Ferienzeit

Reisen Sie ins Glück!

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Stapfers stellen es diesmal richtig an. Ferien wie letztes Jahr sollen ihnen nicht nochmal passieren. Da stimmte einiges nicht. Der Strand war zwar in Ordnung und das Essen üppig. Aber Käfer im Hotelzimmer, die Klimaanlage, der Lavaboablauf… Und bis weit nach Mitternacht hoben die Flugzeuge vom nahegelegenen Airport ab, dass die Fensterscheiben zitterten.

Stapfers werden sich in Acht nehmen. Doch welches Reiseziel? Rico hat schon im letzten Herbst Reisekataloge durchgesehen (die alten). Im Januar besuchten er und Sabine die Ferienmesse. Dann kürzten sie den Skiurlaub ab, weil sie sich den tollen Alaskaabend mit atemberaubenden Bildern nicht entgehen lassen wollten.

Freunde erzählten ihnen von ihren Traumferien am Roten Meer. In den letzten Wochen ist ein Prospekt nach dem andern mit viel Blau und gebräunter Haut ins Haus geflattert. Rico surft im Internet, spricht mit Kollegen, geht aufs Reisebüro. Für die schönsten Wochen des Jahres scheut er keine Mühe, auch Sabines wegen. Denn dafür, für solche Zeiten der Entspannung und des Genusses, leben wir ja, oder?

Streben nach Glück

Erkennen Sie sich wieder? Oder sind Rico und Sabine Stapfer eine arg verzeichnende Karikatur von Herr und Frau Schweizer? Nun, Perfektionisten sind wir doch – und unsere Reiseberaterinnen auch. Das Bessere ist gut genug. Für Qualität bezahlen wir ja schliesslich. Es sind unsere sauer verdienten Franken (etwas stärker gegenüber dem Dollar als auch schon, aber das Flugbenzin macht uns einen Strich durch die Rechnung).

Auch wer die Ferien nicht so vorbereitet wie Stapfers – nach Zeiten des Glücks streben wir alle. Tausende verreisen an Ferientagen mit dem Jet in alle Himmelsrichtungen, um ihre Träume wahr werden zu lassen. Das Streben nach Glück hat tiefe Wurzeln in unsere Kultur geschlagen. Es geht ums Glück. Und wer es sich leisten kann, tut was dafür. Die Tourismusbranche ist weltweit der grösste Wirtschaftszweig.

Entspannung für alle

Dabei sind wir (die meisten jedenfalls) Exzessen abhold. Wir können uns auch frei fühlen ohne Bungee Jumping. Es muss kein Andengipfel bestiegen werden, auch nicht der Kilimandscharo, damit wir dem Alltag enthoben sind. Wir sind keine Freaks, aber wir sehnen uns nach Distanz zu dem, was uns sonst auf Trab hält. Wir brauchen sie zum Leben.

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Gott hat sich das auch überlegt. Ganz am Anfang. Und den siebten Tag abgesondert von den sechsen. Der siebte ist in eben diesem Sinn heilig. Sabbat für die Juden. Sonntag für die Christen. Ruhe für alle, auch die Leute im Dienstleistungssektor (im vierten Gebot extra erwähnt). Entspannung und Ruhe tun Not – regelmässig.

Darüber hinaus richtete Gott Feste ein, mehrmals im Jahr. Sie waren in der Zeit des Alten Testaments die Ferienzeiten. Die Menschen in Israel schwärmten nicht in alle Himmelsrichtungen, alle Herren Länder aus, sondern fanden sich in der Hauptstadt ein zum Feiern, Plaudern, Essen. An Festen, die für Gross und Klein die Güte Gottes erlebbar machten.

Auf der Suche nach Glück tun wir gut daran, diese beiden Punkte zu bedenken. Und uns daran zu erinnern, dass die „Lust der Augen“, ihr Verlangen, mehr zu sehen, und das Verlangen nach Erlebnissen, die sich vorzeigen lassen, vergänglich ist. So wie – der biblische Autor Johannes sagt es kurz und bündig – die ganze Welt vergeht.

Wir wissen darum. Auch wenn wir uns gern was Anderes vorspiegeln lassen. Tief innen wissen wir, dass auch Fünfstern-Luxus an der Côte d’Azur, in Marbella oder Side das tiefste Sehnen nicht stillen würde. Kein Ferienerlebnis tut dies.

Denn wir sind Touristen, unterwegs zu einem besseren Ziel, das Gott in unser Herz gelegt hat. Bei ihm selbst sollen wir ankommen. Wohin sind Sie unterwegs?


Autor: Peter Schmid
Quelle: Livenet.ch

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