Ex-Muslim Mohammed

«Dank einem Imam fand ich zu Christus»

Mohammed (Name geändert) war wegen seines christlichen Glaubens mehrmals vor Gericht und im Gefängnis. Trotz Widerstands ist er in seiner Heimat Algerien für Jesus unterwegs.

Zoom
Mohammed kam durch einen Imam in Kontakt mit einem Christen, studierte das Neue Testament und fand zum Glauben an Jesus Christus
Mohammed, wie kamen Sie dazu, Jesus Christus nachzufolgen?
Mohammed:
Ein Imam trug ungewollt dazu bei. Er kam eines Tages auf mich zu und sagte: «In Algerien gibt es Christen. Wir müssen uns darum bemühen, dass diese wieder zum Islam finden und dass nicht noch mehr Christen werden.» Er schlug mir ein Buch vor, das beweise, dass die Bibel gefälscht sei.

Ich begann, dieses Buch, in dem Bibelstellen kommentiert waren, zu lesen. Doch um eine fundierte und differenzierte Debatte führen zu können, war ich der Meinung, dass wir parallel dazu eine Bibel lesen sollten. Das sei gefährlich, meinte der Imam. Doch ich beharrte darauf, worauf er mich an einen Christen verwies und sagte: «Es ist in deiner Verantwortung. Solltest du auf Abwege geraten, will ich nichts damit zu tun haben.»

Man könnte meinen, dass er schon ahnte, was passieren würde.
Jedenfalls mass er der Bibel einen grossen Einfluss bei. Von dem Christen erhielt ich ein Neues Testament und ich begann, dessen Inhalte mit dem anderen Buch zu vergleichen. Ich musste feststellen, dass die Kommentare im Buch nicht dem Inhalt der Bibel entsprachen. So fing ich an, mit dem Christen zu debattieren. Wenn dieser Mann über Gott sprach, tönte das so, wie wenn er eine persönliche Beziehung zu Gott hatte. Das war mir fremd. Eines Tages stellte er mir die Frage: «Bist du wirklich und ernsthaft auf der Suche nach Gott?» Diese Frage irritierte mich.

Ich betete: «Gott, zeige mir, wer du bist. Ich möchte dir treu sein, dir nachfolgen, dir gefallen.» Am nächsten Tag traf ich den Mann zufällig. In seinem Beisein konnte ich Jesus Christus in mein Leben aufnehmen. Ich verspürte einen tiefen Frieden, fühlte mich befreit, wie wenn eine schwere Last von mir abfiel. Ich sagte zu Gott: «Hilf mir, dass ich dazu beitragen kann, damit auch andere Menschen diesen Frieden finden.»

Eine Entscheidung mit Konsequenzen, oder?
Meine Familie meinte: «Jetzt hast du eine Schraube locker, du musst zum Psychiater.» Sie liessen den Imam kommen, ihm folgten zwei weitere Imame. Sie rezitierten vor mir Koranverse. Ich sagte ihnen: «Ihr könnt euer ganzes Leben lang den Koran rezitieren. Denjenigen, der in mein Herz kam, werde ich den Rest meines Lebens in meinem Herzen behalten.» Der Imam schlug vor, mich von zuhause zu verbannen. Doch ich ging freiwillig, suchte mir am neuen Ort einen Job und lernte auch meine zukünftige Frau kennen.

Sie liessen alles Vertraute zurück. Wie ging Ihr Leben weiter?
Ich wollte Gottes Liebe zu uns Menschen bekannt machen und kam mit Glaubensgeschwistern in Kontakt, die dasselbe Anliegen hatten. In einer christlichen Satelliten-TV-Sendung konnten wir unsere Telefonnummer einblenden. Manchmal bekamen wir daraufhin monatlich bis zu 500 Telefonanrufe von interessierten Landsleuten, die Gespräche, Gebete oder eine Bibel wünschten. Wir fingen an, diese Menschen zu betreuen und sie mit Christen in ihrer Nähe zu vernetzen. So entstanden Hausgemeinden im ganzen Land.

Was wohl nicht ohne Widerstand geschah, oder?
Im Jahr 2006 haben unsere Behörden landesweit alle Gottesdienste verboten. Auch die Verbreitung des christlichen Glaubens kann bestraft werden. Wer sich nicht daran hält, riskiert eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Busse von 5'500 Franken (5'000 Euro). Das entspricht dem 15-fachen eines durchschnittlichen Monatslohnes. Ich war deswegen schon mehrmals vor Gericht und im Gefängnis.

Warum machen Sie trotz allem weiter?
Es ist mein Auftrag und Gott ist in allen Situationen mit mir. Das durfte ich einmal mehr erfahren, als die Polizei bei uns 500 Bibeln entdeckte und uns deswegen verhaftete. Unsere Festnahme verbreitete sich wie ein Lauffeuer in den umliegenden Polizeirevieren. Die Beamten wussten nicht, dass es algerische Christen gibt. Neugierig besuchten sie uns, stellten uns Tag und Nacht Fragen. Vor Gericht las der Richter uns die Anklageschrift vor: «Die Polizei hat bei Ihnen sechs Bibeln konfisziert.» Nur sechs Bibeln? Es scheint, dass die restlichen 494 Bibeln bei all den Polizisten auf Anklang gestossen waren! Wir kamen frei, doch die Behörden beschlagnahmten daraufhin unsere Wohnung und wir mussten uns andernorts eine neue Existenz aufbauen.

Wie es scheint, liessen Sie sich aber nicht entmutigen?
Es war eine schwierige Zeit, doch die Anfragen via Satelliten-TV kamen weiterhin rein. Wir betreuen und vernetzen heute im ganzen Land Menschen und dürfen erleben, wie immer mehr Hausgemeinden entstehen. Wir betreiben Webseiten, soziale Medien und ein Internetradio. Innerhalb eines halben Jahres kontaktierten uns rund 44'000 interessierte Personen alleine über unsere Webseiten.

Was haben Sie für Zukunftspläne?
Gott allein kennt unsere Zukunft. Unsere Vision ist, dass es in allen Orten Algeriens eine Gemeinde gibt. Wir helfen, wo Not herrscht.

Solidaritätsaktion verfolgung.jetzt

Am 10. Dezember 2016 (internationaler Tag der Menschenrechte) findet in Bern, Zürich und Genf die jährliche Solidaritätsaktion verfolgung.jetzt statt. Das Ziel ist, verfolgten Christen eine Stimme zu gegeben und für sie einzustehen – mit Strassenaktionen und einem Flashmob.

Zur Webseite:
Videozeugnis Mohammed
verfolgung.jetzt
Sonntag der verfolgten Kirche

Zum Thema:
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Datum: 15.10.2016
Autor: Simon Brechbühl
Quelle: HMK Hilfe für Mensch und Kirche

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