Drei Berner Unternehmer

Wenn die Sehnsucht nach Eden Gestalt annimmt

Sie sind Göttis, gute Freunde, Gemeindebauer und Gartenbauunternehmer: Drei Männer haben ihre Leidenschaft für die Natur in ein erfolgreiches Geschäft umgesetzt. Parallel dazu entstand in Bern eine neue Quartiergemeinde . «Wir wollen das Reich Gottes in der Welt sichtbar machen», sagt das Trio mit Überzeugung.

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Was passiert, wenn ein Gartenarchitekt, ein Betriebswirtschafter und ein Bauführer sich finden? Im Beispiel der drei Unternehmer in einem Berner Stadtquartier scheinen die Möglichkeiten fast unbeschränkt. Aus einer persönlichen Freundschaft entstand die Gartenkultur GmbH und in einem der «verrufensten» Stadtkreise eine christliche Gemeinde, 2008 sogar eine private Spitex.

Auf dein Wort

Vor acht Jahren waren Benjamin Uhlmann und Ivan Schmid ins Tscharnergut umgezogen. Hier fassten sie den Entschluss: «Wir wollen selbständig werden.» Sie waren überzeugt, dass ein gemeinsames Geschäft ihren Kontakt vertiefen, die Freundschaft fördern könnte. Im Herbst 2004 kauften sie einen alten Lieferwagen. «Wir arbeiteten dort, wo grad etwas zu machen war. Von Anfang an erlebten wir, wie Gott uns gros¬se Gunst erwies», sagt Schmid. Der 36-Jährige ist für die Bereiche Finanzen, Marketing und Personal zuständig.

«Wir bildeten von Anfang an eine Einheit», ergänzt Uhlmann. Er ist 33 Jahre alt und hat die architektonische Leitung unter sich. «Wir haben immer ausgesprochen, was wir denken. Das gemeinsame Engagement in Betrieb und Gemeinde hat uns zusammengeschweisst. Und wir haben den himmlischen Vater in allem einbezogen, auf der Baustelle, im Büro, überall.» Was sie im persönlichen Glaubensleben erkannt hatten, setzten sie «auf sehr natürliche Weise» im Geschäft um.

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Markus Mai (links>), Benjamin Uhlmann (hinten) und Ivan Schmid

Ein starkes Team

Der Dritte im Bunde ist Markus Mai. Der 52-Jährige erlebte vor einigen Jahren eine persönliche Krise. Durch die Freundschaft mit den beiden Jungunternehmern wurde ein Traum Wirklichkeit. Der gelernte Schreiner bildete sich zum Sozialpädagogen weiter und hat die Bauführung unter sich. «Ein spannender und kreativer Prozess», sagt er. Den Grund für den geschäftlichen Erfolg sieht er in der Einheit mit dem Heiligen Geist. «Als Freunde können wir uns so annehmen, wie Gott den anderen sieht. Das macht es leicht, mit anderen Meinungen oder Differenzen umzugehen.»

Der Radius weitet sich

Wie kann ein solch enges Miteinander im Privaten, Geschäftlichen und gar in der Gemeinde gutgehen? «Der Aufbau einer ortsverbundenen Gemeinde ist unser Herzensanliegen. Unsere Projekte wären ohne tiefe Freundschaft durch Jesus nicht möglich geworden», sagt Ivan Schmid. «Auf dieser Basis konnten Vertrauen wachsen und Visionen reifen. Wir gehen offen miteinander um und stehen gemeinsam im Alltag.» Seine beiden Kollegen unterstützen die Aussage, dass eigene Schwächen bei den anderen als persönliche Stärken angelegt sein können. «Wir müssen nicht die gleichen Stärken haben», betont Benjamin Uhlmann. Und Markus Mai meint: «Wir sind uns einig, dass wir als Fragmente des Leibes Gottes sichtbar sind. Wir verstehen uns als Ergänzung des anderen. So wird Vielfalt sichtbar.»

Die Firma erlebte im Jahr 2008 einen grossen Schub. Hier sah der Sozialpädagoge sofort Möglichkeiten, sozial schwächere Menschen einzustellen. Im Nachhinein stellt Markus Mai fest: «Das Verhältnis zwischen Fachleuten und Hilfskräften stimmte nicht. Wir haben die Strukturen redimensioniert? ein schmerzhafter, aber wichtiger Prozess. Mit dem stärkeren Einbezug der verschiedenen Gruppenleiter konnte ein gangbarer Weg gefunden werden.»

Zukunft findet draussen statt

Solange der Boden nicht gefroren ist, bilden die Wintermonate kein Problem. Arbeiten im Werkhof, in der Baumschule oder Holzbauten wie Terrassen und Dachterrassen stehen an, aber auch Eigeninitiativen wie die Realisierung eines neuen Büros. Lernende arbeiten durch, Mitarbeitende kompensieren häufig.

«Wir bauen Gärten bis ins kleinste Detail. Dazu gehören nebst der eigentlichen Aussenraumgestaltung auch Outdoor-Teppiche, Gartenmöbel, Saunen, Hotpots, Leuchten und exklusive Bäume, die wir zukaufen oder auf Bauparzellen ausgraben. Es liegt im Trend, das Badezimmer oder auch die Küche nach aussen zu verlegen. Langsam setzt sich die Idee durch, dass sieben bis 15 Prozent des Hauswerts in den Garten gehören», sagt Benjamin Uhlmann.

Sich verwandeln lassen

«Kultur liegt in unserer Natur» heisst das Motto des Teams. «Wir suchen verblüffende Lösungen», sagt der Gartenarchitekt. «Aber wir wollen nicht perfekte Gärten bauen, sondern exzellente Gärten.» Dabei möchten sich die Gartenbauer «vom Himmel» inspirieren lassen.

Sie leben mit der Schöpfung und sind immer wieder fasziniert von ihrer Wandlungsfähigkeit. Da ergibt sich ein Bezug zum Motto «Verwandlung» der diesjährigen Allianzgebetswoche. Wandlung haben sie in ihrem Miteinander immer wieder erlebt. Dass die Beziehungen weiter spriessen, davon sind sie fest überzeugt.


Die Gartenkultur GmbH:
Gärten zur Bühne für ein lebendiges Naturschauspiel machen, die einzelnen Akteure in Harmonie bringen: Das ist die Passion des 2004 gegründeten Berner Gartenbauunternehmens. Zum Angebot gehören Planung und Umsetzung kompletter Anlagen, inklusive Gartenbeleuchtung, Designermöbel und Outdoor-Komponenten. Die Firma beschäftigt 18 Personen, darunter auch sozial schwächere Menschen.

Webseite:
Gartenkultur – Kultur liegt in unserer Natur

Diesen Artikel hat uns «idea Spektrum Schweiz» zur Verfügung gestellt.


Datum: 30.01.2012
Autor: Thomas Feuz
Quelle: ideaschweiz

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