Wissenschaftler sieht Biblische Archäologie gefährdet

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Wolfgang Zwickel
Die Biblische Archäologie an deutschen Universitäten ist nach Aussage des Mainzer Archäologen und Alttestamentlers Wolfgang Zwickel akut gefährdet.

Die Archäologie der biblischen Länder geniesse durch populäre Veröffentlichungen und Filme eine zwar hohe öffentliche Aufmerksamkeit, dennoch sei die international renommierte deutsche Forschung in ihrer Existenz bedroht.

Die Biblische Archäologie ist Zwickel zufolge in den deutschsprachigen Ländern nach mehreren Streichungen nur noch mit Lehrstühlen in Mainz, Kiel und Wuppertal in Verbindung mit dem Alten Testament vertreten. Eine Ausbildung von wissenschaftlichem Nachwuchs sei mit jeweils zwei Semesterwochenstunden Lehre nicht möglich. Der Etat für Sachkosten betrage etwa in Mainz dieses Jahr 1688 Euro. Daraus könnten keine neuen Bücher mehr beschafft werden. Arbeiten könnten nur über ausseruniversitäre Mittel finanziert werden.

Grosse Verdienste

Dabei hat die Biblische Archäologie nach den Worten von Zwickel das Verständnis der Lebenswelt des Alten Orients über die biblischen Schriften hinaus grundlegend verändert.

Zwickel hat bereits eine Offensive in der Öffentlichkeit gestartet. Ausstellungen des Mainzer Lehrstuhls über Symbole und Edelsteine der Bibel haben jeweils 25.000 Besucher angezogen. Das im vergangenen Jahr in Frankfurt am Main eröffnete und als "Erlebnismuseum" konzipierte Bibelhaus hat bereits 27.000 Besucher angelockt.

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Ausstellungen über das Leben von Frauen im alten Israel und die Gründung eines Freilichtmuseums für biblische Pflanzen sollen dieses Jahr Menschen für die Biblische Archäologie begeistern.

Zwickel will auch der Wissenschaft mit der Aufnahme von Grabungen, dem Aufbau einer Datenbank für antike Ortsnamen in Palästina und der Digitalisierung von 50.000 Dias neue Impulse verleihen. Der erste Masterstudiengang "Biblische Archäologie" soll in zwei Jahren in Mainz beginnen. Auch zur Finanzierung seiner Aktivitäten hat der Mainzer Archäologe eine neue Idee: Er plant die Gründung einer Stiftung.

Datum: 15.03.2004
Quelle: Epd

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