Positiv HipHop

HipHop Center mit christlichen Wurzeln

Christen gibt es über das ganze Musikspektrum hinweg. In Bern kümmert sich das HipHop Center um den Nachwuchs gleichnamiger Sparte, wozu Rapper, Beatboxer, Tänzer und andere Künstler gehören. Im Center geht es um die Verknüpfung von HipHop und Gott.

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Mitglieder des HipHop Centers beim Tanzen und Rappen
«Uns geht es um die Beteiligung in der HipHop-Kultur», sagt Benjamin Müller, Betriebsleiter des HipHop Centers in Bern Nord. Als Mitglied der Rap-Gruppe hm-clan hat er das Center mit seinen zwei Rapkameraden und deren Frauen gegründet.

Das Zentrum bietet Workshops in den Elementen der HipHop-Kultur an. Vor allem aber ist es ein Ort, wo junge Tänzer und Musiker alleine oder mit ihren Crews Räumlichkeiten und Infrastruktur für wenig Geld nutzen dürfen. Bei Bedarf mit der Möglichkeit einer Begleitperson.

Im Zentrum stehen zwei Ziele: Erstens geht es um Positiv-HipHop. Ausdrucksformen wie Dissen* oder abfällige Battles** sind nicht Teil dieser Kultur. Zweitens ist es wesentlich, HipHop und Gott zu verknüpfen. Die jungen Erwachsenen, die das Center besuchen – in der Regel zwischen 9 und 30 Jahren alt, sowohl Jungen wie Mädchen – wissen, dass die Mitarbeiter Christen sind. Viele der Beteiligten positionieren sich zwischen Positiv-HipHop und Gott und darin liegt eine spannende Herausforderung, berichtet Müller.

Fachliche Unterstützung, wie auch Coaching

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Betriebsleiter und Soziokultureller Animator des HipHop Centers Benjamin Müller
Die Mitarbeiter des Zentrums stehen den jungen Erwachsenen im fachlichen Bereich bei. Sie unterstützen bei Tanz und Rap oder helfen, wenn es darum geht, Events zu organisieren oder Workshops durchzuführen. Auf der anderen Seite ist die professionelle Begleitung der Jungen ein relevanter Bestandteil ihrer Arbeit. Bei Fragen zu Lebens- und/oder Glaubensthemen dürfen die jungen Erwachsenen jederzeit auf die Ansprechpersonen zugehen.

Diese Möglichkeit wird laut Benjamin Müller sehr gut genutzt. «Der Bedarf ist so gross, dass wir ihm nicht gerecht werden können», berichtet er im Interview. Aus finanziellen Gründen hat das Center nur eine begrenzte Anzahl an Mitarbeitern, auch wenn weitere dringend nötig wären.

Darum sind sie zurzeit auf der Suche nach Organisationen, Kirchen und Privatpersonen, die bereit sind, in diese Arbeit zu investieren und das Center zu unterstützen. Müller: «Wir wollen unsere Arbeit erweitern und in Zukunft bewusst mehr in die Coachings investieren und Sozialpraktikas anbieten.» Das ganze Projekt steht damit an einem Scheideweg. «Wenn das nicht zustande kommt, dann werden wir das Center wohl schliessen müssen.»

HipHop im Gottesdienst

Das Center führt jedes Halbjahr einen HipHop-Gottesdienst zusammen mit der Markuskirche in Bern durch. Er ist ein grosser Bestandteil der Arbeit im Zentrum und wurde zum Treffpunkt vieler in der HipHop-Szene.

Die Vorbereitung dauert ungefähr drei Monate. In dieser Zeit erarbeiten die Mitglieder des Zentrums Rap, Musik, Tanz und einen Teil der Predigt. Sie bestimmen das Thema des Gottesdienstes und arbeiten eng mit Pfarrer Herbert Knecht der Kirchgemeinde Markus zusammen.

Benjamin Müller sagt, die Vorbereitungszeit sei für ihn und die Leiter des Zentrums fast wichtiger als der Gottesdienst selbst. «Es ist sehr spannend zu sehen, wie die jungen Erwachsenen mitreden und sich mit biblischen Themen beschäftigen. Dabei geschieht bei ihnen sehr viel und sie bekommen eine Stimme innerhalb der Kirche.»

Der nächste Gottesdienst ist heute, Sonntag, 23. März um 19:00 Uhr in der Markuskirche Bern.

*Dissen ist ein Ausdruck für das Verspotten und Verhöhnen eines anderen.
**Battles sind Rap-Wettkämpfe.

Webseite:
Hiphop-Center

Zum Thema:
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Datum: 24.03.2014
Autor: Nora Koch
Quelle: Livenet

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