Katastrophen

Das (biblische) Gericht im Golf?

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Szene aus dem Golf von Mexiko.
Hat es seit Tschernobyl eine solche von Menschen verursachte Naturkatastrophe gegeben? Die Ölpest im Golf von Mexiko erinnert den amerikanischen Publizisten Mark Galli an biblische Gerichte. So adaptiert er Worte von Jeremia und spricht Wehe-Worte aus.

«Und das Öl ergoss sich vierzig Tage und vierzig Nächte, denn die Bosheit der Menschen war gross, und das Gericht des Herrn war auf der Erde.» So schliesst Mark Galli, der für das Magazin 'Christianity Today' tätig ist, seinen Text. Jeremia hatte die Jerusalemer gewarnt: «Darum, so spricht Gott der Herr: Seht, mein Zorn, meine Wut wird sich über diese Stätte ergiessen, über Mensch und über Tier und über die Bäume auf dem Feld und über die Früchte des Bodens, und er wird brennen und nicht erlöschen» (7,20). Galli erweitert: «...und über die Früchte des Bodens und das Leben im Meer, und es wird brennen und nicht erlöschen».

Was würde Jeremia heute sagen?

Der Prophet Jeremia, der vor 2600 Jahren in Jerusalem lebte, hörte Gott über seinen verwüsteten Erbbesitz, das Land Kanaan trauern (12,10-11). Mark Galli überträgt diese Klage auf das Meer: «Viele haben meinen Ozean verwüstet, meinen Anteil zertreten, meinen kostbaren Anteil zur schwarzen Öde gemacht. Sie haben ihn veröden lassen, verödet trauert er vor mir. Der ganze Golf ist verödet, denn niemand hat ihn sich zu Herzen genommen.»

«Wehe euch, ihr Konsumenten»

Angesichts der Katastrophe meint Galli Gott, den Herrn, zu hören: «Wehe euch Konsumenten, die ihr fahrt, wenn ihr gehen könntet, die ihr nach Gütern giert, die hergeflogen und -gefahren werden müssen von weit her zu Lande, zu Wasser und in der Luft mit ölverbrauchenden Gefährten; ihr, deren Lebensweise um jeden Preis bewahrt werden muss, was es auch den Planeten kostet oder jene, deren Leben von seinem Zustand abhängt.»

Das zweite Wehe ergeht gegen profitsüchtige Öl-Unternehmer: «Wehe euch, ihr Produzenten, die ihr Gier auf Gier häuft, die ihr schwarzes Gold anbohrt und pumpt und verschifft und raffiniert und dabei kaum an morgen denkt, manchmal nicht an heute.»

Das dritte Wehe gegen die Politiker: «Wehe euch, ihr Präsidenten und Politiker, die ihr eine Hand in der Tasche der Ölkonzerne habt und die andere gefesselt durch (den Willen zur) Selbstbehauptung, die ihr euch fürchtet, den American way of life in Frage zustellen, jene Sucht nach Komfort, die von Treibstoffen getrieben wird.»

Wer leidet?

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Umweltschutz-Organisationen befürchten eine gigantische Naturkatastrophe im Golf von Mexiko.
Das vierte Wehe richtet Galli gegen die Umweltschützer: «Wehe euch, die ihr keinen Schlaf mehr findet, weil Krabben zugrundegehen und der elf in meinem Bild geschaffenen (Menschen), die bei der Explosion umkamen, nicht mehr gedenkt, die ihr wortreich den leidenden Salamander beklagt und blind seid für das Elend derer, die am meisten leiden, wenn meine Erde leidet.»

Das fünfte Wehe gegen die Freunde der Erde: «Wehe euch, ihr Aktivisten, die ihr in Artikeln aufschreit, für die Erde zu sorgen, die ihr in Jumbo Jets zu Konferenzen fliegt und in Taxis zu Restaurants fahrt, um euch zum Wohl der Umwelt zu vernetzen, die ihr Internet-Petitionen lanciert, die Millionen unterzeichnen können, auf Geräten, die mit hohen Treibstoffverbrauch aus Übersee herangeführt wurden...»

Fromm - und blind für Umweltfolgen

Galli verschont auch die Durchschnittschristen nicht: «Wehe euch, ihr Kirchen des Landes, die den Zehnten einziehen und fasten, predigen und beten, die im Handumdrehen zu Megakirchen heranwachsen, die sich um Seelen kümmern, aber nicht das Land, auf dem sie leben, das ich auch gemacht und für gut befunden habe. Wehe euch, die ihr mir nicht vertraut fürs tägliche Brot, sondern erwartungsvoll auf rauchende Dieselmaschinen blickt, die euren Hunger stillen sollen. Wehe allen, die ihre Augen aufheben und meinen Namen anrufen, aber nicht sehen wollen, was sie zerstören, indem sie Energie einziehen in ihren weitläufigen Megabauten und in internationalen Treffen zur Ehre meines Namens.»

Das siebte Wehe spricht die Verwirrung an: «Wehe allen, die sich zwischen Schicksal und Notwendigkeit hin- und hergerissen fühlen, unsicher, was sie wirklich brauchen, verwirrt, was wahr und was aufgebauscht ist, deren linke Hand weiss, wie die Rechte die Umwelt verschmutzt, die aber ihre Familie ernähren müssen, die Augen haben, um zu sehen, und Ohren, um zu hören, aber denen die Kraft abgeht, der Weltwirtschaft einen anderen Kurs zu geben.»

Segen, weil...

Mark Galli hat auch sieben Segensworte zusammengestellt. Das erste: «Gesegnet sind die, die bereuen und umkehren, nicht aus Angst, sondern weil sie die Gute Nachricht (von Jesus) glauben.» Das zweite spricht jenen Segen zu, die daran festhalten, dass Gott der Allmächtige seine Schöpfung immer noch in der Hand hat. Gesegnet sind jene (das dritte Wort), die einsehen, dass Gott in seinem Eifer die Umweltsünden der Menschen an ihren Kindern und Kindeskindern heimsucht, bis zur dritten und vierten Generation - und dass er doch wie ein Vater sich über seine Kinder erbarmen will.

Das fünfte Wort: «Gesegnet jene, die wissen, dass sie den Planeten nicht retten können, so wenig wie sie sich selbst retten können, wie gut ihre Werke auch sind, die wissen, dass ich einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen und dabei meine Geliebten in unverderbliche Leiber kleiden werde.»

Zum Thema:
Die Besinnung von Mark Galli 


Quelle: Livenet / Christianity Today

Datum: 08.06.2010

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