Gemeinschaft der Versöhnung

«Juden und Araber, Gott hat für beide eine Zukunft bereit»

«Die Botschaft von Gott, der Juden und Araber liebt und für beide eine Zukunft bereit hat, gibt den Menschen Hoffnung und Zuversicht», sagt Walter Gubler. Mit der Gemeinschaft der Versöhnung (GDV) hilft er mit, scheinbar versteinerte Herzen zu lockern. Wir unterhielten uns mit Walter Gubler vom Leitungsteam der Gemeinschaft über deren baldigen Gebetstag sowie die Unterschiede, die durch diese Arbeit sichtbar werden.

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Walter Gubler mit seiner Ehefrau
Livenet: Walter Gubler, die Gemeinschaft der Versöhnung lädt am 5. November in der Chile Grüze in Winterthur zum Gebetstag. Was erwartet die Besucher?
Walter Gubler: Wir werden von ermutigenden Gebetserhörungen der einzelnen Einsatzgebiete berichten, unter anderem von der Arbeit unter syrischen Flüchtlingen und von der Schulung junger Leiter aus Israel. Wir zeigen einen Kurzfilm über den Dienst der GDV. Danach werden wir auf der Grundlage von Gottes Wort Informationen und Gebetsanliegen vom Nahen Osten, von den verfolgten arabischen Christen und von unserem Dienst unter Juden und Moslems weitergeben.

Ein zentrales Anliegen wird die Prophetie aus Jesaja 19 sein. Wir werden miteinander beten, dass diese Prophetie zur Erfüllung gelangt und Israel, Ägypten und Assyrien zu einem Segenszentrum inmitten der Erde werden.

Warum ist in der hektischen Zeit ein Gebetstag wichtig?
Durch Hektik wird das Reich Gottes nicht gebaut, sondern wenn wir tun, was Gott uns aufträgt. In Philipper, Kapitel 4, Vers 6 sagt uns Paulus, dass wir uns um nichts sorgen, sondern in allen Dingen unsere Bitten in Gebet und Flehen mit Dank vor Gott bringen sollen.

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Walter Gubler
Wir wollen uns trotz einer gefüllten Agenda einige Stunden Zeit nehmen, um miteinander vor Gott zu kommen und ihm damit zum Ausdruck bringen, dass nur er das Geschick von Menschen und Völkern verändern kann.

Was haben frühere Gebetstage ausgelöst?
Die Beter wurden neu motiviert fürs Gebet. Und ihre Sicht für Gottes Wirken im Nahen Osten wurde gestärkt. Gebetsgruppen sind entstanden, die sich regelmässig treffen, um miteinander vor Gott für die Anliegen einzustehen, die wir ihnen weitergeben.

Was sind die Schwerpunkte in der Arbeit der Gemeinschaft der Versöhnung?
Auf gemeinschaftlicher Ebene orientieren wir uns am Leben der ersten Gemeinde und am Wort von Jesus aus dem Johannesevangelium, Kapitel 13. Unser Auftrag von Jesus ist, uns so zu lieben, wie er uns und den Vater liebt, damit die Welt erkennt, dass wir seine Jünger sind. Wir wollen als Gemeinschaft überall, wo wir sind Zeugen der Liebe des Vaters sein und dies durch unser Leben miteinander sichtbar machen. Dies soll in der sichtbaren und unsichtbaren Welt Zeugnis und Proklamation für die Wirklichkeit Jesu sein.

Gebet ist ausdrücklich ein Schwerpunkt unseres Dienstes; deshalb auch dieser Gebetstag. Seit über 25 Jahren beten unsere Mitarbeiter am Morgen und Nachmittag je eine Stunde für Israel, die arabische Welt und die Gemeinde Jesu weltweit. Wir sind überzeugt, dass Gebet relevante Veränderungen in der sichtbaren und unsichtbaren Welt bewirkt und Voraussetzung für die Umsetzung unseres Auftrages ist.

