Peter Gyger
Der Bergretter
Peter Gyger hängt an der Seilwinde und wird vom Windenspezialist zum Verletzten abgelassen. Beim Unfallopfer angekommen, sichert er sich und den verletzten Bergsteiger an der Wand und schickt den Helikopter in eine Warteposition. Jeder Handgriff sitzt, ist vielfach eingeübt. Der 51 jährige gelernte Bergführer hat vor dreissig Jahre das erste Mal im Rettungswesen mitgearbeitet und gleich Feuer gefangen. Seither ist er bei hunderten von Einsätzen als Bergretter im Einsatz gestanden. "Wenn der Alarm per Pager ankommt, bin ich manchmal kurz nervös, aber sobald ich im Helikopter sitze, ist das vorbei," sagt Peter Gyger. Bis zu 10 Einsätze pro Monat können sein. Jedes Teammitglied habe seine Aufgabe und werde dabei von den anderen respektiert und unterstützt. "Wenn wir als eingespieltes Team für eine gelungene Rettungsaktion in Not geratener Menschen sorgen können, gibt mir das viel und macht grosse Freude," meint Peter Gyger.
Der Rettungseinsatz verläuft dank der guten Zusammenarbeit des Teams reibungslos, der verunfallte Bergsteiger wird mit einem Beinbruch nach der Erstversorgung durch den Notarzt ins nächstliegende Krankenhaus geflogen.
Als Held sieht sich Peter Gyger nicht: "Ich bin nur wie ein kleines Zahnrad, das mit vielen andern zusammenarbeitet." Die Rettung von Menschenleben stehe im Zentrum. Jeder arbeite auf dieses Ziel hin. Persönlicher Ehrgeiz habe dabei keinen Platz. Der Einsatz von Technik und das Fliegen seien aber schon faszinierend, meint Peter Gyger.Die hohe Professionalität der Schweizer Bergretter wird dank regelmässiger Ausbildung und intensivem Training erreicht. Dafür setzt sich die Stiftung Alpine Rettung Schweiz ein, die dazu eng mit der Rega und Schweizerischen Alpenclub, SAC zusammenarbeitet.
Stress beim Retten kennt er unter normalen Bedingungen nicht, höchstens dann, wenn die Wetterbedingungen sich verschlechtern und den Einsatz des Helikopters gefährden. Die Entscheidung für einen Abbruch des Einsatzes wird gemeinsam als Team gefällt, dafür ist Peter Gyger dankbar. "Das sind dann schwierige Momente, doch Sicherheit geht vor und es braucht manchmal Mut Nein zu sagen."
Die Natur, die majestätische Bergwelt helfen ihm abzuschalten, zur Ruhe zu kommen. Auch sportliche Aktivitäten, auf dem Fahrrad oder zu Fuss, sind ihm wichtig. Manchmal ist es dann jedoch wieder der Alltag mit den täglichen Pflichten, der ihn nach einem Einsatz wieder auf den Boden zurückholt.Bei seinen Einsätzen wird er immer wieder mit Tod und Leid konfrontiert. Besonders hart ist es für ihn, wenn er die verunfallte Person gekannt hat. Dann sei es besonders schwierig loszulassen, da leide er mit. "Manchmal werde ich auch wütend, warum trifft es jetzt genau diese Person. Doch da hilft mir der Glaube an Gott. Ich kann die Situation, das Leid Gott hingeben und ihm überlassen auch wenn ich es manchmal nicht verstehe."
Webseite:
www.alpinerettung.ch
www.sac.ch
www.rega.ch
Die Alpine Rettung Schweiz ist eine Stiftung der beiden Rettungspartner Schweizer Alpen-Club SAC und Rega.
Die Alpine Rettung Schweiz, umfasst
o 92 Rettungsstationen, aufgeteilt in
o 9 Rettungszonen im Alpenraum und im Jurabogen
o 2000 Bergretter
SAC Retter "arbeiten" freiwillig und ehrenamtlich in den Rettungsstationen.
SAC Retter absolvieren regelmässig Übungen und Kurse um die Einsatzfähigkeit zu erhalten und im Ernstfall optimal und kompetent Hilfe leisten zu können.
Die Rettungsstationen sind mit modernem, dem Gelände und der Topographie angepasstem Material ausgerüstet.
An die 80 RSH (Rettungsspezialisten am Helikopter) leisten regelmässig Pikett und sind bei zahlreichen Helikopterrettungen ein wichtiges Crew-Mitglied, das für alpin-technische Belange massgebend ist.
Zu sehen ist der Rettungsspezialist Peter Gyger in der Sendung: "Der Berg ruft" von Fenster zum Sonntag auf SFzwei.
Sendezeiten:
Samstag, 06.09.2008, SF zwei: 17.30 Uhr / SF info: 18.05 Uhr
Sonntag, 07.09.2008, SF zwei: 12.25 Uhr / SF info: 18.05 Uhr
Autor: Willy Seelaus
Quelle: Jesus.ch
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