Abstand zu nehmen vom Alltag, der Arbeit und seiner Last. Türe zu und nicht mehr daran denken. Gerade in der Ruhe und Distanz kann ich anschauen, wie die Woche gelaufen ist und sie mit aller Last ablegen. In der Ruhe kommt die ganze Woche nochmals hoch mit allem Guten und Schwierigen. Ob ich will oder nicht: die Intensivität meines Alltags hat einen gewissen Bremsweg, den ich nicht abkürzen oder ignorieren kann, sondern berücksichtigen muss, wenn ich zur Ruhe kommen und fit für die nächste Woche sein will. Ich darf mich (und Gott) fragen: Ist es gut, was ich gemacht habe? Ich darf aussprechen, dass es gut war. Über meiner guten Arbeit und das Gelingen darf ich mich freuen und Gott anbeten dafür. Es ist mir ja eine Gabe gegeben, etwas zu bewegen oder zu verändern und ich werde Rechenschaft ablegen müssen, was ich mit meinen Gaben und Talenten gemacht habe. Diese Bilanz kann ich wöchentlich ziehen, nicht erst am Ende meines Lebens. Das Gebot des siebenten Tages spricht jede Person an, ob Arbeitnehmer oder Arbeitgeber, ob CEO oder Hausfrau: Der Sabbat hat dieselbe Aussage und ist an das ganze Volk gerichtet. Dann gibt es Dinge und Situationen, die ich Gott dem Schöpfer bringe, um ihn zu fragen, was ich besser oder anders machen soll. Oder dass es mich herausgefordert hat. Auch das ist Anbetung.

Gott hat die Erde geschaffen mit allem, was darauf kreucht und fleucht. Er schaute es sich an und erachtete es als gut, bzw sehr gut. Was ich nicht verstehe, ist, dass Gott erst dann merkte, dass es nicht gut ist, dass der Mensch allein sei, als Adam allen Tieren einen Namen gab. Rechnete Gott wirklich damit, dass Adam mit einer Giraffe oder einem Feldhasen an der Seite glücklich wird? Nichts gegen Haustiere, die verbreiten durchaus Freude. Aber sie entsprechen keiner Partnerschaft wie mit einem (fast) gleichen Gegenüber. Ich glaube nicht, dass Gott sein Werk verbessern musste. Aber das ist ein anderes Thema und ich lasse meine Gedanken hier so stehen. Wesentlich ist, dass unser Herr einen Ruhetag machte und diesen segnete. Das hat er mit den anderen sechs Tagen nicht gemacht.

Gebot mit Wirkung

Später war das Einhalten des Sabbats eines der zehn Gebote, die der Herr Mose überreicht hat: Weder du noch deine Familie noch deine Angestellten sollen am Sabbat eine Arbeit tun. Weil Gott diesen Tag als heilig erklärte, der ihm gehört. Die Ruhe am siebten Tag ist nicht nur ein guter Tipp, sondern ein Gebot mit Wirkung. Selbst das Mannasammeln in der Wüste hat Gott so geplant, dass das Volk am siebten Tag nichts sammeln musste. Am Vortag war genug da für zwei Tage, das dann auch nicht vergammelte (ein gutes Beispiel dafür, dass Gott uns zwar Regeln gibt, aber uns hilft, sie einzuhalten)!

Nochmals einige Zeit später heilte Jesus am Sabbat Kranke und erlaubte den Jüngern, Ähren zu lesen. Jesus sagte, dass der Sabbat für den Menschen und nicht der Mensch für den Sabbat geschaffen ist. Es ist erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun.

Sitzung mit Gott

Ich habe es mir zum festen Termin gemacht, dass ich am Sonntagabend eine «Sitzung» habe mit Gott (neben anderen regelmässigen und unregelmässigen Gebetszeiten). Wir besprechen die Folgewoche, indem ich jeden Wochentag mit den geplanten Terminen, Gesprächen und Herausforderungen Gott erzähle. Ich sage ihm meine Ängste und Begeisterung über all dem, was passiert. Ich bitte ihn um Weisheit und Gelingen für das, was entschieden werden muss. Und ich bitte ihn um Schutz über mir und allen Mitarbeitenden. In der Regel erhalte ich nicht unmittelbar eine Antwort. Aber ich bin «ent-lastet» und weiss, dass die Traktanden bei Gott deponiert sind.

Oft erkenne ich den Segen und das Wirken Gottes in meinem Alltag erst im Rückblick auf die Woche und im Vorausschauen auf das Kommende. Ich schaue aus einer Distanz auf das Geschehen und meist endet meine Sitzung mit Begeisterung und Dankbarkeit und einem inneren Frieden.

Soll ich ruhen oder nicht? Ja, ich will ruhen, um Gottes Herrlichkeit in meinem Alltag zu erkennen.

Zur Autorin: Regula Sulser (*1966) ist Gründerin und Leiterin von Gourmet Domizil, eine Firma, die Senioren mit feinen Mahlzeiten verwöhnt. Sie ist ausserdem Autorin vom Buch «Entschuldigung, dass ich störe».

Datum: 20.05.2026
Autor: Regula Sulser
Quelle: Livenet

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