Aufbruch

Feuer der Spiritualität neu entzündet

Methodistenkirchen fallen zumeist nicht auf durch leidenschaftlich gelebte Spiritualität. Dies bestätigte auch die Analyse der EMK in Flaach. Betroffen machte sie sich auf den Weg der Veränderung. Nun ist das Feuer der Liebe neu entflammt.

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Lässt Ideen wie Blumen spriessen: Damian Brot von der EMK Flaach.
«Es sind Einsprachen eingegangen!» Diese Nachricht versetzte den Ausbauplänen der Evangelisch-methodistischen Kirche Flaach im Zürcher Weinland einen gewaltigen Dämpfer. Die Gemeinde hatte viel Zeit, Kraft und Finanzen eingesetzt, um ihre Kirche durch einen Erweiterungsbau zu vergrössern. Und nun wurden die Wachstumspläne durch Einsprachen gestoppt. Was nun? Könnte es sein, dass Gott andere Pläne hatte? Die Gemeinde suchte im Gebet nach Antwort. Der Eindruck, der dabei entstand: Zuvor «geistliches Wachstum»!

Testresultat ungenügend

Im Jahr 2000 hatte die Gemeinde erstmals eine Analyse erstellen lassen. Von der Leitung über Strukturen, Kleingruppen bis zum Thema «liebevolle Beziehungen» waren verschiedene Kriterien bewertet worden. Und das Resultat war niederschmetternd. Bis auf die «bevollmächtigte Leitung» erreichte kein Bereich auch nur den Durchschnitt; die «leidenschaftliche Spiritualität» zeigte mit Abstand den tiefsten Wert. «Entweder es bewegt sich was, oder wir sind überflüssig!», stellte der Bezirksvorstand (Gemeindeleitung) fest. In den folgenden Jahren bewegte sich viel. An Gemeinde-Wochenenden wurden Beziehungen gepflegt, Lobpreis-Bands brachten einen neuen Musik-Stil in die Gottesdienste, die Sonntagschule wurde zum Kids-Treff, ein Jugendpfarrer wurde angestellt. Kinder- und Jugendarbeit blühten auf und der Platzbedarf nahm zu. Deshalb wurde ein Erweiterungsbau ins Auge gefasst und erneut eine Analyse zum Zustand des Gemeindelebens in Auftrag gegeben. Diesmal lagen alle Parameter über dem Durchschnitt - ausser die «leidenschaftliche Spiritualität»...

Auch mal das Herz ausschütten

Während einer Retraite zu diesem Thema öffneten die vier Männer und zwei Frauen der Gemeindeleitung ihre Herzen voreinander. Sie erzählten von Erlebnissen mit Gott, von Nöten und Verletzungen, für jede Person wurde gebetet. «Es war eine sehr bewegende Zeit», erzählt Pfarrer Damian Brot. Das Feuer einer neuen Spiritualität war damit entfacht worden, und es war so wohltuend, dass sich die Gemeindeleitung seither als verbindliche Kleingruppe mit einem spezifischen Auftrag versteht. Zusätzlich zu den ordentlichen Sitzungen trifft sie sich regelmässig zu einem «Herzensaustausch».

Auch Prioritäten veränderten sich. Der für die Liegenschaften Verantwortliche entdeckte in sich die Gabe der Prophetie, der Finanzverwalter spürte deutlich den Auftrag, sich als Evangelist einzusetzen. Heute kann es sein, dass im Gebet empfangene Eindrücke oder Bilder mitgeteilt und von den anderen aufgenommen werden. Weil jedes Mitglied der Gemeindeleitung auch zu einer privaten Kleingruppe gehört, werden durch ihre Schritte sehr persönlich weitere Gemeindeglieder motiviert. Damian Brot: «Wir möchten, dass authentische Kleingruppen entstehen, in denen die Menschen einander und Gott begegnen können.» Fürbitte- und Heilungsgebete geschehen auf verschiedenen Ebenen. Als ein kranker Mann um Gebet und Salbung bat, wurde dies zum Anlass genommen, alle Interessierten zum Gebet um Heilung einzuladen. In einer offenen Runde erzählten die Anwesenden von ihren Nöten, und es wurde für sie gebetet. Inzwischen hat das Seelsorgeteam diesen Dienst übernommen und begleitet Hilfesuchende.

Vieles wird ausprobiert

«Wir versuchen immer, Bestehendes zu nutzen», erklärt Damian Brot. So gestalteten Gemeindeglieder letztes Jahr während der Karwoche morgens eine kurze Besinnung, abends Gottesdienste in verschiedener Ausprägung, zum Beispiel mit liturgischen Gesängen. Die Jugendarbeit ist ein fester Bestandteil des Gemeindelebens, sie läuft nicht autonom nebenher. Vieles darf ausprobiert werden, und das soll von der ganzen Gemeinde erlebbar sein.

Und das Bauprojekt? Dass es vorerst gestoppt wurde, hat sich im Nachhinein als Segen erwiesen.

Diesen Artikel hat uns freundlicherweise «Idea Spektrum Schweiz» zu Verfügung gestellt.

Datum: 18.02.2012
Autor: Mirjam Fisch-Köhler
Quelle: ideaSpektrum Schweiz

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