Uno-Gipfel zu den Millenniums-Entwicklungszielen

Schweiz soll sich stärker für Armutsbekämpfung einsetzen

Am Uno-Gipfel zu den Millenniums-Entwicklungszielen soll sich die Schweiz für die Armutsbekämpfung engagieren und keine leeren Versprechungen machen. Diese Forderung wurde am Freitag in Bern an einem Symposium der Hilfswerke Fastenopfer und Brot für alle erhoben.

An der Tagung erneuerten die beiden christlichen Hilfswerke ihre Forderung nach einer Erhöhung der Entwicklungshilfe. Zudem solle der Bundesrat seine Verweigerungshaltung gegenüber innovativen Finanzierungsinstrumenten aufgeben und sich für einen umfassenden Schuldenabbau sowie Handelsreformen zugunsten der Entwicklungsländer einsetzen.

Peter Niggli, Geschäftsleiter von Alliance Sud (Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke), geisselte das Abseitsstehen der Schweiz als Skandal: Während die EU und andere Industrieländer ihre Entwicklungshilfe bis 2015 auf 0,7 Prozent des Bruttoinlandeinkommens erhöhten, drohe der Entwicklungshilfe in der Schweiz ein Abbau.

Fritz Stahel von der Credit Suisse wehrte sich gegen die Einführung einer Devisentransaktionssteuer zur Finanzierung der Millenniums-Entwicklungsziele und bezweifelte deren Realisierbarkeit. Der Wiener Volkswirtschaftsprofessor Kunibert Raffer belegte hingegen, dass der Aufwand gering wäre. Letztlich gehe es auch um Gerechtigkeit: Es gäbe keinen Grund für die "systemisch ungerechtfertigte, steuerliche Privilegierung des Finanzsektors".

Marktöffnung für Schwellenländer

Einig waren sich die Teilnehmer, dass im Agrardossier grosser Handlungsbedarf bestehe, namentlich bei den Exportsubventionen der Industrieländer. Gregor Kündig von der Economiesuisse sah die laufende WTO-Runde aber auch als Chance, um weitere Marktöffnungen seitens der Schwellenländer zu erreichen.

Das Symposium endete mit einem Aufruf an Bundespräsident Schmid: Die von ihm geleitete Schweizer Delegation müsse in New York eine Schweiz repräsentieren, die sich nicht nur halbherzig für die Halbierung der weltweiten Armut engagiere und die nicht nur leere Versprechungen mache, sondern sich in Wort und Tat dafür einsetze, dass alle Menschen dieser Erde würdig leben könnten ohne zu hungern.

Fastenopfer und Brot für alle organisierten das Symposium in Bern als Beitrag zur weltweiten Kampagne "Haltet Wort - stoppt die Armut". Deren Erkennungsmerkmal sind weisse Bänder. In Bern beispielsweise wurde die Heiliggeistkirche weiss beflaggt. Am Samstag werden weitere Kirchen in der ganzen Schweiz folgen.

Datum: 13.09.2005
Quelle: Kipa

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