Einmal Noah und zurück

«Adonia» bringt biblische Geschichte in 70 Ortschaften

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Im Frühling 2017 touren 18 Teenager-Chöre durch die Schweiz, davon drei durch die Romandie. Dies mit dem Musical «Noah», dem jüngsten Werk der Jugendmusik-Bewegung «Adonia» aus Brittnau (AG). «Adonia»-Gründer Markus Hottiger gewährt einen Einblick in seine generelle Herangehensweise sowie in seine neuste Produktion.

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Markus Hottiger
Vor fast 30 Jahren hatte «Adonia»-Gründer Markus Hottiger das Musical bereits einmal geschrieben gehabt. «Damals schrieb ich Musicals eher noch als Singspiele mit Theater», erinnert sich der Nachwuchs-Musik-Pionier. «Damals war noch nicht so viel Groove und Action darin.»

Das Musical «Noah» war damals die erste CD, welche Adonia veröffentlichte. «Davor hatten wir Kassetten oder Schallplatten. Für das Cover ging ich noch selbst einen Regenbogen fotografieren.»

«Ein ganz anderes Musical»

Heute sei die Herangehensweise ganz anders. «Zuerst studiere ich, was die Hauptaussagen sind, die interessieren könnten und stelle diese danach in den Vordergrund.» Im Vergleich zum ersten Noah-Musical gebe es nur noch einen Song, der den gleichen Titel trage, nämlich das Stück «Der Regenbogen».

Es mache einen Unterschied, ob man mit 25 Jahren oder 56 Jahren ein Musical schreibe. «Man hat eine ganz andere Lebenserfahrung und Erkenntnis. Man macht sich anders daran, es ist ein ganz anderes Musical als damals.»

Eingängige Reime

«Zuerst lese ich immer den Bibeltext», gewährt Markus Hottiger einen Einblick in seine Arbeitsweise. «Ich stelle ihn mir so richtig vor, auch plastisch, wie das hätte sein können. Und ich lese Kommentare dazu, was dies bedeutet und was es für einen grossen Zusammenhang mit der ganzen Bibel hat.»

Anschliessend überlege er sich, welche Themen gut in einen Song passen würden. «Dann schreibe ich mir zwölf bis fünfzehn Themen auf, zu denen ich ein Lied verfassen könnte.»

Die Songzeilen reimen sich in der Regel. Hottiger bezeichnet dies als höhere Kunstform, die einen praktischen Zusammenhang habe, da man Reime besser behalten könne und der Inhalt besser verstanden werde, weil man schon wisse, was komme, ehe der Satz zu Ende ist. Der Komponist nennt ein Beispiel: «'Noah ist auf dem grossen Arche-Schiff, er hat alles völlig-total im… Griff'. Jeder weiss, was kommt.»

In die heutige Zeit übertragen

Einer der Schwerpunkte im Musical ist das Leben im Schiff. «Ich versuche, das Musical auch in die heutige Zeit zu transferieren. Ich stellte mir deshalb vor, wie es wäre, wenn heute eine Grossfamilie für eine so lange Zeit auf ein Schiff gehen müsste und auf so engem Raum zusammen sein müsste. Was würden da für Gefühle aufkommen…»

Es dürfen Dinge vorkommen, die nicht explizit in der Bibel stehen, erklärt Hottiger, es dürfe aber nichts sein, das ihr wiederspricht. «Wir wissen ja nicht, was sie auf dem Schiff für ein Verhältnis hatten. Deshalb hat man da etwas Spielraum.»
Auf diese Weise kämen auch Gesellschaftsthemen auf. «Ich versuche plakativ, gewisse Sachen, die in der heutigen Zeit passieren, auf ein oder zwei Figuren zu übertragen.»

«Gott reute es» (nicht)

Besonders angesprochen habe ihn, dass es heisst: «Gott reute es, dass er Menschen gemacht hatte. Dazu machte ich mir Gedanken und fragte mich, ob es ihn heute auch noch reut. Das Böse ist ja immer noch in der Welt.» Aber die Geschichte mit Noah sei nicht dabei geblieben. «Es war der Anfang, aber zum Schluss kommt eine grosse Zuversicht, der Regenbogen und die Zusage, dass nie wieder eine solche Flut kommen wird. Er sagt zudem: 'Vermehrt euch!' Das hat mich ebenfalls angesprochen, wenn man Grossvater wird und die Enkel kommen, was das bedeutet, der Kreislauf des Lebens. Der kommt schon in der Bibel.»

Das Musical sei denn auch generationenübergreifend. Aufgeführt wird es in mehr als 70 Ortschaften in der ganzen Schweiz.


Zur Webseite:
Musical «Noah»

Zum Thema:
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Datum: 29.03.2017
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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