Sie arbeiten in verschiedenen Konfliktgebieten. Welche Veränderungen erleben Menschen in diesen schweren Umständen durch den christlichen Glauben?
Menschen, die Jesus begegnen, bekommen Hoffnung und eine neue Lebensperspektive, die über dieses irdische Leben hinausgeht. Sie erfahren, dass es einen Gott gibt, der sich um sie kümmert und grösser ist als ihre misslichen Umstände, in denen sie leben.

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Versöhnung
Diese Woche haben wir unsere jüdischen Freunde in die «Sukka», also die «Laubhütte» eingeladen. Kurz bevor das Fest begann, hat 500 Meter von unserem Garten entfernt ein junger Araber einen Juden mit dem Messer angegriffen. Alle Gäste mussten an dieser Strassenkreuzung vorbei und haben den Vorfall mitbekommen. Der Alltag ist gefüllt mit solchen Vorfällen, welche auf beiden Seiten Spannungen, Hass, Abgrenzung und Misstrauen aufbauen. Die Botschaft von der Liebe Gottes, der Juden und Araber liebt und für beide eine Zukunft bereit hat, gibt den Menschen Hoffnung und Zuversicht.

Welche Aufbrüche erleben Sie in Ihrer Kommunität?
«Jesus, mache mit mir was du willst, was du auch mit mir tun magst, ich danke dir.» Dieses Gebet von Charles de Foucauld beten wir als Gemeinschaft jede Woche im Gottesdienst vor dem Abendmahl. Wir sind entschieden, unsere Leben ganz in den Dienst Jesu zu stellen und ihm kompromisslos nachzufolgen. Die Zeit auf dieser Erde ist kurz und wir wollen sie gut nutzen.

Nächstes Jahr planen wir, den Kinderdienst in Jerusalem neu aufzubauen, uns in junge Leiter in Israel  engagieren, unser Zentrum in Südfrankreich soll ein Ort der Begegnung für viele Menschen aus unseren Zielgebieten werden.  Wir suchen neue motivierte Mitarbeiter, die sich für den Dienst unter Moslems und Juden rufen lassen.

Können Sie ein, zwei Geschichten von Menschen aus verfeindeten Volksgruppen erzählen, die durch die GDV-Arbeit zu einem Miteinander gefunden haben?
A. ist eine junge, 23-jährige Palästinenserin. Sie ist in der Jerusalemer Altstadt in einer muslimischen Familie aufgewachsen. A. und ihre Geschwister sind viele Jahre in die Kinderstunde gekommen, sie haben gelernt, dass der Gott der Bibel alle Menschen liebt und dass er uns hilft, dies ebenfalls zu tun. A. hat Jesus in ihr Herz eingeladen, äusserlich sieht sie aber immer noch wie eine Muslemin aus, denn ihr Umfeld erlaubt es ihr nicht, das Kopftuch abzulegen. A. studiert an der Hebräischen Universität. Als Muslemin, so sieht sie ja äusserlich noch aus, wird sie beim Haupteingang der Uni strenger kontrolliert als die anderen Studenten. Dazu meinte A. kürzlich: «Jedesmal, wenn ich kontrolliert werde, dann denke ich in meinem Herzen, dass ich die Juden liebe und ich ihnen nicht böse sein will!»

In der Mühle, dem Begegnungszentrum der GDV in Südfrankreich, führen wir regelmässig Kinder- und Jugendfreizeiten mit muslimischen Kindern aus Marseille durch. Die muslimischen Jungs spielten zusammen Basketball. Gleichzeitig verbrachte eine jüdische Familie eine Ferienwoche in der Mühle. Der jüdische Junge sah die Gruppe spielen und fragte, ob er mitmachen könne. Ja, klar, kein Problem. Alle hatten viel Spass dabei. Nach dem Spiel sprach der Leiter der Freizeit mit einem der Jungen und sagte ihm, dass es ihn freue, dass sie den jüdischen Jungen so gut integriert hätten. Dieser konnte es nicht glauben, dass dies ein Jude war, ein ganz normaler Junge, der so gar nicht dem Feindesbild entsprach, das ihm immer wieder vermittelt wurde!

Zur Webseite:
GDV Gemeinschaft der Versöhnung

Zum Thema:
In Israel heiraten Christinnen immer öfter Muslime
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Datum: 01.11.2016
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet.ch

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