120'000 Unterschriften

Vaterschaftsurlaubs-Initiative zustande gekommen

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Die Volksinitiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie» ist zustande gekommen. 120'000 Unterschriften wurden gesammelt. Das meldete der Verein «Vaterschaftsurlaub jetzt!» am Samstag und somit einen Tag vor dem Schweizer Vätertag.

An der Sammlung haben sich die Dachverbände der Arbeitnehmenden (Travail.Suisse), der Familien (Pro Familia Schweiz), der Frauen (Alliance F) und der Männer- und Väterorganisationen (männer.ch) beteiligt. Den Verbänden gehören insgesamt über 140 angeschlossene Organisationen an, darunter der Katholische Frauenbund (SKF) und die Evangelischen Frauen Schweiz. Die Unterschriften werden noch diesen Sommer eingereicht.

Nachdem das Parlament in den letzten zehn Jahren über dreissig Vorstösse zu Vaterschafts- oder Elternurlaub «vom Tisch gefegt hat», entschied sich die breite, zivilgesellschaftliche Allianz dafür, eine Volksinitiative für einen 20-tägigen, flexibel beziehbaren Vaterschaftsurlaub zu lancieren.

Rolle des Vaters aufwerten

Über 80 Prozent der Stimmberechtigten seien gemäss Umfrage für einen Vaterschaftsurlaub, schreibt der Verein. Väter seien heute viel präsenter in den Familien als noch vor 30 Jahren. Die meisten Mütter gingen nach ihrem Mutterschaftsurlaub wieder einer Erwerbsarbeit nach. Die Familien wohnten nicht mehr so nah, dass Grosseltern selbstverständlich helfen können.

Ein einziger Tag Vaterschaftsurlaub entspreche «in keiner Weise mehr den Bedürfnissen der heutigen Familien». Das vorgeschlagene Modell mit 20 Tagen flexibel beziehbarem Vaterschaftsurlaub sei eine «vernünftige und damit Ur-Schweizerische Lösung».

Familien- und arbeitgeberfreundlich

Das Modell sei familienfreundlich, weil es dem Vater ermögliche, nach der Geburt für das Neugeborene, seine Partnerin und allfällige ältere Geschwister da zu sein. Das Modell sei zudem arbeitgeberfreundlich, weil es den männlichen Angestellten ermögliche, mit ihren Vorgesetzten die beidseits passende Lösung zu verhandeln.

So könnte ein Vater beispielsweise zwei Wochen direkt nach der Geburt zu Hause bleiben und die verbleibenden Tage einzeln während dem ersten Lebensjahr des Kindes beziehen. In einem anderen Fall passe es vielleicht besser, wenn der Vater während 20 Wochen je einen Tag die Verantwortung für die Kinderbetreuung übernehme.

Zum Thema:
Wenn Väter fehlen: Vaterseelenallein
Aktive Väter: Kinder brauchen Kamikaze-Spiele
Vorstoss knapp abgelehnt

Vaterschaftsurlaub in der Schweiz – hat eine Initiative bessere Chancen?
Margrit Stamms Zwischenruf: Wie ist ein guter Vater wirklich?

Datum: 06.06.2017
Quelle: kath.ch

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