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Staunen über die Grösse und Güte Gottes trotz aller Zerbrochenheit der Schöpfung: Brian Doerksen. |
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Unter strahlender Septembersonne ist das Openair-Trachselwald am Bettagswochenende über die Bühne gegangen. Das Wagnis lohnte sich; das dreitägige Event zum Emmentaler Täuferjahr zog durchschnittlich 3000 Besucher an. Neben dem weltweit bekannten Brian Doerksen setzten Christen aus der Region mit Songs und Berichten Glanzlichter.
Jackie Leuenberger, Tinu Schweizerhof und Beat Küenzi mit Bands bringen ihre berndeutschen Lieder, Martin Jufer frischt mit seinen Bläsern Altes auf. Urwüchsiger, kräftiger Lobpreis bildet das Rückgrat des Programms am Hang unter dem Schloss Trachselwald bei Sumiswald. Hier wo der Statthalter der Berner Regierung für das nördliche Emmental seinen Sitz hat, wurden einst Täufer gefangen gehalten, verhört und gefoltert. In Sichtweite des Turms loben Tausende den Gott, auf den die Verfolgten ihre Hoffnung setzten, und lassen sich nach ihrem Vorbild zu einem Christsein mit ganzem Herzen rufen.
Die stärksten Tannen
Die Openair-Initiatoren um Walter und Susanne Wieland (Neues Land Emmental) würzen das Menu mit der Lesung der gesamten Bergpredigt in fünf Teilen sowie zahlreichen Inputs und Interviews, die auf ein Leben mit Christus ohne Vorbehalte zielen. Pfr. Paul Veraguth weist darauf hin, dass die berühmten Dürsrüti-Tannen bei Langnau zu den Zeiten, als sich in der Nähe Täufer versammelten, nachweislich am stärksten wuchsen. Und erinnert daran, dass das Gebet der Täufer um Glaubensfreiheit sich endlich erfüllte – 1798, durch Napoleons Truppen.
Bekennen, Lob und Hingabe
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Aufbruch zu neuen Ufern: Die Brüder Steve und Jacob Lapp, Amische aus Pennsylvania, USA. |
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Der Emmentaler Baggerführer Ernst ‚Aschi‘ Tanner erzählt, dass er vor acht Jahren Gott an die erste Stelle setzte. Heute erlebt er bei Arbeiten, dass Bauern ihn um Rat fragen und er für sie beten kann. Sein Rat: „Nimm das Wort, lies es und lebe es. Wenn es nötig ist, brauche noch Worte dazu – aber läb‘s!“ Erich Reber spitzt die Kurzbotschaften unaufdringlich-träf , manchmal ernst zu. Er lädt die Besucher ein, Christus von Herzen zu lieben und erkaltete Liebe zu erneuern. Blockaden wie Furcht sollten sie hinter sich lassen. „Die Zeit ist vorbei, da wir als Himmelsdüüsseler bezeichnet wurden“, ruft Reber ins Mikrofon. Jesus wolle seinen Nachfolgern Autorität geben, Dinge zu bewegen.
Die Infrastruktur des Openairs, darunter die 42-Tonnen-Bühne, ist mit Hilfe von über 200 Freiwilligen in zwei Wochen aufgebaut worden – am Trachselwalder Hang kaum denkbar auf durchnässtem Boden. Kurz vor Beginn, am Donnerstagnachmittag, wie sich die Mitarbeitenden zum Gebet treffen, ein grosser Schreck: Im Dorf brennt ein Bauernhaus lichterloh. Helfer eilen hin. Am Abend wird für die betroffene Familie spontan eine Kollekte zusammengelegt. (Die weiteren Kollekten des Wochenendes und Spenden decken laut den Veranstaltern etwa vier Fünftel der Kosten des Openairs, das keinen Eintritt verlangt.)
Power Worship
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Die Bergpredigt für heute: Pfr. Paul Veraguth. |
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25 Täufer aus den USA, unter ihnen zehn Amische, sitzen auf den Holzbrettern am Trachselwalder Hang. Ihre Vorfahren hiessen Huber, Schürch und Keller; sie wurden wegen ihres nonkonformistischen Glaubens verfolgt, bis sie auswanderten. Am Samstag Vormittag finden sich 1500 Besucher ein, ihre Zahl wächst am Abend gegen 4000. Denn angesagt ist Brian Doerksen. Nach einem Kurzauftritt am Freitag streift er durch sein weiträumiges Lobpreis-Universum: Staunen über die Grösse und Güte Gottes trotz aller Zerbrochenheit der Schöpfung.
Der weltweit bekannte Worship-Musiker, begleitet von Anja Lehmann und seiner rockig ausgemischten Band, erweist den Schweizer Täufern kurz seine Reverenz. Zeilen wie „You are my Rock in times of trouble“ erhalten einen tieferen Sinn. Doerksens Vater, der zum Schluss mitsingt, erinnert an den steinigen Weg seiner Vorfahren, niederdeutscher Täufer. Am Sonntag schliesst sich Brian mit „Light the fire again“ seinen Landsleuten an, die mit dem Wunsch nach neuem täuferischem Feuer zum Openair angereist sind.
Freiheit hier – Verfolgung in Indonesien
Regierungsstatthalter Markus Grossenbacher unterstreicht auf der Bühne die Bedeutung des Evangeliums für eine freie Gesellschaft. Die Begegnung auf dem Schloss im November 2003, als Ben Girod als Vertreter der Täufer ihm die Hand reichte, habe ihn geprägt. Lloyd Hoover, ein Bischof der US-Mennonitenkirche in Pennsylvania, betont, dass Christen durch Versöhnung zum
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Zertretene Bänder, die Farben bleiben: Installation von François Bosshard zum täuferischen Erbe im Aufgang zum Schloss. |
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Wesentlichen ihres Glaubens und des Kircheseins vorstossen. Ein Bericht von Christenverfolgung heute geht unter die Haut: Die Indonesierin Arma Perkassa schildert, wie ihre Familie 2004 zu Hause überfallen und ihr Mann von Extremisten ermordet wurde.
Die ganze Bergpredigt leben
Nach einer kurzen Nacht strahlt die Sonne wieder über dem Emmental. Die Zufahrtsstrassen sind verstopft. Peter Pfister, der Präsident des Täuferjahr-Komitees, ist von der fröhlichen Stimmung auf der Wiese und der grossen Menge überwältigt. Der Winterthurer Pfarrer Geri Keller würdigt in seiner Bettagspredigt den einzigartigen Effort der Emmentaler, die dieses ‚Fest für Jesus‘ gestaltet haben. Er ruft dazu auf, die ganze Bergpredigt auszuleben, was nur in der Beziehung mit Christus gelinge. Der Jura-Mennonit Christian Sollberger, der Amische Ben Girod und der reformierte Pfarrer Martin Müller leiten gemeinsam das Abendmahl.
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Strahlende Septembersonne: Durchschnittlich 3000 Besucher besuchten das Openair Trachselwald. |
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Freut sich über die grosse Festgemeinde: Peter Pfister, KOK-Präsident des Täuferjahrs, mit Susanne Wieland. |
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„Ich wusste, dass ich dahin muss“: Brian Doerksen mit Walter und Susanne Wieland. |
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Kann ich den Mördern meines Mannes vergeben? Arma Perkassa schildert den Horror und ihren Kampf mit der Angst. |
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Kurzinterviews mit Organisatoren, Musikern, Rednern (Video-Beiträge)
Mehr Bilder vom Openair
Mehr übers Täuferjahr
Ein Artikel über neuere Entwicklungen im US-Täufertum folgt.