Arbeit

Wissen, was man redet

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Machen wir uns und anderen doch nichts vor!
„Arbeit ist das halbe Leben“, sagt der Volksmund. Aber stimmt das? – Ein Drittel unseres Lebens schlafen wir, ein Drittel machen Wochenenden und Feiertage aus, und ein weiteres Drittel bilden Kindheit und Rentenalter. Merken Sie, wie in jeder pauschalen Aussage auch Unwahrheit drinsteckt? Und in jeder Verallgemeinerung immer auch die Gefahr, die volle Wahrheit auszublenden?

Wie oft nutzen wir solche und andere Aussagen unbewusst, schliessen uns Äusserungen von anderen an, ohne weiter drüber nachzudenken?

- „Die Firma beutet uns sowieso nur aus.“
- „Herr X kommt dauernd zu spät.“
- „Immer müssen die Kleinen alles ausbaden.“

Gefährliche Aussagen

Sicher können Sie noch die eine oder andere Ergänzung aus Ihrer persönlichen Erfahrung einfügen. Doch was ist so gefährlich an diesen Aussagen? Je öfter wir sie benutzen, desto eher sind wir geneigt, tatsächlich unreflektiert zu glauben, was wir da so pauschal behaupten. Bis dahin, dass es zu einem Glaubenssatz werden kann, der uns hindert, überhaupt noch anderes wahrzunehmen.

Eines der biblischen Zehn Gebote heisst: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden über deinen Nächsten!“ Genau das tut aber derjenige, der pauschal über Dinge redet. Machen wir uns und anderen doch nichts vor! „Dauernd, immer, nie“ sollten wir äusserst sparsam gebrauchen. Wir könnten auch einmal ein Experiment wagen: Jedes Mal, wenn wir einen Satz mit einem dieser drei Worte hören, gehen wir der Sache kurz auf den Grund. Stimmt die Aussage so pauschal, wie sie steht?

Klarheit gefragt

Wie oft kommt denn Herr X nun wirklich zu spät und woran liegt das? – Sie werden überrascht sein, wie häufig wir dann erkennen müssen: „So habe ich es gar nicht gemeint!“ – aber gesagt! „Eure Rede aber sei: Ja-Ja, Nein-Nein“, heisst es in der Bibel (Matthäus, Kapitel 5, Vers 37). Das bedeutet: Klar soll sie sein, nicht pauschal.

Autor: Holger Waldminghaus

Datum: 21.01.2009

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