Schuldenerlass der G8

Ein Erfolg auch für StopArmut 2015

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Tony Blair mit Tanzania's Präsident Benjamin Mkapa und George W. Bush.
Den 18 ärmsten Ländern der Welt werden ihre Schuld erlassen. Damit hat man sich dem Ziel genähert, die weltweite Armut bis zum Jahr 2015 zu halbieren.

Was die Finanzminister der acht reichsten Länder der Welt (die "G 8") Anfang Juni 2005 beschlossen hatten, haben inzwischen ihre Regierungschefs bekräftigt: Sie verzichten auf Gesamtschulden von 40 Milliarden US-Dollar. So hoch nämlich standen 18 der ärmsten Staaten beim Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank, der Afrikanischen Entwicklungsbank und bei den G 8 selber in der Kreide: Honduras, Nicaragua, Guyana, Bolivien, Ghana, Senegal, Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Niger, Benin, Äthiopien, Uganda, Ruanda, Tansania, Moçambique, Madagaskar und Sambia.

"Jubilee 2000" trägt Früchte

Vor einem halben Jahr noch wurde es ihnen verweigert. Der britische Finanzminister Gordon Brown setzte es aber bei der vorbereitenden Sitzung für den G8-Gipfel in Edinburgh durch. StopArmut 2015 schreibt in seiner Presse-Erklärung diesen Erfolg auch der regen Öffentlichkeitsarbeit christlicher Hilfswerke in England zu. Mit ihrer Kampagne "Jubilee 2000" hätten sie auf diesen Erlass hingearbeitet, darunter auch Tear Fund England, das Hilfswerk der dortigen Evangelischen Allianz, sowie Micah Challenge. Der Umfang des Schulderlasses waren bis zuletzt ebenso umstritten wie die Namen der Länder, denen er zugute kommen sollte.

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Britische Kirchenvertreter hatten sich vor "Edinburgh" an US-Präsident Bush gewandt mit der Bitte, beim G8-Gipfel Anfang Juli in Schottland auf dem nun beschrittenen Weg fortzufahren, wie der Idea-Nachrichtendienst meldet. Die Ergebnisse dieses Treffens können sich sehen lassen: Ergänzend zu jenem Schuldenerlaß sollen vor allem afrikanischen Ländern bis 2010 weitere 50 Mia. Dollar an Entwicklungshilfe gewährt werden.

"Gute Regierungsführung" auch in der Schweiz?

In sämtlichen 18 erwähnten Ländern liegt das Pro-Kopf-Einkommen unter einem US-Dollar pro Tag. In Mali und Sambia beispielsweise floss bislang mehr Geld in den Schuldendienst als ins Gesundheitswesen. Die G 8 werden nun ein besonderes Augenmerk darauf richten, wie die jeweiligen Regierungen mit den freiwerdenden Finanzen umgehen. Andererseits sei eine "gute Regierungsführung" bereits eines des Kriterien gewesen, anhand derer jene Länder bestimmt wurden. Neben den effektiven Schulden haben bislang die Korruption in den Empfängerländern sowie zu enge wirtschaftliche Bindungen an die Geberländer mehr Wohlfahrt verhindert.

StopArmut 2015 gibt zu bedenken, dass der Schweizer Bundesrat diesen Schuldenerlass für die Ärmsten bisher ablehnt und auch beim Thema Entwicklungshilfe ganz andere Signale sendet. Eine geänderte Haltung der offiziellen Schweiz könnte zu dem Ziel, die Armut zu halbieren, wesentlich beitragen.

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Die Hintergründe dieses Erlasses

"StopArmut 2015" ist Teil der Bewegung "Micah Challenge" ("Micha-Herausforderung"). Sie wurde von der weltweiten Evangelischen Allianz gegründet und basiert auf der Bibelstelle Micha 6,8: "Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: Recht tun, Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott."

Auf dem Millenniumsgipfel der Vereinten Nationen im September 2000 in New York hatten die dort vertretenen Staats- und Regierungschefs beschlossen, die extreme Armut auf der Welt bis zum Jahr 2015 zu halbieren.

Quellen: StopArmut 2015, Idea-Nachrichtendienst

Datum: 13.07.2005
Quelle: Livenet.ch

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