Christoph Stückelberger

Wirtschaft soll Menschen dienen

Beharrlich Verbesserungen für die Armen einfordern - dazu rief Christoph Stückelberger, Leiter des Instituts für Sozialethik des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK), an einer Tagung zu Oekumene, Mission und Entwicklung der Reformierten Landeskirche Aargau am Samstag in Seewen auf. Der Anlass richtete sich an die Verantwortlichen für Oekumene, Mission und Entwicklung der reformierten Aargauer Kirchgemeinden.
Stückelberger erörterte in seinem Referat die Frage: "Ist eine Wirtschaft des ‚Genug-für alle' Illusion oder Vision?" Er ging von drei Wirtschaftssituationen aus: eine "Wirtschaft des Nicht-Genug", in der man zwar sich selbst aber keine Familie ernähren kann und die schnell in eine Wirtschaft des Nichts oder Fast-Nichts umschlagen kann, die "Wirtschaft des Zuviel" und die "Wirtschaft des Genug".
Mit Hinweis auf die Millenium-Entwicklungsziele der UNO, welche unter anderem die extreme Armut auf der Welt bis 2015 halbieren möchte, sowie auf die Botschaft Jesu in den Evangelien stellt Stückelberger folgende Forderungen vor allem an die Industrienationen auf: Recht auf Nahrung und daraus folgend die Hungerbekämpfung als oberste Priorität, die Verteilungsgerechtigkeit erhöhen, Infrastruktur verbessern, Forschung einsetzen, um Produktivität und Ertrag zu erhöhen und schliesslich den Fleischkonsum reduzieren.
Um diese Ziele zu erreichen und der drohenden Resignation zu widerstehen, ermunterte Stückelberger die Anwesenden: "Wagen Sie zu weinen. Wagen Sie zu klagen." Die Engagierten müssten den Entscheidungsträgern hartnäckig die einfachen Fragen stellen und Antworten einfordern. Sie sollten sich aber nicht für die ganze Welt verantwortlich fühlen sondern für das, was man selbst konkret tun könne. Und schliesslich gehöre vor oder nach der Aktion auch die Kontemplation, wie das Einatmen zum Ausatmen, damit man Kraft aus dem Glauben schöpfen könne.
Datum: 01.09.2005
Quelle: Kipa

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