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Hesekiel soll aus der Geschichte geworfen werden

 
Babylon
Das babylonische Ischtar-Tor in einem Berliner Museeum (Foto: Rictor Norton)
Geschichtsrevision in Nahost: Irakische Muslime wollen die Spuren Hesekiels auslöschen, während Palästinenser die biblischen Qumran-Rollen plötzlich beanspruchen - verschiedene Kräfte wollen im Nahen Osten die Geschichte umschreiben.

Hesekiel lebte und wirkte im Irak, zur Zeit des babylonischen Exils (6. Jahrhundert vor Christus). Die Juden waren damals aus ihrer Heimat verschleppt worden und lebten in Babylon, einem Teil des heutigen Iraks. Er wirkte als israelitischer Priester und verfasste prophetische Schriften. Er verstarb noch bevor das Volk befreit wurde, sein Grab liegt in der Nähe von Bagdad. Für Juden und Christen ist er ein wichtiger Prophet, auch 2500 Jahre nach seinem Tod pilgern viele zu seinem Grab.
Nun wurde die irakische Altertumsbehörde von islamischen Führern unter Druck gesetzt, sämtliche Beweise zu vernichten, dass Juden im Irak lebten, Jahrhunderte bevor der Islam entstand. An der Stelle des Hesekiel-Grabes soll nun eine Moschee errichtet werden, berichtet „Politically Incorrect".

Massiver Exodus
Laut „Israel National News" lebten vor wenigen Jahrzehnten noch mehr als 100'000 Juden im Irak. Heute ist noch eine handvoll bekannt, andere wüssten nichts davon, dass sie jüdisch sind, weil ihre Eltern ihnen nichts davon erzählten; schildert Shmuel Moreh, emerierter Professor der hebräischen Universität Jerusalem.

Palästinenser fordern Qumran-Rollen
1947 wurden am Toten Meer in Israel in den Höhlen von Qumran Schriftrollen gefunden, die älter als 2000 Jahre sind. Sie enthalten einige der ältesten Handschriften des Alten Testaments der Bibel. Für Israel wie für die Bibelwissenschaft, für Christen und Juden sind diese Schriftrollen ein unbezahlbarer Schatz. Laut der „Jerusalem Post" fordern nun die Palästinenser diese Schriften für sich. Hamdan Taha, Direktor des palästinensischen Behörde für Antiquitäten und Kunstschätze nannte die biblischen Schriften einen „integralen Teil des palästinensischen Erbes". Eine Forderung, fernab jeglichen historischen Bezugs.

Auch Türkei schreibt Geschichte um
In der Türkei versuchen die Behörden der christlichen Gemeinschaft mit fadenscheinigen Argumenten das Kloster Mor Gabriel zu enteignen. Auch hier zeigt sich eine dreiste Umschreibung der Geschichte: Das Kloster wurde im Jahr 397 erbaut, vor mehr als 1600 Jahren. Im Rechtsstreit nun heisst es, dass auf diesem Gebiet vorher eine Moschee gestanden habe. Gunnar Wiebalck, Mitarbeiter von „Christian Solidarity International" (CSI): „Das ist eine absurde Lüge, Mohammed war erst um das Jahr 600 da und vorher gab es den Islam nicht. Daneben heisst es auch, das Land gehöre der politischen Gemeinde und nicht dem Kloster, dabei steht dieses fast seit biblischer Zeit dort."

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Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet.ch
Datum: 07.01.2010

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