Süchtig, abgelehnt, erlöst

Der verlorene Sohn in Papua Neuguinea

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Gefangen im Kreislauf der Spielsucht, arbeitslos, abgelehnt von der Dorfgemeinschaft und verlassen von seiner Familie suchte George Hilfe bei seinem Bruder. Dieser arbeitete bei einer Mission, genannt Every Home for Christ. Das Gespräch mit ihm veränderte alles...

Es fing an, weil es neu war, nicht als Sucht. George Beity, ein 46-jähriger Familienvater mit sieben Kindern, entdeckte Video-Poker-Maschinen und dachte sich, dass es lustig wäre, sie mal auszuprobieren. Diese Apparate waren relativ neu in seinem Land; die Regierung von Papua-Neuguinea hatte das Glücksspiel erst vor 20 Jahren legalisiert. Was ihn anzog, waren die glitzernden Lichter, die Spannung und die Möglichkeit, mit ein paar Fingerbewegungen plötzlich ein bisschen extra Geld zu machen.

Vom Buchhalter zum Spielsüchtigen

Zahlen hatten George schon immer angezogen. Er war ein erfolgreicher Buchhalter – in Papua-Neuguinea ein hoch geachteter Beruf. Seine Ausbildung und seine Karriere erlaubten ihm und seiner Familie ein komfortables Auskommen. Sie waren glücklich. Er hätte nie gedacht, dass das alles von einer unschuldigen, kleinen Maschine mit ein paar Bildern von Spielkarten drauf zerstört werden könnte. Zuerst war es eine Kleinigkeit. Er spielte ein bisschen mit ein paar Gewinnen und ein paar Verlusten. Aber bald dachte er nur noch an die Maschine. Er suchte immer mehr nach Möglichkeiten, seinen Verantwortungen zu entkommen und schnell ein Spiel zu spielen. Bevor er wusste, was ihm geschah, war das Glücksspiel zum Mittelpunkt seines Lebens geworden.

George verlor seinen Job, aber er war erfolgreich und erfahren und bekam schnell einen neuen. Bis er diesen auch vernachlässigte und wieder gefeuert wurde. Zwischen den Jobs lieh er Geld von den örtlichen Finanzhaien aus, um seine Sucht zu finanzieren. Sie trieben ihn nur allzu gern immer tiefer in die Sucht. Daraus wurde ein zerstörerischer Kreislauf, und nach dem siebenten Job war keiner mehr bereit, ihn anzustellen. Seine Frau nahm ihr Baby und verliess ihn und überliess den Rest der Kinder George. «Die Wunden dieser Sucht wurden jetzt für alle sichtbar, erklärte George. «Das geschah unerwartet und plötzlich. Ich hatte keine Ersparnisse und war finanziell ruiniert.» Er staunt noch immer darüber, wie sich sein Schicksal wendete und wie finster es in ihm aussah. «Ich muss zugeben, dass ich überlegte, mir das Leben zu nehmen», bekennt George heute.

Der verlorene Sohn...

George war kaum fähig, für seine Kinder zu sorgen. Sie liessen Mahlzeiten aus und lebten in einem kleinen, ungesunden Raum. «Ich tat mein Bestes, meine tiefen emotionalen Wunden zu verbergen», sagt George, aber ein arbeitsloser Buchhalter im Dorf sorgte natürlich für Geschwätz.

«Es ist ein grosser Schlag für die Familie, aber auch für das Dorf und die ganze Gemeinschaft, wenn unsere gebildeten Leute mit dem Glücksspiel anfangen», erklärt Aaron Nikkie, der nationale Direktor von Every Home for Christ in Papua-Neuguinea.

In seiner dunkelsten Stunde erinnerte sich George, dass sein Bruder bei einer Mission, genannt Every Home for Christ, mitarbeitete. George wusste, dass das Leben seines Bruders verändert worden war und dachte, dass da vielleicht auch für ihn Hoffnung sei. George's Bruder arrangierte ein Treffen mit Aaron. Bei einem Spaziergang im Wald in der Nähe des EHC-Büros erzählte Aaron George die Geschichte vom verlorenen Sohn – wie dieser Mann von Gott weglief, seine Familie verletzte, wie ihm Gott aber doch vergab.

