Ein besonderes Duo

Black Gospel trifft auf weissen Jazz

Der Gospelpianist Martin Jufer und die Jazzsängerin Sandy Patton bilden zusammen ein interessantes musikalisches Duo und haben nun ihre erste gemeinsame CD mit dem Titel «What a Friend» herausgegeben, die Sie hier gewinnen können.
Martin Jufer und Sandy Patton
Martin Jufer
Sandy Patton

Vor etwa acht Jahren wurde Martin Jufer vom Dirigenten der Swiss Mountain Singers als Pianist für die Begleitung des Gospelchores engagiert. Die in Michigan (USA) geborene, afroamerikanische Sandy Patton war bereits drei Jahre als Gastsängerin dabei, und so lernten sie sich kennen und schätzen; ein musikalisches Duo begab sich auf einen harmonisch-swingenden Weg. Denn beide bewegen sich im selben Musik-Groove. Nun haben sie gemeinsam eine CD herausgegeben.

Das jazzige Gospel-Album «What a Friend» ist 14 Lieder stark und nur gerade von der in Bern lebenden Sandy Patton und dem Wyssacher Martin Jufer eingespielt. Das CD-Cover ist in Schwarz-Weiss gehalten, was als Vorbote zur Musik in der Hülle passt. Beim tieferen Eintauchen eröffnen sich jedoch augenblicklich die feinen Grautöne. Man könnte denken, dass die nackte Besetzung von Stimme und nur einem Instrument doch etwas gar karg ist und wird überrascht, wie viel an Stimmungen und Nuancen die Lieder an den Gefühls-Saiten anklingen lassen.

Songs und ihre Geschichten

Martin Jufer erzählt, mit welchen Songs ihn eine spezielle Geschichte verbindet: «'What A Friend we have in Jesus' ist der erste Song, den ich Sandy vorschlug, gemeinsam in unser Repertoire zu nehmen. Die deutsche Fassung dieses Liedes begegnete mir bereits in der Kindheit im Gottesdienst. Während meiner Ausbildung als Jazz-Pädagoge arrangierte ich es entsprechend. Nun ist eine swingende und gleichwohl sehr authentische Version der Message entstanden.»

«'Were You There' ist ein Spiritual, der mich schon seit den frühen Neunzigerjahren stark berührt. Ich habe diesen bereits mit Gilliane Lehmann eingespielt. Mit der aktuellen Version bin ich jedoch der Überzeugung, dass die Message in einer klaren Sprache und Schlichtheit durchdringender wirkt. Mir gefällt das Konzept, auf dem Sandy diesen Song gesanglich aufbaut: Fast ohne Druck in der Stimme und sehr behutsam und gleichzeitig als Einladung zum aufmerksamen Hinhören.»

Die Lieder kommen teils leichtfüssig, «easy listening» und teils mit einer enormen Tiefe daher. Immer wieder erstaunlich ist, wie viel das Duo aus den traditionellen Klassikern herauszuholen vermochte; nur gerade mit einem Instrument, Flügel oder Saxophon, und der intensiven Stimme der versierten Jazz-Sängerin Sandy Patton. Teilweise untermalt Martin Jufer die Lieder auch noch mit seinem eigenen Gesang.

So begegnen dem Zuhörer bekannte Lieder wie, «Wade in the water», «Joshua fit the Battle of Jericho», das aktuelle «Halleluja» von Leonard Cohen und weitere elf Gospel-Perlen.

Live und schnell produziert

Martin Jufer hat die Produktion des Albums so erlebt: «Im November 2014 haben wir ein erstes Duo-Konzert gespielt. Im Oktober 2015 ein zweites, wo die Idee einer CD das erste Mal von Sandy aufs Tapet kam. Ursprünglich wollten wir die CD live an einem Konzert einspielen, kamen aber wieder von der Idee ab, da wir dabei im Tonstudio noch viel Nacharbeit hätten machen müssen. Schliesslich entschieden wir uns, die CD direkt und akustisch, mit Steinway-Flügel, einzuspielen. In knapp zwei Tagen Aufnahme und weiteren zwei Tagen, wo der Tontechniker am Mix arbeitete, hatten wir die CD im Kasten.» 

Dabei war ihnen wichtig, auf der CD den Live-Sound möglichst authentisch festzuhalten. So haben sie auf Zusatzspuren und virtuelle Sounds verzichtet und sich auf das «1-Stimme-plus-1-Instrument-Konzept» konzentriert.

Unbändige Freude – sie konnte nicht anders

Wie begeisternd ihre Musik auf das Publikum wirken kann, zeigt ein eindrückliches Beispiel vom Pianisten Jufer: «Als wir in Wyssachen, in der reformierten Kirche, unser erstes Vorbereitungskonzert vor der CD-Aufnahme spielten, ergriff eine Kirchgemeinderätin am Schluss des Konzertes das Wort, obschon sie geplant hatte, nichts mehr zu sagen. Sie war persönlich so berührt, dass sie ihre Freude mit allen und uns teilen wollte…»

Das Projekt «What a friend» ist also nichts für postmoderne Dancepartys, jedoch etwas für Musikgeniesser, welche minimalen und dynamisch arrangierten Gospel-Jazz mögen.

Zu den Musikern

Martin Jufer, verheiratet mit Silvia, 2 erwachsene Töchter, Wohnhaft in Wyssachen (BE)
Dipl. Klavierlehrer SMPV für Jazz/Pop-Piano, Gospelpianist seit 1992, Künstlerischer Leiter von Psalmodia Kanton Bern (vorher: seit 1997 von Psalmodia Neuchâtel), Lehrer für Keyboard/Jazzpiano an der Musikschule Huttwil, Kirchenmusiker (Casappella), Begleitpianist von vielen Gospelchören (aktuell: Raindrop Singers, Gospelchor Biberist-Gerlafingen, Church Mountain Gospel Choir)
www.martinjufer.ch

Sandy Patton, geboren in Inkster, Michigan, jetzt wohnhaft in Bern
Sängerin des Modern Jazz, Zusammenarbeit mit: Lionel Hampton, Dizzy Gillespie, Cab Calloway, Jimmy Woode, Al Grey etc.
Sie ist weiterhin an Einspielungen von Grand Mother's Funck, Rainer Glas, Peter Schärli und Martin Schrack beteiligt und singt auch symphonische Gospel im Duett mit Esther Feingold
Sie war von 1995 bis 2013 Professorin für Jazzgesang an der Swiss Jazz School bzw. der Hochschule der Künste Bern
Album Nr. 1: Waltz Forever, My Love (1996) plus 4 weitere Alben
www.sandypatton.net

Zur CD:
Um die CD zu bestellen, CHF 26 an IBAN CH76 0900 0000 3041 5411 2 (Martin Jufer, 4954 Wyssachen) überweisen mit dem Betreff/Zahlungsgrund «1 CD What A Friend, Name und Adresse».

Zum Thema:
McEntire mit Gospel-Album: «Ein Leben ohne Gott könnte ich mir nicht vorstellen»
«Oh happy Day»-Komponist: Edwin Hawkins: «Wenn wir Gospel singen, singen wir Jesus Christus»
Gospel-Queen tritt zurück: Aretha Franklin will sich mehr um Grosskinder kümmern

Datum: 19.05.2017
Autor: Roland Streit
Quelle: Livenet / Martin Jufer

Publireportage
Werbung
Livenet Service
Werbung