... kehrt um

«Diese Unterhaltung veränderte mein Leben und wühlte mich tief auf», erzählte George später. «Ich spürte, wie der allmächtige Gott mich einlud, meine professionelle Erfahrung Every Home for Christ zur Verfügung zu stellen.» Er wollte sein Leben irgendwie wieder in den Griff bekommen. Er wollte alles tun, um diesem Dienst zu helfen, der Leben veränderte. Dieses Mal wollte er als Freiwilliger mitarbeiten. Er wollte seinen Dienst anbieten und, egal was es kostete, der Welt etwas geben statt alles, was er anpackte, im Chaos zu hinterlassen.

«Gott warf mir ein Rettungsseil zu, um wieder zur Sicherheit raufzuklettern», erklärt George. «Every Home for Christ war wie eine Intensivstation für meine Seele. Ich war von der Welt der Pokermaschinen total zerschlagen und schlimm verletzt und brauchte Hilfe, um heil zu werden.» George's Leben begann, sich zu verändern. «Ich stand mit Fasten und Beten an seiner Seite», erzählt Aaron. «Das Gebet versetzt immer noch Berge und verändert Leben. In George's Fall waren die Ergebnisse fast unmittelbar da.»

Ein Neuanfang

Natürlich waren Frau und Kinder von George durch seine jahrelange Spielsucht verletzt. «Meine Frau hatte mich verlassen, aber das Schlimmste war, wie meine unschuldigen Kinder leiden mussten», erzählt George. Er wünschte sich sehr, dass seine Frau ihm vergeben würde. Aber die Frau wollte nichts mit ihm zu tun haben, und er wusste, dass etwas Übernatürliches geschehen musste, die Familie wieder zusammenzubringen.

«Es gibt immer noch Wunder!», rief George aus, als er seine Geschichte erzählte. «Genau einen Monat nachdem ich bei Every Home for Christ angefangen hatte zu arbeiten, sprach Gott buchstäblich zu meiner Frau in einem Traum.» Seine Frau wusste nicht so recht, was sie mit dem Traum anfangen sollte, aber am nächsten Morgen besuchte sie George, um zu sehen, ob sein Leben sich wirklich geändert habe. «Nach diesem Besuch zitterte sie nur noch und entschied sich, zurückzukommen», sagte George. Sie konnte nicht glauben, was sie sah: ihr Mann war verändert, ein neuer Mensch. Endlich begann die Familie, ihr Leben wieder zusammenzubauen.

Neue Leidenschaft gefunden

«Every Home for Christ half uns mit einer vorübergehenden Unterkunft, und es ist eine reine Freude, wieder zusammen zu sein», sagte George. Er war dankbar für seine Kinder, dankbar, dass seine Frau ihm vergab, und tief beeindruckt von der Treue Aarons. «Sie beteten und standen mir in diesen schweren Tagen und Wochen zur Seite», sagt George heute. «Und ich glaube, dass es auch für Aaron und seine Frau eine Freude ist, unsere Familie wieder vereint zu sehen.»

Aaron stimmt zu. «Es freut mich so sehr, dass George nicht nur mit seiner Famlie wieder vereint ist, sondern auch seine Leidenschaft zu sehen, Gott vollzeitlich zu dienen.» Für George kommt diese Leidenschaft aus dem Wissen, dass es im ganzen Land viele andere wie ihn gibt – Menschen, die süchtig sind, verloren und verletzt. Er glaubt, dass es Hoffnung  für sie gibt, und er will eine Stimme sein, die sie erreicht, dasssie die Vergebung und Gnade finden, die Leben wiederherstellt.

Diese Geschichte und diverse andere finden Sie im EveryHome-Magazin, herausgegeben von Every Home for Christ / Christus für alle Schweiz.

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Zum Thema:
Italien: Über Beziehungen Schritt für Schritt ein Drogenquartier verändern
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Simbabwe: Durst nach Hoffnung

Datum: 01.03.2017
Autor: Rob Stennett / Reinhold Scharnowski
Quelle: EveryHome-Magazin

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